Thai/Kickboxen

„In einem Tournament ist alles möglich“

"The Battle Cyborg" Vladimir Toktasynov (Foto: Vladimir Toktasynov)

Vladimir Toktasynov aus Duisburg ist einer der Teilnehmer am Schwergewichts-Tournament auf der Merseburger Fight Night am 8. September. Bescheiden, aber dennoch fokusiert auf den Event gab der "Battle Cyborg" im Interview mit GnP Auskunft darüber, wie er seine Chancen sieht und welche Pläne er nach dem Trainer-Wechsel noch hat.

Vladimir, am 8. September steigst du bei der Merseburger Fight Night im Schwergewichts-Tournament in den Ring. Wie laufen die Vorbereitungen?
Die Vorbereitungen laufen nach Plan. Ich trainiere zweimal am Tag hart dafür mit meinem Trainer Mikki ben Azzouz.

Dein Gegner im Viertelfinale wird Uguz Övgür vom Golden Glory aus Berlin sein. Was weist du über deinen Gegner?
Ich weiß nicht viel über ihn, was mich aber auch nicht sehr interessiert. Das Einzige, was ich weiß, ist, dass er ein kantiger Gegner ist. Den Rest werden wir im Ring sehen.
Vladimir Toktasynov beim SuperKombat Event (Foto: Superbomabt.com)

Welchen Kampf erwartest du – einen Sieg von dir natürlich eingeschlossen?
Ich trainiere wie gesagt sehr hart für das Tournament und bin auch zuversichtlich, diesen Kampf zu gewinnen.

Gehen wir mal davon aus, das du diesen Kampf gewinnen wirst, dann wartet ja im Halbfinale der Sieger aus Danyo Ilunga vs. Wendell Roche. Schon mal damit geliebäugelt?
Ich konzentriere mich auf den bevorstehenden Kampf gegen Uguz Övgür  und mache mir dann anschließend erst Gedanken über meinen nächsten Gegner.

Das Tournament ist mit Slavo Polugic, Utley Meriana, Wendell Roche und Danyo Ilunga schon sehr stark besetzt. Welche realistischen Chancen rechnest du dir aus?
Es ist ein Tournament in dem alles möglich ist. Meiner Meinung nach und auch nach der von meinem Trainer, stehen meine Chancen gut.
Vladimir Toktasynov & sein neuer Trainer Mikke BenAzzouz (Foto: Vladimir Toktasynov)

In einem Tournament kommt es ja auch darauf an, mit so wenigen Blessuren wie möglich bis ins Finale zu kommen. Worin besteht für dich der Reiz?
Ich werde versuchen so wenig Verletzungen wie möglich mitzunehmen. Allerdings werde ich mit vollem Einsatz kämpfen.

Momentan ist im Schwergewicht in Deutschland Danyo Ilunga der Mann des gilt zu schlagen. Wo siehst du dich derzeit?
Keine Frage, Danyo Ilunga ist ein sehr starker Kämpfer. Aber im Schwergewicht stehen für jeden Kämpfer die Chancen offen. Sollten wir im Halbfinale aufeinander treffen, dann wird das ein sehr interessanter Kampf werden.

Jetzt mal Butter bei die Fische. Wie sieht deine Top-5 Rangliste der Schwergewichte in Deutschland aus?
Danyo Ilunga, Vladimir Toktasynov, Nico Falin, Patrick Liedert und Daniel Török.

Die Merseburger Fight Night ist die eine Sache und das Jahr 2012 noch lang. Was werden wir vom „Battle Cyborg“ darüber hinaus noch erwarten können?
Nach der Merseburger Fight Night geht es erst einmal wieder nach Rußland, zum Finale des Tatneft Cup. Dort werde ich gegen Tesoten Rogava aus der Ukraine um den WM-Titel kämpfen. Danach werden wir sehen was noch auf mich zukommen wird.
Vladimir Toktasynov kurz vor einem Kampf. (Foto: Vladimir Toktasynov)

Überhaupt, dein Spitzname „Battle Cyborg“ klingt schon sehr hart. Wie kam es dazu?
Als ich mit dem Thaiboxen angefangen habe, war Jerome LeBanner mein Vorbild und somit bekam ich diesen Spitznamen verpasst.

Es gibt aber auch die Schattenseite. Ismael Londt hatte dir in diesem Jahr eine richtig herbe Niederlage verpasst. Was lief da schief und kam der Kampf nicht doch etwas zu früh für dich?
Das war wirklich eine bitter Niederlage gegen Ismael Londt für mich. In diesem Kampf war ich einfach nicht ich selbst. Aber verloren ist verloren und da gibt es keine Ausreden. Aber ich habe die Niederlage gut verkraftet und bin danach mit zwei KO-Siegen gegen Orhan Karaoglu und Denis Liebau wieder zurück gekommen.

Gerade nach diesem Kampf wurden einige kritische Stimmen laut. Beschäftigt dich so etwas?
Nicht wirklich. Ich schaue nach vorne und nicht nach hinten. Eine Niederlage macht einen Kämpfer nur noch stärker und ist ein Grund dafür, noch härter zu trainieren um besser zu werden.

Seit einige Zeit startest du für das Siam Gym von Mikke Benazzouz. Warum der Wechsel?
Der Wechsel kam aus dem Grund, weil ich in Holland besser gefördert werde und mit Errol Zimmerman, Fikri Amezian und Dennis Stolzenbach die besten Sparrings-Partner habe.
Toktasynov mit K-1 Legende Peter Aerts (Foto: Vladimir Toktasynov)

Jetzt hast du ja damit auch Einblick in das Training in Holland. Was macht man dort anders oder besser als bei uns? Oder lässt sich das pauschal nicht sagen?
Das Training ist schon anders. Es ist härter, professioneller und anspruchsvoller. Kurz gesagt, das Training in Holland hat ein höheres Niveau als in Deutschland und das weis auch jeder.

Nach dem Auf und Ab, kann man da schon sagen das man in Merseburg einen neuen Vladimir Toktasynov sehen wird, oder ist das noch zu früh für so eine Aussage?
Auf jeden Fall. Ich habe meinen Kampfstil definitiv geändert. Durch das Training mit meinem neuen Trainer und meinem neuen Team bin ich stärker geworden. Ich werde am 08. September auf der Merseburger Fight Night eine gute Leistung bringen.

Lass uns mal einen Blick in die Zukunft werfen. Wo sieht sich Vladimir Toktasynov in 5 bzw. 10 Jahren?
Ich bin ja für das Schwergewicht noch ein junger Kämpfer. Daher sehe ich mich in den nächsten Jahren als ein erfolgreicher Kämpfer.

Gibt es von dir noch etwas, von dem wir sagen würden „Mensch, das hätten wir nicht von dir gedacht?“.
Eigentlich möchte ich es nicht so gerne verraten, aber ich schaue gerne die Schlümpfe (lacht)
Toktasynov im Kampf gegen Tomasz Sarara (Foto: Vladimir Toktasynov)

Du hast zum Abschluß noch die Möglichkeit ein paar Worte an die Leser und deine Fans zu richten. Du kannst aber auch eine Ansage an die anderen Teilnehmer im Tournament richten.
Ein Dank geht auf jeden Fall an meine Fans die immer zu mir gehalten haben. Ebenso wie an meine Familie und meinen Trainer Mikki benAzzouz sowie meinem Boxtrainer Youssef Ramadan.

Vladi, ich danke dir für das Interview und wünsche dir viel Erfolg für die Merseburger Fight Night.
Ich habe zu danken Tobi. Oussss!