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Ilunga verteidigt IKBO-WM Titel

Danyo Ilunga nach seiner erfolgreichen Titelverteidigung. (Foto: Elias Stefanescu/GroundandPound.de)

Gestern Abend fand in Oberhausen die erste Masters Fight Night des Jahres statt. GnP-TV war live vor Ort und fing das Geschehen in der ausverkauften Luise-Albertz-Halle in Bildern und Video-Interviews ein. Im Hauptkampf des Abends kam es zur mit Spannung erwarteten WM-Titelverteidung von "It`s Showtime"-Champion Danyo Ilunga.

"Dibuba", wie der Kampfname von Ilunga (Fighting Gym/Bonjasky Akademie) lautet, stellte sich dabei seinem Herausforderer Daniel Török vom Masters Gym aus Duisburg. Ein Duell, welches eigentlich schon letztes Jahr hätte stattfinden sollen, wegen einer Verletzung von Török dann aber verschoben wurde. Ilunga brachte die Halle bei seinem Einzug mächtig zum Kochen und schien siegessicher, als er zum Ring tänzelte.

Ilunga kommt im traditionellen Dress zum Ring. (Foto: Elias Stefanescu/GroundandPound)

Der Hüne aus Ungarn zeigte sich jedoch gut erholt, bot Ilunga in den ersten Minuten Paroli und konnte ein paar gute Aktionen zeigen, doch Ilunga blieb immer an ihm dran und bot dem Masters-Schützling nur wenig Möglichkeiten sich zu erholen. Mit zunehmender Kampfdauer wurde dann auch der Druck von Ilunga größer und die stetigen Lowkicks zeigten ihre Wirkung. Nach knapp 2 Minuten der dritten Runde schlug ein mit rechts getretener Low-Kick bei Török ein, so dass dieser angezählt werden musste. Der Duisburger konnte den Kampf nicht wieder aufnehmen und machte die erfolgreiche Titelverteidigung von Ilunga perfekt.

Ilunga streckt die Fäuste in die Luft, neben seinem Trainer Remy Bonjaski (l.). (Foto: Elias Stefanescu/GroundandPound)

Mächtig Wirbel gab es im Duell von "Mr. Eisenschädel" Alex Vogel (Masters Gym) und "Babyface" Mate Vundac (G.I.Sports). Beide Kämpfer lieferten sich das zu erwartende, hocklassige Duell bei dem Vundac zu Beginn dem Duisburger das Leben schwer machte. Ab Runde 2 schwoll dann nicht nur das linke Auge von Vundac gehörig zu, denn auch Vogel nahm immer mehr das Ruder in die Hand. Der Eisenschädel aus Duisburg setzte in Runde 3 die klarere Zahl an Treffer und dürfte am Ende wohl vorne gelegen haben.

Vundac (l.) und Vogel (r.) in Aktion. (Foto: Elias Stefanescu/GroundandPound)

Die Punktrichter waren sich indes nicht einig und kamen auf ein Unentschieden. Kopfschütteln auf Duisburger Seite und Freude in der Kölner Ecke. Das Wirrar kam aber erst Minuten später, denn der Kampf sollte mit der Verlängerungsrunde neu gestartet werden.

Warum? Nun, auf diesen Kampf konnte bei einem Wettanbieter gewettet werden und die Wette besagte einen Kampf über 3 Runden à 3 Minuten, mit einer zusätzlichen Verlängerungsrunde. Jede Wette die auf einen Sieg in oder nach der Verlängerungsrunde platziert wurde, wäre somit hinfällig gewesen, weshalb man beide nochmal antreten lies. Es erschien allerdings nur Alex Vogel im Ring, der durch den Supervisor zum Sieger erklärt wurde, da Vundac nicht zur Verlängerungsrunde antrat. Dies ließ der Trainer von Mate Vundac nicht auf sich sitzen, kam in den Ring und bot ein Re-Match an, da man selbst, laut eigener Aussage, nichts von einer möglichen Verlängerungsrunde wusste. Im Sinne des Sports wäre zu hoffen, das es zu diesem Rückkampf kommt, den beide Kämpfer haben sich alles abverlangt und den Zuschauern einen starken Kampf geliefert.

