Thai/Kickboxen

James Philips: Ich freue mich, wieder in den Ring zu steigen

James Phillips greift wieder an. (Foto: Michael Omori Kirchner/www.omori.de)

Es ist vielleicht das Comeback des Jahres im Kickboxen. Der ehemalige IKBF-Europameister und K-1-Veteran James Phillips wird am 26. April auf der 2. Rhein-Neckar Fight Night in Ludwigshafen sein Comeback im Ring geben, und das nach über zwei Jahren Pause. Grund genug für uns, sich mit dem Mannheimer zum Interview zu treffen.

Groundandpound.de: James, am 26. April wirst du auf der zweiten Rhein Neckar Fight Night in Ludwigshafen dein Comeback geben. Wie laufen die Vorbereitungen?
Sehr gut. Ich trainiere sechsmal die Woche bei mir im Team Phillips Fight&Fitness in Edingen-Neckarhausen und bei den Thai Bombs in Mannheim. Ich fühle mich einfach gut und freue mich, wieder in den Ring zu steigen und die Leute mit meinem Kampfstil zu begeistern.

James Philips: Dein Gegner im Kampf um die IKBO-Weltmeisterschaft wird Almedin Hasanagic sein. Was weißt du über ihn?
Ich weiß nur, dass er ein sehr guter Kämpfer ist, ein sehr sehr guter Kämpfer... das war's schon. (lacht)

Du wirst jetzt für dein eigenes Team (Team Phillips) in den Ring steigen. Wer wird dich im Hinblick auf den WM-Kampf betreuen?
Ich trainiere jetzt schon lange bei den Thai Bombs in Mannheim, da wird natürlich Michael Damboer bei mir als Coach in der Ecke stehen. Außerdem Leute von meinem Team, die mich ebenfalls betreuen werden.
James Phillips hängt sich rein. (Foto: Michael Omori Kirchner/www.omori.de)

Was glaubst du, auf welchen Kampf wirst du dich einstellen müssen?
Es wird kein leichter Kampf, aber darüber bin ich auch froh, sonst wär's zu langweilig. Ich will den Leuten was bieten und das wird – denke ich – ein Hammer-Kampf werden.

Denkst du, dass der Kampf über die vollen fünf Runden gehen wird?
Ich glaube nicht. (lacht)

Betreibst du vor dem Kampf eine Videostudie deines Gegners oder verlässt du dich da ganz auf deine Erfahrung bzw. die taktische Marschrichtung deiner Ecke?
Na ja, meistens findet man ja nicht so viele Videos, aber eine Video-Analyse ist schon wichtig. Man sieht dann, welche Stärken und Schwächen der Gegner hat und kann sich darauf einstellen. Von meinem Gegner habe ich schon ein paar Kämpfe angeschaut und werde noch weitere anschauen und versuchen, die zu analysieren.

Der Kampf findet ja quasi vor deiner Haustür statt. Bedeutet das mehr Druck für dich oder empfindest du es mehr als Motivation?
Druck hab ich keinen, hab ja nichts zu verlieren. Ich kann eigentlich nur gewinnen und vor heimischem Publikum zu kämpfen, ist immer eine große Motivation. Ich freue mich einfach, wieder im Ring zu stehen.

Machen wir es kurz. James Phillips wird neuer IKBO-Weltmeister, weil… ?
...ich mir keinen Besseren vorstellen kann.
Den WM-Titel fest im Visier. (Foto: Michael Omori Kirchner/www.omori.de)

Wie eingangs erwähnt, wird es dein Comeback sein. Was hat dich zu diesem Schritt bewogen?
Ich hatte einfach Lust, wieder in den Ring zu steigen und diesmal im Halbschwergewicht. Ich wollte einfach mal schauen, was ich da reißen kann. Im Schwergewicht war ich ja meistens zu leicht – mit dem Gewicht, das ich jetzt habe, habe ich früher im Schwergewicht gekämpft. Und jetzt will ich einfach mal schauen, was im Halbschwergewicht geht. Ich freue mich drauf.

Wird es sich dabei um eine einmalige Sache handeln oder steckt da mehr dahinter?
Nee, eine einmalige Sache wird's nicht sein. Ich werde noch einige Kämpfe machen für mich und für mein Team. Solange ich Spaß habe, werde ich kämpfen. Wenn ich irgendwann keine Lust oder keinen Spaß mehr hätte, würde ich natürlich aufhören. Aber daran denke ich nicht.

