Thai/Kickboxen

K-1 Final 16 Qualifying GP 2009

Die aktuell von den K-1-Verantwortlichen verfolgte Strategie, statt wie in der Vergangenheit hauptsächlich auf die Zugkraft etablierter, aber in die Jahre gekommener Stars zu setzen, nun endlich massiv frisches Blut in die Veranstaltungsreihe zu injizieren, darf anhand des kurzweiligen und unterhaltsamen K-1 Grand Prix in Tokio als erfolgreich umgesetzt betrachtet werden. Es hagelte wieder reihenweise krachende KO’s, die in flotten und engagiert geführten Kämpfen verteilt wurden.

Im Achtmann- Turnier, dessen Gewinner sich für die Final 16-Veranstaltung qualifiziert hat, konnte einer der Favoriten auf den Turniersieg, Melvin Manhoef, sich zwar im Viertelfinale wieder als KO- Monster in Szene setzen, musste dann aber verletzt die Segel streichen.
Daniel Ghita, 110 kg, 1,95 m, ein Baum von einem Rumänen, pflügte in Rekordzeit durch das Turnierfeld. In der Geschichte von K-1 schaffte es bisher niemand, in so kurzer Gesamtzeit einen GP-Sieg einzustreichen. Auch der Finalist des diesjährigen Europa GP, der Ukrainer Sergeii Lashchenko, Trainingspartner des K-1 MAX-Stars Kyshenko, kam im Finale von Tokio nicht über die erste Runde hinaus, nach dreimaligem Anzählen war Schluss. Ghita wird auch für jeden etablierten K-1-Star eine echte Bedrohung darstellen können.

Interessant waren auch die beiden Superfights. Der K-1 Heavyweight- Überraschungschampion Keijiro Maeda, der sich nun Kyotaru nennt, bekam es mit dem Karatekämpfer Jan Soukup zu tun und zeigte, dass er von allen Schwergewichtsjapanern der vergangenen Jahre im K-1, Musashi, Fujimoto und Sawayashiki, derjenige ist, mit dem man in Zukunft noch am ehesten rechnen kann. Er stellte sich dem von Soukup forcierten Schlagabtausch, konnte Treffer wegstecken und selber präzise Treffer landen. In Runde zwei ein erster Niederschlag zugunsten von Kyotaru, in Runde drei bretterte er den gebürtige Tschechen Soukup kampfunfähig auf die Matte.

Altmeister Aerts als einziger etablierter Star des Abends bekam einen K-1-Debütanten vorgesetzt, aber nicht irgendeinen, sondern einen ehemaligen japanischen Boxweltmeister, dem zuliebe auch die Ausnahmeregelung gestattet wurde, dass dieser in Schuhen kämpfen durfte. Abgesehen davon, dass Nishijima als Cruisergewichtler Aerts an Größe und Gewicht hoffnungslos unterlegen war, zeigte sich einmal mehr, dass ein Boxer nur mit Boxen gegen einen kompletten Kämpfer wie Aerts nach K-1-Regeln nicht bestehen kann. Bereits ab der zweiten Runde war der Kampf eine einseitige Angelegenheit und eher eine Bestrafung. Der Japaner glänzte nur noch mit Nehmerqualitäten bei Lowkicks, Highkicks, Knie- und Boxattacken von Aerts, konnte sich aber nicht einmal mehr über die Zeit retten.

Ergebnisse:

Opening Fights

Watanabe vs. Ko
Winner Yoto Watanabe by 3R Decision 3:0

Shimizu vs. Kawano
Winner Kengo Shimizu by 1R KO

Doi vs. Ebisawa
Winner Kazuo Doi by 1R TKO (Handtuchwurf)

Reservefight

Ali vs. YUKI
Winner Yuki by 3R KO (Punch)

GP Viertelfinale

Manhoef vs. Ramazanov
Winner Melvin Manhoef 1R KO (Punch)

Ghita vs. Love
Winner Daniel Ghita by 1R KO (linker Haken)

Lashchenko vs. Ciobanu
Winner Sergii Lashchenko by 3R DEC 3:0

Rico Verhoeven vs. Brice Guidon
Winner Brice Guidon by 3R Dec 3:0

GP Halbfinale

Daniel Ghita vs. Yuki
(Manhoef ist am Schienbein verletzt, Yuki rückt als Gewinner des Reservekampfes nach)
Winner Daniel Ghita by KO R1 (Lowkick)

Lashchenko vs. Guidon
Winner Sergeii Lashchenko by 2R KO (Punch)

Superfights

Kyotaro vs. Jan Soukup
Winner Kyotaro by 3R KO (rechter Haken)

Peter Aerts vs. Yousuke Nishijima
Winner Aerts by 3R KO (Lowkick)

GP Finale

Daniel Ghita vs. Sergeii Lashchenko
Winner Daniel Ghita by 1R KO (Lowkick)

Final 16 Qualifying GP Sieger: Daniel Ghita