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It's Fight Time III: Solaja und Tok siegreich

It's Fight Time ging am gestrigen Abend in seine dritte Runde. Die Zuschauer in der Eissporthalle bekamen spannende Kämpfe und knackige Knockouts geboten - da kam jeder auf seine Kosten.

Bereits im Vorfeld hatten Vladimir Tok und Sergio Pique durch Videobotschaften deutlich gemacht, was die Zuschauer in der Halle erwarten dürfen und das Spielchen sollte sich auch bei der Waage fortsetzen. Im Kampf selbst war Tok von Beginn an hellwach, stand in einer sehr guten Deckung und konnte Pique immer wieder mit schweren Fäusten und Lowkicks erwischen. Tok war an diesem Abend der aktivere Mann im Ring, der immer wieder seine Treffer landen konnte und Pique mit seinem kompakten Kampfstil überhaupt nicht richtig in den Kampf kommen ließ. Der Holländer musste an diesem Abend neidlos feststellen, dass Tok der klar bessere Mann im Ring war und auch verdient durch die Wertungen der Punktrichter zum Sieger erklärt wurde.

Solaja siegt im Supercup

Die Auslosung vom Tag davor ergab das erste Halbfinale zwischen "Pitbull" Leo Bönniger und Ali Cakir. Beide Kämpfer wollten unbedingt in das Finale einziehen und deshalb ging es von Beginn an sehr offensiv zur Sache. Mit zunehmender Kampfdauer konnte man optisch den Eindruck gewinnen, das Cakir die etwas besseren Treffer landen konnte. So gut und spannend, wie der Kampf in den Augen der Zuschauer auch sein mochte, so frustrierend war dann der Ausgang. In Runde drei wurde Bönniger durch einen Kick von Cakir angezählt. Dieser Kick war aber verdächtig nahe am Kniegelenk des Regensburgers. Was zum einen eine verbotene Aktion darstellt, zum anderen aber in dieser Situation auch schwer zu sehen war. Bei acht war Bönniger leider noch nicht kampfbereit, weshalb das Duell an dieser Stelle beendet werden musste und Cakir als erster Teilnehmer am Finale feststand.

Im zweiten Halbfinale machten Danijel Solaja und Levgenii Shevchenko den letzten Finalteilnehmer unter sich aus. Solaja zeigte sich von Beginn an hellwach, spritzig und mit seinen schnellen Aktionen setzte er den Ukrainer sofort unter Druck. Dieser war zwar hart im nehmen, brauchte aber viel zu lange um seinerseits Aktionen zu bringen und so konnte Solaja seinen Punktevorsprung kontinuierlich ausbauen. Lediglich in der dritten und letzten Runde kam Shevchenko besser in das Duell, doch das war den Punktrichtern viel zu wenig. Diese werteten einstimmig für Danijel Solaja.

Das Finale zwischen Ali Cakir und Danijel Solaja war dann auch gleich eine Neuauflage aus dem letzten Jahr. Dort musste sich der "Fresh Prince" aus Oberhausen mit einer für ihn schwachen Leistung gegen Cakir geschlagen geben. Da spürte man gleich zu Beginn das Solaja hier etwas gerade rücken möchte und ging sehr durckvoll zur Sache. Doch auch Cakir ließ mit seinen Aktionen nicht sehr lange auf sich warten. Es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch der beiden Kämpfer die noch einmal alles in die Waagschale warfen. Dann passierte dasselbe Szenario wie auch schon im Halbfinale zwischen Bönniger und Cakir. Dieser erwischte Solaja mit einem Kick auf/am Kniegelenk, was auch dem Ringrichter nicht unentdeckt blieb und welcher Cakir vehement ermahnte. Trotzdem war es in den folgenden Minuten ein kleines Handicap für den Schützling von Kamal El Amrani. Dieser zeigte ein großes Kämpferherz und ließ Cakir nicht einfach gewähren. Die Punktrichter hatten das letzte Wort und die waren sich nach drei Runden nicht einig, weshalb es noch eine Runde als Verlängerung gab. Bärenstark, was für eine Leistung beide Kämpfer hier noch abrufen konnten. Auch in der Extra-Runde waren die Punktrichter nicht um ihren Job zu beneiden. Diese werteten knapp mit 2-1 für "Fresh Prince" Danijel Solaja, welcher nach der Pokalübergabe feuchte Augen hatte.

Braun & Allouss überzeugen, Aliu & Bruhl mit Mühe

Auch bei den restlichen Kämpfen des Hauptprogrammes wurde den Zuschauern so einiges geboten. Im Duell zwischen Sergej Braun und Alex Schmitt standen zwei sehr beliebte wie auch hochklassige Kämpfer im Ring. Nach einer vielversprechenden ersten Runde, schockte Braun die Zuschauer in Durchgang zwei. Mit einem sauberen Drehkick zum Kopf von Alex Schmitt schickte er diesen in das Land der Träume und beendete nach 1:12 Minuten dieses Duell. Damit hätte man wohl so nicht gerechnet.

