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„In der 2. Runde schlage ich ihn K.o.“

Omar Amrani - Tempel Fightschool (Foto: Tempel Fightschool)

Er ist zurückhaltend, aber äußerst freundlich. Vier Deutsche Meistertitel hat er sich bereits geschnappt. Am 1. September steht für Omar Amrani von der Tempel Fightschool auf der Mix Fight Gala XIII ein weiterer schwerer Kampf an. Gegen IKBF-Weltmeister Tyrone Priest West sieht man ihn wieder als Außenseiter. Aber ist er das wirklich? In der Vergangenheit hat er seine Kritiker immer wieder Lügen gestraft. Eine Tatsache, die er natürlich vor seinen Fans gerne wieder unter Beweis stellen möchte.

Omar, am 1. September wirst du auf der Mix Fight Gala XIII in Frankfurt einen der Top-Fights bestreiten. Verspürst du schon du schon einen gewissen Druck?
Ja was heißt Druck? Ich trainiere momentan sehr hart und bereite mich intensiv auf diesen Kampf vor. Es ist aber letztendlich wie jeder andere Kampf auch, auf den ich mich 100% vorbereite.

Es geht gegen Tyrone Priest West in einem K-1 Superfight über drei Runden. Einer deiner schwierigsten Kämpfe bisher ?
Es wird auf jeden Fall ein sehr harter Kampf von mir gegen Priest West werden, denn er ist ein starker und sehr erfahrener Fighter. Ich habe auch in der Vergangenheit gegen starke Leute gekämpft, wo andere meinten, dass der Kampf zu früh für mich kommt oder der Gegner zu stark sei und ich mir mehr Zeit lassen sollte. Aber das hat mich nicht interessiert, was andere gesagt haben und ich habe einfach mein Ding gemacht.
Omar Amrani im Training (Foto: Tobias Gerold/GroundandPound.de)
Wie genau läuft deine Vorbereitung im Hinblick auf diesen Kampf?
Wie bereits gesagt, trainiere ich derzeit sehr hart. Ich mache viel Konditions- und Krafttraining und versuche mit dem Gewicht langsam hoch zu gehen. Für mich wird es der vierte Kampf in diesem Limit sein, womit ich in dieser Gewichtsklasse ja noch eher am Anfang stehe.

Auf was für einen Kampf stellst du dich ein?
Ich gehe sehr stark davon aus, dass der Kampf nicht über die Distanz gehen wird und es zu einem Knockout kommt. Wer dabei wen K.o. schlägt, das muss ich wohl nicht erst sagen. (lacht)

Priest ist ja um einige Jahre älter und hat auch dementsprechend mehr Erfahrung. Eigentlich ein Vorteil für ihn. Wie siehst du das?
Er gehört zu den erfahrensten Leuten und ich sehe ihn als starken und kompakten Kämpfer. Er ist ein Allrounder, der sehr gut kicken wie auch boxen kann. Ich stelle mich darauf ein, dass es hier mehr über die Härte gehen wird.

Von welchem Ergebnis gehst du aus – einen Sieg für dich natürlich fest eingeplant.
Ein Sieg habe für mich auf alle Fälle fest eingeplant und in der 2. Runde werde ich durch Knockout siegen.

Er war ja auch in der Vergangenheit hin und wieder bei euch in der Tempel Fightschool zum Sparring. Seit ihr dabei auch schon zusammen im Ring gestanden und wenn ja, wie war es?
Wir haben in der Vergangenheit schon zusammen trainiert und auch Sparring gemacht. Vom Menschlichen her ist er ein super Typ und ich verstehe mich wirklich sehr gut mit ihm. Aber wenn man im Ring steht, dann ist es ein Kampf und da hört die Freundschaft auf, weil jeder gewinnen möchte. Aber nach dem Kampf ist alles wieder cool.
Omar Amrani vs. Faldir Chahbari (Foto: Marco Baumann)
In vergangenen Kämpfen von dir bist du öfters der Außenseiter gewesen. Stört dich diese Rolle?
Nein, überhaupt nicht. Leute, mit denen ich nicht so viel zu tun habe, das sind genau die Personen, die glauben, dass ich nach Punkten oder K.o. verlieren werde. Aber ich habe ihnen immer wieder das Gegenteil bewiesen.

Vier Deutsche Meistertitel hast du bisher gesammelt. Gehen wir mal von einem Sieg am 01.09. aus, wann kommt ein Kampf um die Europa- oder Weltmeisterschaft?
Ich hoffe auch, dass es mit einem Sieg am 1. September endlich zu einem EM- oder WM Kampf kommen wird. Ich werde mich erstmals auf einen EM-Kampf einstellen. Jeder, der in der 80kg-Klasse seinen Titel verteidigen muss oder gegen mich antreten möchte – ich werde bereit dafür sein.

Sind Titel heute noch so wertvoll wie vor zehn Jahren, weil einfach die Zahl der Verbände drastisch angestiegen ist?
Es gibt in meinen Augen schon noch Verbände, für die man unbedingt kämpfen sollte. Diese Verbände waren vor zehn Jahren sehr angesehen und sind es auch heute noch. Ich würde nicht für jeden Verband einen Titelkampf bestreiten wollen. Es gibt bestimmte Verbände, für die ich, wie eingangs gesagt, sehr gerne kämpfen würde.

