Thai/Kickboxen

John Kallenbach und Daniel Zeuner holen WKU-Titel

Kallenbach & Zeuner triumphieren in Bad Blankenburg.

Die zweite Invictus Fight Night bot am vergangenen Samstag vor nahezu ausverkauftem Haus packende und spannende Kämpfe in Bad Blankenburg. Im großen Mittelpunkt standen die beiden Titelkämpfe der WKU mit John Kallenbach und Daniel Zeuner.

WKU-WM: Kallenbach vs. Sembera

Was im vergangenen Jahr nicht klappte, das sollte in diesem Jahr in die Tat umgesetzt werden. "The Hazard" John Kallenbach wollte sich den WM-Titel zurückholen, den er schon einmal um seine Hüften gelegt hatte. Dazu bedurfte es eines Sieges über Manuel Sembera aus Österreich, welcher sich den Titel in der Zwischenzeit geholt hatte. Der sichtliche Größenunterschied machte klar, welche Taktik Kallenbach verfolgen würde und der Saalfelder setzte die Marschroute aus seiner Ecke perfekt um. Mit langen Händen und Kicks hielt er Sembera auf Distanz und selbst wenn der Titelverteidiger in den Infight kam, wurde sogleich geklammert und damit jegliche Aktion unterbunden. Ein Szenario was sich in den ersten drei Runden immer wiederholte und welches auch zeigte, dass Sembera an diesem Abend einfach nicht in den Kampf fand. Trotzdem blieb dieser mit seiner harten Rechten immer gefährlich und auch wenn Kallenbach wohl klar in Führung lag, so richtig traute man dem ganzen noch nicht.

Immerhin verlief es ähnlich wie im vergangenen Jahr und da musste Kallenbach in Runde vier eine vorzeitige Niederlage einstecken. Ein Deja Vu sollte es aber nicht geben - im Gegenteil. In Runde vier konnte Kallenbach mit einem kurzen, knackigen und schmerzvollen Knie auf die Leber Sembera zu Boden schicken. Der Weltmeister konnte sich von dieser Aktion nicht mehr erholen und wurde von Kallenbach entthront. Der Ex-Weltmeister und sein Trainer zeigten sich aber als äußerst faire und sportliche Verlierer - so wie es sein muss. Kallenbach wird nun in zwei Wochen auf der Merseburger Fight Night wieder aktiv werden und auch für Sembera stehen trotz der Niederlage noch alle Türen offen und man darf jetzt schon sicher sein, das man auch in Zukunft vom sympathischen Österreicher einiges hören wird.

 

WKU-EM: Zeuner vs. Hamami

Den Europatitel der IKBO hatte Zeuner schon und den der WKU wollte er sich zusätzlich noch holen. Mit Titelverteidiger Jihed Hamami betrat in Bad Blankenburg ein in Deutschland noch unbekannter Kämpfer den Ring, wusste aber mit 23 Siegen aus 25 Kämpfen (17 vorzeitig) durchaus zu beeindrucken. Zeuner nahm von Beginn an das Heft in die Hand und versuchte, den Kampf von der Mitte aus zu bestimmen. Hamami erwies sich als unbequemer und vor allem als unorthodoxer Kämpfer der schwer auszurechnen war. Genau dieser unorthodoxe Kampfstil brachte Zeuner in Runde zwei auch kurzzeitig in Bedrängnis als er von Hamami nach einer Boxkombination angeklingelt wurde. Hamami konnte diese Möglichkeit nicht konsequenter nutzen und Zeuner erholt sich von dieser Situation wieder.

In Runde drei dreht sich das Blatt komplett. Zeuner hatte das Heft nun fest in der Hand und konnte den Europameister aus der Schweiz zu Boden schicken. Hamami musste angezählt werden und es hatte schon hier den Anschein, dass der Schweizer nicht mehr weiterkämpfen wollte. Zwar schüttelte er den Kopf, dennoch wurde der Kampf noch einmal freigegeben. Das Intermezzo war nur von kurzer Dauer, denn nur Momente später schickte Zeuner seinen Gegner ein zweites Mal zu Boden - diesmal sollte es das Ende des Kampfes bedeuten. Mit diesem Sieg hat sich Daniel Zeuner für einen WM-Kampf empfohlen. Ob und wann dieser kommen wird ist allerdings noch völlig offen.

Kein Sieger im Kampf der Leo`s

Lange musste man auf den Kampf von Leo Bönninger und Leo Zulic warten, als es am Samstag dann endlich dazu kam, sollte dieses Duell einen Verlauf nehmen, den man so nicht erwarten konnte und der einen an den Kampf zwischen Enriko Kehl und Alex Vogel von vor ein paar Jahren erinnerte. Beide Kämpfer ließen sich nicht lange bitten und starteten fulminant. Doch bevor überhaupt etwas wirklich Entscheidendes passiert war, war das Duell auch schon wieder vorbei. Was war passiert? Nach einem unabsichtlichen Tritt von Bönninger unterhalb der Gürtellinie von Zulic sackte dieser zusammen und krümmte sich vor Schmerzen. Der Ringarzt wurde hinzugezogen und diesem blieb leider nichts anderes übrig, als den Kampf zu stoppen. Gemäß den Regularien der WKU wurde der Kampf daher als No Contest gewertet. Für beide Akteure ein nicht zufriedenstellender Ausgang, weshalb noch im Ring ein Angebot an die Macher der La Familia Fight Night gemacht wurde, im nächsten Jahr diesen Kampf nachzuholen.

 

Michl heimst Sieg ein

Erst Glandien, dann Capucci und letztendlich wurde es Irene Martens. Michaela Michl musste einiges mitmachen, bevor ihre Gegnerin dann auch wirklich feststand. Von Beginn an zeigte Irene Martens, dass sie nicht zum Verlieren von Bologna nach Bad Blankenburg gereist war. In Runde eins war Martens die aktivere Kämpferin und dürfte diese wohl auch für sich verbucht haben. Ab Runde zwei drehte Michl das Blatt. Die Erfurterin war aufgewacht, traute sich mehr und konnte somit Martens immer mehr unter Druck setzen. Diese versuchte zwar, das Beste aus sich herauszuholen, konnte aber dabei Michl in den Augen der Punktrichter nicht mehr entsprechend gefährlich werden. Die Unparteiischen erklärten die Erfurterin zur einstimmigen Siegerin nach Punkten.

Auch wenn man vielleicht "nur" neun Kämpfe hatte, gepaart mit dem extravaganten Showprogramm war die zweite Auflage der Invictus Fight Night ein voller Erfolg und man darf sicher sein, das sich John Kallenbach und sein Team im Jahr 2016 mit einer weiteren Ausgabe zurückmelden werden.

Die Ergebnisse im Überblick:

Invictus Fight Night II
19. September 2015
Stadthalle, Bad Blankenburg

WKU-Weltmeisterschaft / K-1
John Kallenbach bes. Manuel Sembera durch K.o. in Runde 4

WKU-Europameisterschaft / K-1
Daniel Zeuner bes. Jihed Hamami durch K.o. in Runde 3

K-1
Aristo Luis bes. Massimo de Lorenzo geteilt nach Punkten
Leo Bönninger vs. Leo Zulic endete als No Contest
Andre Bruhl bes. Michi Theilig durch K.o. in Runde 2
Michaela Michl bes. Irene Martens einstimmig nach Punkten
Markus Zeisung bes. Jozef Zeman geteilt nach Punkten
Christopher Scherneck vs. Claudio de Lorenzo endete unentschieden
Steven Amthor bes. Max Rottstädt einstimmig nach Punkten