Ebenfalls spektakulär ging es zwischen Karim Allouss und Mohammed Lazrak zur Sache. Nachdem Lazrak zu Beginn seine Vorteile in der Reichweite noch ausspielen konnte, stellte sich Allouss sehr schnell auf seinen Gegner ein und fällte diesen mit einer krachenden Rechten zum Ende der Auftaktrunde. Starke Leistung des Bochumers den man jetzt hoffentlich wieder öfters im Ring sehen wird.

Mehr Mühe als erwartet hatten Beraut Aliu und Andrej Bruhl in ihren Kämpfen. Aliu konnte zwar sein Duell gegen Ramon Kübler aus Überlingen für sich entscheiden, musste dafür aber wirklich alles aus sich herausholen da sich Kübler als unangenehmer wie auch physisch starker Kämpfer zeigte. Bruhl hingegen bekam es mit Lokalmatador Rafik Habiat zu tun und das Bruhl nicht gut mit Rechtsauslegern kann, sah man gleich zu Beginn. Doch je länger der Kampf dauerte, desto besser hatte sich Bruhl darauf eingestellt und bekam deshalb von den Punktrichtern den Sieg zu gesprochen.

Gewicht machen hieß es für Chihad Akipa und Rudsel Zinhagel. Der Kölner Akipa zeigte sich dabei sehr gut aufgestellt und bot mit seinem beweglichen Oberkörper und seinem variablen Kampfstil für Zinhagel ein nur schwer zu treffendes Ziel. Zwar hatte auch der Holländer seine Momente, bei denen er seine Qualitäten zeigen konnte, den Punktrichter reichte dies aber an diesem Abend nicht.

Kurz vor dem Hauptkampf der Veranstaltung gab es ein kleines Interview mit Kunlun- und KoK-Champion Artur Kyshenko im Ring und dieser richtete sogleich auch deutliche Worte an Glory-Champion Nieky Holzken. Den hätte der Ukrainer nur zu gerne im Ring und das rief Promoter Dimitrios Kassapidis auf den Plan. Dieser möchte mit It's Fight Time im kommenden Jahr nach Frankfurt gehen und gab zu Protokoll, dass er nur zu gerne die Verhandlungen mit Sjef Weber, dem Trainer von Holzken, aufnehmen wird und wenn sich noch der eine oder andere Sponsor findet, dann sollte sich dieser Kracher doch auch realisieren lassen.

 

GNP1 Fight Night Awards

Kampf des Abends: Danijel Solaja vs. Ali CakirK.o. des Abends: Sergej Braun vs. Alex Schmitt

Die Ergebnisse im Überblick:

It's Fight Time III
17. September 2016
Eissporthalle, Darmstadt


It's Fight Time Titelkampf - Superschwergewicht
Vladimir Tok bes. Sergio Pique durch einstimmige Punktentscheidung

It's Fight Time Supercup - Halbfinals
Ali Cakir bes. Leo Bönniger durch T.k.o. in Rd. 3
Danijel Solaja bes. Levgenii Shevchenko durch einstimmige Punktentscheidung

It's Fight Time Supercup - Finale
Danijel Solaja bes. Ali Cakir durch geteilte Punktentscheidung nach einer Extra-Runde

K-1
Andrej Bruhl bes. Rafik Habiat durch einstimmige Punktentscheidung
Chihad Akipa bes. Rudsel Zinhagel durch einstimmige Punktentscheidung
Sergej Braun bes. Alex Schmitt durch K.o. nach 1:12 in Rd. 2
Berat Aliu bes. Ramon Kübler durch einstimmige Punktentscheidung
Mesud Selimovic bes. Zoran Zolaja durch einstimmige Punktentscheidung
Kevin Botz bes. Mohammed Kabiri durch einstimmige Punktentscheidung
Karim Allouss bes. Mohammed Lazrak durch K.o. nach 2:30 in Rd. 1
Bledion Pireva bes. Panya Mee Sue durch einstimmige Punktentscheidung
Kenny Wolly bes. Prince Yaser Samadi durch geteilte Punktentscheidung
Murat Tüysüz bes. Russlan Sambetov durch T.k.o. in Rd.  3
Chekib Khezami bes. Herai Amini durch geteilte Punktentscheidung
Ywas Amare bes. Amine Nukrache durch einstimmige Punktentscheidung
Burak Barlas bes. Bestar Thaqi durch einstimmige Punktentscheidung
Labinot Povataij bes. Hani Boghos durch einstimmige Punktentscheidung
Ahmed Karoui bes. Marc Scherf durch einstimmige Punktentscheidung
Jakub Rzasa bes. David Neuser durch K.o. in Rd. 1

BDB-Deutsche Meisterschaft / Leichtgewicht
Attila Kayabasi bes. Ahmed Cicek durch einstimmige Punktentscheidung

Profi-Boxen
Aliskhan Yunosov vs. Vedat Saritag endete unentschieden