Vielleicht sogar bei Glory, wenn man dir ein Angebot machen sollte ?
Glory wäre perfekt. Das wäre ein richtiger Knaller. Wenn man mir da tatsächlich ein Angebot machen sollte, dann würde ich das natürlich mit offenen Armen annehmen. Ich glaube, das versteht sich ja von selbst.
Omar Amrani beim tapen durch Coach Sefer Göktepe (Foto: Tempel Fightschool)
Gegen Priest steigst du in der Klasse bis 80kg in den Ring. Ist das ein Limit, in dem du in Zukunft planst zu kämpfen?
Es ist auf jeden Fall die Gewichtsklasse, in der ich erst einmal bleiben und auch kämpfen werde. In der Vergangenheit habe ich immer zwischen 72-75kg gekämpft, das war schon recht hart und das reicht jetzt auch. Zumal ich ja auch dort, wie du weißt, gegen sehr starke Leute gekämpft habe. Ich möchte mich jetzt in der 80kg-Klasse testen, und bisher hat es ja auch gut funktioniert und das wird es auch in Zukunft.

Was hat es dir in der Vergangenheit so schwer gemacht, auf ein Gewicht wie z.B. 75kg zu kommen?
Ich esse gerne (lacht). Nein im Ernst. Ich bin meist von 78kg auf 72kg runter gegangen. Es hat zwar meistens sehr gut geklappt, aber ich wollte mir das Gewicht machen einfach nicht mehr antun, da es zum Schluss schon sehr hart war. Außerdem wollte ich auch mal etwas Neues ausprobieren.

Auf der letzten Mix Fight Gala XII hast du gegen Faldir Chahbari einen sehr starken Kampf gemacht, aber nach Punkten verloren. Was nimmt man als Fighter aus so einem Kampf mit?
Es war auf jeden Fall eine sehr große Erfahrung, noch einmal gegen Faldir gekämpft zu haben. Ich habe daraus gelernt, auch wenn ich in der dritten Runde keine Kraft mehr habe, einfach die Zähne zusammen beißen muss und wirklich bis zum Schluss zu fighten.

Gerade gegen Chahbari bedeutete der erste Kampf im November 2010 in Sindelfingen einen Tiefpunkt deiner Karriere. War das damals auch ein Moment, in dem du daran gedacht hast, mit dem Kampfsport aufzuhören?
Das stand eigentlich nie zur Debatte. Meine Werte im Vorfeld waren sehr gut. Aber ich verspürte einen großen Druck. Es war ja mein erstes 8-Mann-Tournament und dann hab ich auch gleich noch mit Faldir Chahbari den stärksten Mann im Feld bekommen. Ich konnte damals mit dem Druck, der von außen an mich herangetragen wurde, noch nicht richtig umgehen und war deshalb nicht in der Lage, meine gewohnte Leistung abzurufen.
Omar Amrani vs. Faldir Chahbari (Foto: Marco Baumann)
Die Mix Fight Gala zählt zu den größten Veranstaltungen in Deutschland. Wie sehr freut man sich da als Kämpfer, quasi vor der Haustür und den eigenen Fans zu kämpfen?
Das ist eine gute Frage. Das Tempel-Team, meine Trainingskollegen Tevfik Sucu und Muhammed Gür, wir sind sozusagen mit der Mix Fight Gala groß geworden. Wir haben dort fast von Anfang an gekämpft. Angefangen als wir noch No-Names waren bis hin zu den Kämpfen mit Weltstars. Es ist einfach unser Event, bei dem ein Sieg von uns einfach ein Muss ist. Aber in Worten lässt sich das Ganze nur sehr schwer beschreiben.

Die Entwicklung, die diese Serie hingelegt hat, ist schon enorm. Was macht den Erfolg der Mix Fight Gala aus?
Wir haben ein Top-Fighter auf der Card. Der Ablauf der Show ist top. Die Paarungen auf der Card sind erstklassig und versprechen spannende Kämpfe für die Zuschauer. Wir haben ein super Team, was dahinter steht und ohne die es nicht möglich wäre, einen solchen Event zu veranstalten. Mein Trainer Sefer Göktepe hat es von einer ganz kleinen Veranstaltung zu einer der größten in Deutschland geschafft. Wir sind zudem auch weltweit unterwegs und werden auch weiterhin expandieren. Es gibt viele Anfragen von Kämpfern, die gerne auf der Mix Fight Gala antreten möchten, und ich glaube schon, das alleine spricht dafür, welchen großen Stellenwert die Mix Fight Gala hat.

Momentan konzentrierst du dich ja auf deinen Kampf am 1. September. Was werden wir darüber hinaus in diesem Jahr von dir noch erwarten können?
Erst einmal konzentriere ich mich voll und ganz auf den Kampf am 1. September. Was danach noch kommt, ist völlig offen. Bisher sind keine weiteren Kämpfe geplant. Mal schauen, was da noch kommen wird. Lasst euch überraschen.
Enriko Kehl, Omar Amrani, Alex Schmitt & Juri Kehl (Foto: Tobias Gerold/GroundandPound.de)
Zum Abschluss hast du jetzt noch die Möglichkeit, ein paar Worte an unsere Leser und deine Fans zu richten.
Ich danke in erster Linie meiner Familie, den Freunden und dem Team für die tolle Unterstützung, die ich bisher bekommen habe. Ich würde mich freuen, wenn viele Kampfsportfans zur Veranstaltung am 1. September nach Frankfurt kommen würden, um mich und die anderen Kämpfer zu unterstützen.

Omar, ich danke dir für das Interview und wünsche dir viel Erfolg  für deinen Kampf am 1. September auf der Mix Fight Gala XIII in Frankfurt.
Vielen Dank, Tobi, und viele Dank GroundandPound für das Interesse an meiner Person.