Thai/Kickboxen

„Im Training quäle ich mich wie die Sau“

Marco Aschenbrenner kehrt heim. (Foto: Marco Aschenbrenner)

Auch wenn er seit mehreren Jahren in Hamburg lebt, so ist und bleibt Marco Aschenbrenner noch immer ein waschechter Mannheimer. Am 26. April kehrt er zurück in seine Heimat und wird gegen Odje Manda um die Weltmeisterschaft der IKBO kämpfen. Das es sich dabei erst um seine zweite Chance auf einen WM-Titel handelt, stört den sympathischen Kämpfer aus der Quadratestadt wenig.

Groundandpound.de: Marco, am 26. April wirst du in Ludwigshafen gegen Odje Manda (Frankreich) um die Weltmeisterschaft der IKBO kämpfen. Wie laufen deine Vorbereitungen?
Marco Aschenbrenner: Hallo Tobi, die Vorbereitungen laufen gut. Ich versuche mein bestes zu geben. Es macht mir von Tag zu Tag mehr Spaß zu sehen wie sich Leistung und Körper positiv verändern.

Was weißt du über Odje Manda und wie ist er einzuschätzen?
Ich weiß nur das, was ich im Internet von ihm gesehen habe. Er scheint sehr variabel und stark zu sein. Auf jeden Fall ist er ein guter Fighter.

Was denkst du, auf welchen Kampf du dich wirst einstellen müssen?
Ich bin mir nicht sicher aber, der Kampf wird keine fünf Runden gehen. Ich glaube die ersten zwei Runden werden sehr aggressiv verlaufen. Schauen wir mal.
Marco Aschenbrenner & Coach Darnell Knoch (Foto: Marco Aschenbrenner)

Die Trainingsvorbereitung hast du ja u.a. in Thailand gemacht. War es für dich wichtig, auch wo anders als im Hammer Gym zu trainieren, um auch etwas Luftveränderung zu bekommen und somit neue Anreize zu setzen?
Das mit dem Training in Thailand hat nicht ganz so geklappt. Zum einen war ich einige Tage am Ende des Urlaubs krank und zum anderen hatte ich da irgendwie keinen Bock. Ich war schon genervt, wie man mir die Pratzen gehalten hat usw. Jetzt bin ich froh das ich bei meinem Coach im Hammer Gym bin. Dort bekomme ich im Training genau das, was zu mir passt. Zuhause ist es halt am besten!

Habt ihr in der weiteren Vorbereitung im Vergleich zu anderen Kämpfen etwas umgestellt oder ist es einfach „Business as usual“ gewesen?
Also ich hatte ja im März noch ein Kampf in Moldawien und danach haben wir einfach unser Training fortgesetzt. Mein Trainer Darnell Knoch lässt sich dann gerne Kleinigkeiten einfallen, die ich im Kampf dann rausballere!

Betreibt ein „alter Hase“ wie du noch ein Video-Studium des Gegners, oder verlässt du dich ganz auf das, was dir dein Trainer Dany Knoch als Strategie mit auf den Weg gibt?
Ich schau schon Videos an, aber nicht in voller Länge und auch nicht alles. Ich mag lieber reingehen und dann werde ich sehen, wie es läuft. Und eine Strategie, ja bei dem einen oder anderen passt das mal, oder man versucht ein paar Sachen.
Marco Aschenbrenner bei GnP-TV. (Foto: Marco Aschenbrenner)

Machen wir es kurz. Marco Aschenbrenner wird neuer IKBO-Weltmeister weil …?
... ich es verdient habe und mich im Training quäle wie eine Sau!

Dein Kampf wird ja praktisch vor deiner Haustür, in Ludwigshafen stattfinden. Was bedeutet für dich die Rückkehr in die Heimat?
Ich freue mich und ich fühle mich einfach gut in Mannheim. Aber der Druck da unten ist schon hoch, genauso wie die Erwartungen von Freunden und Familie. Aber das ist mir spätestens im Ring egal, da blende ich das aus.

Verspürst du dadurch mehr Druck, weil es eben ein Kampf in der Heimat ist, oder ist das sogar motivierender für dich?
Ja, es ist mehr Druck aber, auch super motivierend, wenn dich eine ganze Halle anfeuert. Da bekommt man beim Kämpfen eine Gänsehaut.

Es wird und das mag man eigentlich nicht so richtig glauben, dein erster WM-Kampf sein. Hast du dir in der Vergangenheit da eigentlich nie etwas daraus gemacht?
Das ist so nicht richtig. Es wird mein zweiter WM-Kampf sein, den ersten hab ich leider verkackt. Das war halt so ein Bad Day! Aber in der Vergangenheit war mir die Jagd nach Titeln nie wichtig. Ich wollte eigentlich nur auf coolen Veranstaltungen gegen gute Leute kämpfen. Die meisten meiner Gegner sind sowieso alle Welt-, Europa- und sonst was für Champions.
Aschenbrenner & Knoch beim KoK-Event. (Foto: Marco Aschenbrenner)

Es ist ja hinlänglich bekannt, dass du keinem Kämpfer aus dem Weg gehst. Ist das auch ein Punkt, der den Kämpfer Marco Aschenbrenner beschreibt? Lieber gegen einen guten Mann verlieren, als gegen einen schlechten gewinnen?
Ja, das stimmt und es trifft den Nagel auf den Kopf. Aber auch wenn man z.B. einen schlechteren Gegner vor sich hat, heißt das noch lange nicht, dass du der Gewinner sein wirst und es ist wichtig, dass du, falls du gegen einen schlechten Gegner kämpfen solltest, trotzdem gut aussiehst. Das ist leichter gesagt als getan!

Gehen wir mal davon aus, dass du den WM-Kampf am 26. April gewinnen wirst. Wie wird dein weiterer Fahrplan für das Jahr 2014 aussehen?
Ich kämpfe voraussichtlich im Juni wieder. Natürlich nur, wenn ich verletzungsfrei bleibe und genug Zeit zum Trainieren finde.

Du bist ein Mann der klaren Worte. Möchtest du deinem Gegner Odje Manda vielleicht noch ein paar Worte mit auf den Weg geben?
Ich freue mich auf meinen Gegner und Mannheim wird ein unvergesslicher Besuch für ihn werden!
Dream-Team - Knoch, Aschenbrenner & Albers (Foto: Marco Aschenbrenner)

Die abschließenden Worte im Interview, sie sollen natürlich dir gehören.
Ich wollte mich einmal bei allen Leuten bedanken, die ich in über 21 Jahren Thaiboxen kennengelernt und bei denen ich trainiert habe. Angefangen mit Stefan Riegler, Erik Zech, Nihat Erdal, Boris Metz, Frank Otto, Michael Otto, Ricardo d`Amato, Horst Nalbach, Brian al Amin und dem Trainer, der am längsten an meiner Seite steht, Darnell Knoch. Ich danke euch für Qual und Spaß und bin froh das ich von euch lernen konnte, danke!

Marco, ich danke dir für das Interview und wünsche dir viel Erfolg für deinen Kampf am 26. April auf der 2. Rhein-Neckar Fight Night.
Ich danke dir.