Kock tanzt in Richtung Ring. (Foto: Elias Stefanescu/GroundandPound)

Im zweiten Anlauf wollte sich Lokalmatador Jerome Kock endlich den ersehnten IKBO-ProAM Welttitel holen und kam motiviert in die Halle (siehe Foto). Dem Vorhaben im Weg stand nur noch der Holländer Prietesh Gokoel und dieser machte dem Oberhausener zu Beginn das Leben richtig schwer in dem er ihn immer wieder unter Druck setzte. Im Gefühl der sicheren Führung begann Gokoel dann auch mit mehreren Mätzchen und ging auch gerne mal mit dem Kopf voran in den Mann, was man auch mit einem Punktabzug hätte bestrafen können. Kock war kurzweilig von einem Kopfstoß in Gefahr gebracht, biss dann auf die Zähne und kämpfte mutig weiter, zudem wurde er von seinen Fans enorm nach vorne gepeitscht, so dass nach Ende der 5 Runden die Punktrichter das letzte Wort hatten. Während der erste mit 48-46 für Gokoel wertete, kam der Zweite auf das gleiche Ergebniss - allerdings für Kock. Punktrichter drei wertete mit 49-48 für - Jerome Kock. Während man überschwänglich in der Oberhausener Ecke feierte, sah man das in der Ecke der Holländer natürlich ganz anders.

Ein Traum für Kock: Den Titel von Remy Bonjasky umgeschnallt zu bekommen. (Foto: Elias Stefanescu/GroundandPound)

Nach seiner desaströsen Leistung beim SuperCombat Event in Montenegro, sinnt Vladimir Toktasynov auf Wiedergutmachung im Kampf gegen Orhan Karaoglu aus dem Team Golden Glory in Berlin. Beide Kämpfer ließen sich auch nicht lange bitten. Toktasynov konnte zwei starke Knie in den Rippen von Karaoglu platzieren und die hatte der Berliner gemerkt, denn nach der folgenden rechten Faust des Duisburgers, musste Karaoglu den Kampf aufgeben. Ein schneller und so nicht zu erwartender TKO-Sieg für Toktasynov.

Toktasynov trifft mit einer wuchtigen Linken. (Foto: Elias Stefanescu/GroundandPound)

Ein Kampf bei dem die Zeichen komplett auf KO standen war das Duell von Moritz Schacht (Masters Gym) und Sascha Brinkmann (K-1 Fightclub). Schon in Runde 1 wurde Brinkmann von Schacht gehörig angeklingelt und musste angezählt werden. Das Herne Kraftpaket konnte den Kampf wieder aufnehmen und zur Überraschung vieler, gelang es Schacht nicht den Sack zuzumachen. Brinkmann fand in Runde 3 wieder zurück in den Kampf, konnte die Punktrichter aber nicht genügend überzeugen, weshalb Schacht zum Punktsieger erklärt wurde.

Eines ist klar, wenn der Wuppertaler Marcel Gottschalk in den Ring steigt, dann braucht dieser meist einen Volltreffer bevor er richtig wach wird. So auch im Kampf gegen Xeyel Ehmelov (K-1 Club Germany). Dieser konnte aber nach dem Niederschlag den sich bietenden Vorteil nicht nutzen und kassierte dagegen immer wieder harte Lowkicks. Gottschalk fand zurück in den Kampf und konnte am Ende einen einstimmigen Punktsieg einheimsen.

Kurz und knackig war der Auftritt von Youngster Agit Kabayel (Knockout Gym). Der Essern siegte gegen Manuel Bengalo (Saensuk Gym) durch TKO in Runde 2. Hier hätte man den Kampf auch schon früher beenden können, denn Bengalo musste gegen Ende immer wieder harte Treffer von Kabayel einstecken. Dass die holländische Ecke mit dem Abbruch nicht einverstanden war, sorgte bei vielen Anwesenden für Kopfschütteln.

Den Auftakt aus der Sicht der ASK-Fighters machte der ProAM Europatitelkampf zwischen Michelle Giesel (ASK Fighters) und Anna Rohn (Fightclub). Beiden Ladies schenkten sich hier rein Garnichts in diesem Kampf und gingen auch dementsprechend verbissen zu Werke. Hier war eines klar, nur die Kämpferin mit dem größeren Willen und der besseren Kondition wird den Ring als Siegerin verlassen und das war schlussendlich auch verdient, sehr zur Freude ihrer Fans, Michelle Giesel von den ASK-Fighters. Beide Damen zeigten jedoch viel Herz, konnten am Ende glücklich mit ihrer Leistung über fünf Runden sein und erhobenen Hauptes den Ring verlassen.

