Thai/Kickboxen

"Im Thaiboxen sehe ich meine Zukunft"

Dilara Yildiz, neue Z-1 Championesse. (Foto: Alif Emmes Abdullah/Z-1)

Mit gerade mal 21 Jahren und als Nicht-Asiatin hat sich die Singenerin Dilara Yildiz vor kurzem in Malaysia den Z-1-Titel im Muaythai geholt. Wie der Schützling von Ralf Hasenohr den Kampf erlebt hat und welche Ziele Yildiz darüber hinaus verfolgt, das hat sie uns im exklusiven Interview verraten.

Groundandpound.de: Dilara, herzlichen Glückwunsch zum Gewinn der Z-1-Krone in Malaysia. Erzähl uns doch mal, wie Du den Kampf erlebt hast?
Dilara Yildiz: Natürlich bin ich mit dem Ziel in den Ring gestiegen, den Kampf zu gewinnen. Als ich diesen dann auch noch durch einen vorzeitigen K.o.-Sieg in der zweiten Runde beenden konnte, war die Freude sehr groß.

War das genau die Taktik, die dein Trainer Ralf Hasenohr und du verfolgt habt?
Man kann einen K.o.-Sieg zwar nicht erzwingen, jedoch war es schon das erklärte Ziel, den Kampf möglichst vorzeitig zu beenden, da es als Nicht-Asiate oftmals schwierig ist, gegen einen thailändischen Lokalmatadoren nach Punkten zu gewinnen. Da es für mich das erste Mal war, in Asien zu kämpfen, und dann noch gegen eine Thailänderin, haben wir uns taktisch auf den thailändischen Kampfstil eingestellt, der sich sehr stark vom europäischen Stil unterscheidet.
Dilara Yildiz vs. Phetchompoo (Foto: Alif Emmes Abdullah/Z-1)

Wenn man vorzeitig gewinnt, dann hört sich das immer einfach an. War es das?
Es ist natürlich immer klasse, durch K.o. zu siegen, jedoch macht es die ganze Angelegenheit nicht einfacher, denn das Schwerste ist immer die Wettkampfvorbereitung.

Als Nicht-Asiatin hast du dir auf dem größten Muaythai-Event in Malaysia den Titel geholt – welcher Stellenwert hat dieser Gewinn für dich?
Da die Veranstaltung in Asien im Fernsehen übertragen wurde und zudem weltweit per Livestream im Internet, war dies eine gute Gelegenheit, mir im asiatischen Raum einen Namen zu machen.

Wovor war die Aufregung vor dem Kampf größer? Der fremden Kultur oder dass der Kampf so weit von zu Hause weg war?
Die Mischung aus beidem. Bei der Herausforderung auf einem fremden Kontinent gegen eine einheimische Gegnerin anzutreten, hätte ich mir natürlich meine Familie und Freunde an meiner Seite gewünscht.
Dilara Yildiz beim traditionellen Wai Khru (Foto: Alif Emmes Abdullah/Z-1)

Mit Z-1 können hierzulande wohl eher weniger etwas anfangen. Erklär den Lesern doch mal, was genau sich dahinter versteckt.
Z1 ist das größte Muaythai-Event in Malaysia und hat im asiatischen Raum einen recht hohen Bekanntheitsgrad.

Hattest du bei dem Trip nach Malaysia auch ein wenig Zeit gefunden, um dir Land und Leute etwas anzuschauen?
Das Z-1-Event war großartig organisiert und man hat sich um uns Kämpfer super gekümmert. Unter Anderem äußerte es sich dadurch, dass uns bei mehreren Touren die Kultur und das Land gezeigt wurden. Ich persönlich fand dies für meine mentale Vorbereitung auf den Kampf sehr wichtig.

Mit 17, also vor vier Jahren, hast du erst mit dem Kampfsport angefangen. Wie bewusst bist du dir über die Erfolge, die du in der doch kurzen Zeit erreicht hast?
Grundsätzlich habe ich meinen Blick immer nach vorne gerichtet und fixiere die Ziele, die ich noch erreichen möchte. In ruhigen Momenten jedoch, wenn ich alles Revue passieren lasse, ist es schon ein unglaubliches Gefühl.
Dilara Yildiz in der Pause zur 2. Runde. (Foto: Alif Emmes Abdullah/Z-1)

Was macht für dich die Faszination Thai- und Kickboxen aus?
Die Kombination aus Tradition, Fitness, Technik und Disziplin ist das Faszinierende daran.

Bei den Männern gibt es Glory, K-1 oder Superkombat. Was würdest du dir für die Frauen wünschen?
Es gibt nun auch eine neue Serie speziell für Frauen, die hier in Thailand stark im Kommen ist und zwar die „World Muay Thai Angels“. Mein Trainer Ralf Hasenohr hatte schon seit einiger Zeit Gespräche mit den Verantwortlichen geführt, mich in diese Serie zu bringen. 2013 war die Serie schon voll, für 2014 hat es jetzt aber geklappt und ich werde am 15. Januar dabei sein.

Du kämpfst K-1, Muay Thai und Sanda. Da stellt sich natürlich die Frage, wie sieht es mit MMA aus?
Bei uns im Thai-Box Club Singen gibt es neben dem Muay-Thai auch eine sehr gute MMA-Abteilung bei der ich auch schon mittrainiert habe. Mir liegt jedoch das Thai-Boxen mehr und ich sehe darin auch meine Zukunft.
Heisser Walk In von Dilara Yildiz (Foto: Alif Emmes Abdullah/Z-1)

Das Jahr 2013 ist fast zu Ende. Welche persönliche Bilanz ziehst du?
Das Jahr 2013 war sehr erfolgreich für mich. Unter anderem erkämpfte ich den internationalen deutschen Meistertitel des MTBD im Muay Thai und den internationalen Schweizermeister-Titel der I.S.K.A. im K-1. Trotz dieser Erfolge richte ich meinen Blick immer nach vorne und versuche mich stetig zu steigern.

Und welche Ziele hast du die für das Jahr 2014 gesteckt?
Wie ich bereits schon erwähnt habe, werde ich im kommenden Jahr an der "World MuayThai Angels" Serie teilnehmen, daher wird mein erstes Ziel sein, diese Serie zu gewinnen. Welche Kämpfe sich dann noch ergeben, wird sich zeigen. Ich hoffe, dass ich noch viele Titel für den Thai Box Club Singen ergattern werde.
Ralf Hasenohr & Dilara Yildiz nach erfolgtem Triumph. (Foto: Nicole Hasenohr/Thaiboxclub)

Zum Abschluss hast du jetzt noch die Möglichkeit, ein paar Worte an die Leser und deine Fans zu richten.
Danke an meinen Trainer Ralf Hasenohr und an die Clubmitglieder des Thai-Box Club Singen. Des Weiteren möchte ich mich auch bei meiner Familie, meinen Freunden und treuen Fans bedanken, die immer hinter mir stehen.

Dilara, ich danke dir für das Interview und wünsche dir weiterhin viel Erfolg für die anstehenden Kämpfe.
Vielen Dank, auch im Namen meines Trainers Ralf Hasenohr.