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K-1 Germany Grand Prix: Pascal Schroth triumphiert

Am gestrigen Samstag wurde im Sindelfinger Glaspalast nahe Stuttgart der erste nationale K-1 Champion gesucht. Dabei wurde einmal mehr deutlich, wie sehr Turniere doch ihre eigenen Gesetze haben.

Veranstalter zu sein, ist nicht immer einfach und das merkte auch Davut Sidal, welcher den ersten K-1 Germany Grand Prix auf die Beine stellte. Da Max Baumert derzeit nicht kämpft, Leo Bönninger wegen einer anderen Veranstaltung nicht zur Verfügung stand, Danijel Solaja und Dennis Wosik sich verletzt hatten, machte man zusammen mit Matchmaker Serdar Karaca aus der Not eine Tugend und hat unter den gegebenen Umständen das wohl beste Feld auf die Beine gestellt.

K-1 Germany Grand Prix

Die Auslosung am Vortag bescherte im ersten Viertelfinale die Paarung zwischen Artur Scherer und Pascal Schroth. Scherer übernahm zunächst mit schnellen Aktionen die Initiative im Ring. Schroth schaute sich das eine Runde lang an und erhöhte in Runde zwei das Tempo. Damit hatte Scherer offensichtlich seine Probleme. Der Ansbacher versuchte sich zwar so teuer wie möglich zu verkaufen, an Pascal Schroth kam er an diesem Abend aber nicht vorbei.Im zweiten Viertelfinale trafen Youngster Cihad Akipa und Routinier Mikail Bajramov aufeinander. Der junge Kölner Akipa zeigte keinerlei Respekt und punktete Bajramov auf schnellen Beinen und mit beweglichem Oberkörper immer wieder aus. Bajramov, welcher von der Mitte aus agierte, stellte Akipa zwar oft, brauchte aber viel zu lange, bis er dann einen Treffer setzen konnte. Einstimmiger Punktsieg für Cihad Akipa - schon eine Überraschung.Drama im dritten Viertelfinale zwischen Alex Schmitt und Maroof Özcan. Gerade als der Kampf in Runde eins mehr Fahrt aufzunehmen schien, war das Duell auch schon wieder vorbei. Özcan entzog sich dem Kampf und signalisierte, dass er auf dem einen Auge nichts mehr sehen könnte. Da es weder ein Foul oder eine verbotene Aktion war, wurde der junge Heidenheimer folgerichtig angezählt und war bei acht noch nicht wieder kampfbereit. Damit zog Alex Schmitt in das Halbfinale ein, während für Özcan schon hier Schluss war. So bitter kann der Sport sein.

Im letzten Viertelfinale traf Karim Allouss, für einige der Favorit, auf Nuri Kacar. Allouss spielte in diesem Viertelfinale seine komplette Routine aus und zog das Tempo an, wann immer es nötig war. Kacar hingegen zeigte zu viel Respekt vor seinem Gegner, welcher intelligent kämpfte und sich einen einstimmigen Punktsieg sicherte, ohne dabei das unnötige Risiko einzugehen sich eine Verletzung zuzuziehen.

Eine Pause später ging es auch schon in das erste Halbfinale zwischen Pascal Schroth und Cihad Akipa. Dieser sollte ein Spiegelbild der Paarung Akipa vs. Bajramov sein, allerdings mit einem großen Unterschied. Schroth diktierte von der Mitte aus das Geschehen im Ring. Ähnlich wie Bajramov stellte er Akipa, allerdings gab er dem Kölner nicht die Chance, sich wirklich entfalten zu können. Der Druck von Schroth wurde mit zunehmender Kampfdauer immer größer und wenngleich auch der Kölner sich hier als zäher Gegner erwies, er sollte hier an seine Grenzen gelangen. Schroth kämpfte taktisch klug und sicherte sich mit einem einstimmigen Punktsieg verdient das Ticket für das Finale.