Rohn (l.) gegen Giesel (r.) (Foto: Elias Stefanescu/GroundandPound)

Eine geglückte Revanche gelang Artur Meininger (No Limit Fightacademy) im Kampf gegen Talha Tunc (Masters Gym). Mit Reichweitenvorteilen agierte Meininger explosiv, während Tunc im Infight Kombinationen anzubringen versuchte. Eine starke Marathonleistung beider Athleten zog sich über die volle Distanz. Nach 5 spannenden Runden wurde Meininger zum verdienten Punktsieger und damit zum neuen ProAM Europameister erklärt.

Meininger (r.) bedrängt Tunc (l.) (Foto: Elias Stefanescu/GroundandPound)

Arzuman Gadimov aus Aserbaidschan, der für den K-1 Club Germany unter Isa Topal in den Ring stieg, traf im Interconti-Kampf auf Talha Yalcin vom Fight Gym Gül. Beide ließen es zunächst ruhig angehen und versuchten mit einzelnen Aktionen die Punktrichter zu beeindrucken. Mit zuehmender Dauer konnte sich Gadimov durch den variableren Kampfstil die Vorteile auf den Zetteln der Punktrichter sichern, die ihn nach Ablauf der 5 Runden auch einstimmig und verdient zum Sieger erklärten.

Aydin Najafzade (l.) und Isa Topal (r.) strahlen, während Gadimov interviewt wird. (Foto: Elias Stefanescu/GroundandPound)

Roman Sarja (Masters Gym) bestimmte pracktisch die ersten vier Runden im ProAM Europatitelkampf gegen Nicky Beumer (Selfdefence4All). In Runde 5 schwanden die Kräfte des Duisburgers und der Kampf drohte fast zu kippen. Aber eben nur fast denn die Offensive von Beumer sie kam um einiges zu späte und Roman Sarja wurde verdienter ProAM Europameister.

GnP-TV war, wie oben erwähnt, auf der Veranstaltung live vor Ort und hat nach dem Event mit Danyo Ilunga, dessen Trainer Remy Bonjasky, Jerome Kock, Alex Vogel und Veranstalter Michael Kock gesprochen. Zu den exklusiven Interviews gelangt ihr durch folgenden Link:

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Masters Fight Night
10. März 2012
Luise-Albertz-Halle, Oberhausen

I.K.B.O. - Weltmeisterschaft / K-1 / + 95kg / 5x3 min.
Danyo "Dibuba" Ilunga (C/D) bes. Daniel Török (HUN) durch TKO in Runde 3

K-1 Superfight / - 72kg / 3x3 min.
Alex Vogel (Masters Gym) bes. Mate Vundac (G.I.Sports) durch Aufgabe in Runde 4

I.K.B.O. - ProAM Weltmeisterschaft / K-1 / - 63,5kg / 5x2 min.
Jerome Kock (ASK Fighters) bes. Prietesh Gokoel (Team Oosten) durch Punkte 2-1

I.K.B.O. - Intercontinental Titel / K-1 / - 65kg / 5x3 min.
Arzuman Gadimov (AZB) bes. Talha Yalcin (D) durch Punkte 3-0

I.K.B.O. - ProAM Europameisterschaft / K-1 / + 95kg / 5x2 min.
Agit Kabayel (Knockout Gym) bes. Manuel Bengalo (Saensuk Gym) durch TKO in Runde 2

I.K.B.O. - ProAM Europameisterschaft / K-1 / - 86kg / 5x2 min.
Roman Sarja (Masters Gym) bes. Nicky Beumer (Selfdefence4All-Team) durch Punkte 3-0

K-1 Superfight / + 95kg / 3x3 min.
Moritz Schacht (Masters Gym) bes. Sascha Brinkmann (K-1 Club Germany) durch Punkte 2-0

K-1 Superfight / - 95kg / 3x3 min.
Marcel Gottschalk (Fightclub) bes. Xeyel Ehmelov (K-1 Club Germany) durch Punkte 3-0

I.K.B.O. - ProAM Europameisterschaft / K-1 / - 72kg / 5x2 min.
Anton Meininger (No Limit Fightacademy) bes. Talha Tunc (Masters Gym) durch Punkte 3-0

K-1 Superfight / + 95kg / 3x3 min.
Vladimir Toktasynov (Masters Gym) bes. Orhan Karaoglu (Team Golden Glory) durch TKO in Runde 1

I.K.B.O. - ProAM Europameisterschaft / K-1 / - 60kg / 5x2 min.
Michelle Giesel (ASK Fighters) bes. Anna Rohn (Fightclub) durch Punkte 3-0