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John Kallenbach: ISKA WM-Titel am grünen Tisch

John Kallenbach - neuer Weltmeister der ISKA. (Foto: Maik Fleischhauer)

Als Kämpfer steigt man in den Ring, um zu gewinnen. Durch Punkte, T.K.o. oder dem klassischen Knockout. Einen Sieg aber letztendlich am grünen Tisch nach Einspruch zu bekommen, ist selten, kommt aber mitunter vor.

Geschehen ist dies im Fall von John "The Hazard" Kallenbach. Dieser machte sich vor wenigen Wochen auf nach Marseilles, um dort gegen Walid Haddad um den vakanten WM-Titel der ISKA (International Sport & Kickboxing Association) in den Ring zu steigen. Allerdings sollte der Kampf einen Verlauf nehmen, mit dem im Vorfeld wohl keiner gerechnet hatte.

Kallenbach fand sehr gut in den Kampf und konnte von Beginn an seine Reichweitenvorteile mit Kick- und Boxkombinationen super einsetzen. So dauerte es auch nicht lange und Haddad fand sich nach einem harten Körpertreffer am Boden wieder. Der Ringrichter zählte den Franzosen zwar an, dies aber doch deutlich langsamer als es normal der Fall ist. Bei zehn war Haddad jedenfalls noch nicht kampfbereit. Haddad stand zwar wieder, musste aber weiter schwere Treffer kassieren. Dann die Überraschung, denn bereits nach zwei Minuten wurde die Auftaktrunde abgeläutet. Üblich wären hier drei Minuten gewesen, da ein Profi-WM-Kampf nach Regularien der ISKA auf 5x3 Minuten angesetzt ist.

John Kallenbach verlor den Kampf nach Ablauf der fünf Runden nach Punkten und machte danach von seinem Recht Gebrauch, Einspruch gegen genau das, was in der ersten Runde passiert war, einzulegen. ISKA-Deutschland-Präsident Davut Sidal, ISKA-Frankreich-Präsident Alain Kermorvan, ISKA-Europapräsident Paul Hennessy und ISKA-Weltpräsident Cory Schafer zeigten sich mit diesem Urteil nicht einverstanden und dem Einspruch von Kallenbach wurde jetzt nach der Sichtung eines weiteren Bildmaterials stattgegeben.

"Es kann nicht sein, dass ein solcher Kampf so entschieden wird", so Davut Sidal gegenüber GNP1.de. "Das kann nicht im Sinne des Sports sein."

John Kallenbach sagte zu der Entscheidung: "Man hat uns zwar den Moment an diesem Abend genommen, aber ich freue mich natürlich sehr, dass die Entscheidung revidiert wurde und möchte mich bei der ISKA für das sportlich faire Verhalten bedanken.“