Wesentlich enger und spannender verlief das zweite Halbfinale zwischen Alex Schmitt und Karim Allouss. Hier begegneten sich zwei Kämpfer auf absoluter Augenhöhe und die Zuschauer sollten einen äußerst spannenden und jederzeit fairen Kampf geboten bekommen. Beide Kämpfer untermauerten deutlich, wohin der Weg für sie gehen sollte. Allouss versuchte sich Schmitt auszuschauen, während der Heidelberger wie gewohnt im Vorwärtsgang agierte. Die Frage hier war: Wie würden die Punktrichter diesen Kampf bewerten? Verlängerung oder nicht? Die Wertung ging, denkbar knapp, mit 2-1 Punktrichterstimmen an Alex Schmitt, welcher sich über den Finaleinzug freuen durfte, während man in der Ecke von Allouss die Welt nicht mehr verstand.

Das Finale sollte also Pascal Schroth gegen Alex Schmitt lauten. Darauf hätten im Vorfeld sicherlich nicht viele getippt und bevor der Kampf überhaupt erst richtig an Fahrt aufgenommen hatte, war er auch schon wieder vorbei. Schroth übernahm zunächst das Kommando und nutzte dabei seine Vorteile in der Reichweite aus. Gerade als man das Gefühl hatte, Schmitt würde besser in den Kampf kommen, schoss Schroth eine Linke ab und schickte den Heidelberger damit ins Land der Träume. Damit wurde Pascal Schroth zum ersten K-1 Germany Grand Prix Sieger gekürt. Wie es hier für den jungen Bremerhavener weitergeht, werden die kommenden Wochen zeigen. Eines ist jedenfalls nach diesem Abend klar: Pascal Schroth ist nicht nur "ein" Kämpfer im Limit bis 72,5kg. Nein, der Bremerhavener zählt zu den Top-Kämpfern dieser Gewichtsklasse in Deutschland. Ihn sollte man immer auf der Rechnung haben.

ISKA-WM: Kasapis mit Sieg bei Revanche?

Noch vor wenigen Wochen standen sich der Esslinger Athanasios Kasapis und Murat Aygün in der Türkei gegenüber. Der Kampf ging wegen einer minimalen Cutverletzung von Kasapis an dessen Gegner. Der Stachel saß tief und der Schwabe brannte auf diesen Rückkampf, zumal es ja noch um den WM-Titel der ISKA im Superschwergewicht ging. Deshalb versuchte Kasapis auch von Beginn mit Lowkicks und Boxkombinationen seinen Gegner zu Beeindrucken. Doch Aygün ließ sich davon nicht beeindrucken und konterte mit harten Boxtreffern. Mit zunehmender Kampfdauer wurde klar, Kasapis würde wohl einen Knockdown benötigen, wenn es mit dem Titel noch etwas werden sollte. Kasapis kann es und das weiß er selbst am besten, nur am gestrigen Samstag sollte er nicht zur gewohnten Form auflaufen können. Dies lag sicherlich auch daran, dass Aygün immer wieder seine Boxtreffer ins Ziel bringen konnte. Die Wertung nach Ablauf der fünf Runden - einstimmig zu Gunsten von Murat Aygün, welcher zum neuen Weltmeister gekrönt wurde.

K-1 Germany Grand Prix
21. Mai 2016
Glaspalast, Sindelfingen


K-1 Germany Grand Prix / Finale

Pascal Schroth bes. Alex Schmitt durch K.o. in Runde 1

ISKA-Weltmeisterschaft / K-1

Murat Aygün bes. Athanasios Kasapis durch einstimmige Punktentscheidung

K-1 Superfight

Massimo de Lorenzo bes. Ahmed Karoui durch T.k.o. in Runde 1

K-1 Germany Grand Prix / Halbfinals

Pascal Schroth bes. Cihad Akipa durch einstimmige Punktentscheidung
Alex Schmitt bes. Karim Allouss durch geteilte Punktentscheidung

K-1 Germany Grand Prix / Viertelfinals
Pascal Schroth bes. Artur Scherer durch einstimmige Punktentscheidung
Cihad Akipa bes. Mikail Bajramov durch einstimmige Punktentscheidung
Alex Schmitt bes. Maroof Özcan durch T.k.o. in Runde 1
Karim Allouss bes. Nuri Kacar durch einstimmige Punktentscheidung

K-1 Superfights
Wassili Gebel bes. Prince Yasser Samadi durch einstimmge Punktentscheidung
Labinot Povataj bes. Wladislaw Klein durch einstimmige Punktentscheidung
Gijulian Krasniqi bes. Steffen Keuter durch einstimmige Punktentscheidung