Was waren eigentlich die ausschlaggebenden Gründe, weshalb du dich Ende 2011 vom aktiven Sport zurückgezogen hast?
Damals habe ich einfach eine Pause gebraucht, die Familie hat mich gebraucht und ich habe zwei kleine Kinder. Mein Team habe ich neu gegründet, da habe ich auch Zeit investiert. Aber die Familie steht halt an erster Stelle.
James Phillips trainiert 6x die Woche. (Foto: Michael Omori Kirchner/www.omori.de)

Hattest du bei deinem letzten Kampf 2011 schon gespürt, dass das Feuer in dir nicht mehr so brennt?
Nein, ich würde nicht sagen, dass das Feuer erloschen war, das hat noch voll gebrannt. Ich habe einfach nur eine Pause gebraucht. Der Knock-out im Kampf gegen Stojka war ja ein Glückstreffer. Ich bin zurückgegangen und habe die Deckung dabei fallen gelassen. So kam er halt durch. Das passiert.

In der Vergangenheit bist du oft im Schwergewicht angetreten. Ist das eine Gewichtsklasse, in die du auch wieder zurückkehren möchtest?
Ja, ich werde jetzt mal ein paar Kämpfe im Halbschwergewicht bestreiten und dann werden wir mal sehen, welche Herausforderungen auf mich warten. Vielleicht komme ich auch wieder zurück ins Schwergewicht. Das kann ich jetzt noch nicht sagen.

Jetzt bist du ja auch Vater zweier Mädels. Kämpft man da anders, weil man weiß, dass man mehr Verantwortung zu tragen hat?
Nee, würde ich nicht sagen. Man gewinnt oder verliert. Passieren kann da eigentlich nichts und ich bin ja sowieso eher ein Gewinnertyp. (lacht)

Wissen deine Kids, was du da machst und was sagen sie, wenn der Papa mit einem Veilchen mal nach Hause kommt?
(lacht) Die Kinder wissen Bescheid darüber, dass ich Trainer und Kämpfer bin. Außerdem trainieren die zwei ja selber bei mir im Team Phillips Kids. Das macht auch großen Spaß. Und ich habe den Vorteil, dass man ein Veilchen bei mir gar nicht richtig sieht aufgrund meiner Hautfarbe. Da fällt das gar nicht so auf. (lacht)
Ein Blick sagt mehr als tausend Worte. (Foto: Michael Omori Kirchner/www.omori.de)

Egal wie der Kampf in Ludwigshafen ausgehen wird, lass uns mal einen Blick in die berühmte Kristallkugel werfen. Welche Ziele verfolgst du mittel- bzw. langfristig?
Na, ich werde auf jeden Fall noch viele spannende und gute Kämpfe zeigen und werde auch noch einige WM-Gürtel holen.

Sprich, es wird auch ein Comeback in Mannheim geben?
Ganz genau.

Du bist Vater zweier Kinder und hast inzwischen – respektvoll gesagt – auch schon ein gewisses Alter erreicht, trotzdem muss ich fragen: "German Wunderkind", wie bist du eigentlich zu diesem Spitznamen gekommen?
Das wüsste ich auch gerne. Irgendeiner hat den Namen mal erwähnt und dann machte das halt die Runde. Aus dem Kind ist aber ein Mann geworden, deswegen gehört der Name eigentlich in die Vergangenheit statt in meine Zukunft.

Du hast inzwischen dein eigenes Team, "Team Phillips". Wenn sich jetzt Leute aus Mannheim oder der näheren Umgebung für Kampfsport interessieren, wohin können die sich wenden und was bietest du alles an?
Ich biete K-1, Muay Thai und Boxen an. Egal was für ein Alter, egal ob Mann, Frau, alles bunt gemischt. Wer Interesse hat, kann sich melden über meine neue Homepage, entweder www.james-phillips.de oder www.team-phillips.de. Unter der Rubrik „Kontakt“ gibt es eine E-Mail-Adresse über die man mit uns Kontakt aufnehmen kann. Wir befinden uns in Edingen-Neckarhausen, was genau zwischen Mannheim und Heidelberg liegt.
Auch die Kids kommen bei Phillips nicht zu kurz. (Foto: Michael Omori Kirchner/www.omori.de)

Zum Abschluss des Interviews hast du jetzt noch die Möglichkeit, ein paar Worte an die Leser und deine Fans zu richten.
Hallo erstmal, hiermit melde ich mich offiziell zurück im Ring. Die mich vermisst haben, werden mit spannenden Kämpfen belohnt; die, die mich noch nicht kennen, werden mich kennenlernen. Ich bedanke mich bei allen Lesern dieses Interviews, bei allen Fans. Vielen Dank für eure Unterstützung!

James, ich danke dir für das Gespräch und wünsche dir viel Erfolg für dein Comeback.
Ich danke dir und ich freue mich auf die 2. Rhein-Neckar Fight Night in Ludwigshafen.