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„Ich war nie weg, nur etwas leiser!“

Dirk Schwarz - Präsident der DKKO. (Foto: Dirk Schwarz)

Der Gladiator World Cup in der Stierkampf-Arena von Marbella steht vor der Tür. Dieser wird unter der Leitung der DKKO (Deutsche Kampfkunst Organisation) ausgerichtet. Dabei sieht sich die DKKO nicht als reiner Verband, sondern vielmehr als Organisator der auch mit anderen Verbänden bereits eng zusammenarbeitet. GnP hat sich mit Präsident Dirk Schwarz zu einem Interview getroffen. Ob sich der Mann aus Wiel dabei selbst als Präsident sieht, wie es zum Marbella Event kam und welche Ziele man für die Zukunft hat, das hat uns Dirk Schwarz im Interview verraten.

Dirk, lange war es ruhig um dich. Was hast du seit deiner Trennung von der IKBO bis zu deiner Rückkehr gemacht?
Tobi, zum Glück war es nie Unruhig, auch nicht in den IKBO - Zeiten!  In dieser Zeit habe ich mich um meine neuen und spannenden Aufgaben wie z.b Familie und Sport gekümmert! Ich war nie weg, nur etwas leiser ;-)

Die Rückkehr bedeutet in dem Fall der Beginn der DKKO. Wie bist du auf die Idee gekommen und was genau steckt dahinter?
Der Beginn der DKKO - Idee fand bereits 2005 seine Anfänge. All die internen Verbandsmachenschaften und die somit folgenden Nachteile für die Kämpfer haben mich sehr genervt um es nett auszudrücken. Meine Idee war es alle in ein Boot zu holen und allen Kämpfern die gleichen Bedingungen zu geben. 

Am Anfang war es ja so, dass sich mehrere Gyms zu einem Sparringstreff gefunden haben. Auf der ersten Gala in Leverkusen gab es dann auch Titelkämpfe. Ist die DKKO nun als eigenständiger Verband zu sehen?
Die DKKO ist keinesfalls als ein Verband zu sehen! Wir organisieren alles rund um den Kampfsport mit den einzelnen Verbänden zusammen! Bei unseren Sparringstreffen nehmen 120 -150 Sportler aus allen Verbänden teil, das gab es in Deutschland bisher wohl nicht und außerdem ohne jegliche Kosten für den Athleten. Dann folgten unsere Galas,  auf denen wir Championsgürtel und Titel vergeben haben, jedoch handelt es sich hier nicht um Ranglistenkämpfe und Verbandstitel, sondern um Ehrungen der DKKO.
Dirk Schwarz langt kräftig zu. (Foto: Dirk Schwarz)

Wenn ich dich jetzt mit Präsident der DKKO vorstelle, trifft es dann den Nagel auf den Kopf oder wie würdest du deine Position selbst am besten beschreiben?
Das ist richtig und trifft den Nagel auf den Kopf,  aber die DKKO besteht aus einem Team von Spezialisten aus verschiedenen Bereichen! Dazu aber später mehr.

Die DKKO, ich nenne sie mal dein Baby, könnte man jetzt auch als Seitenhieb gegen deinen früheren Partner Klaus Waschkewitz verstehen. Ist dem so?
Nein im Gegenteil,  hier werden keine Seitenhiebe verteilt, sondern nur von vorne und direkt (lacht). Wir haben nur andere Einstellungen zu vielen  Dingen entdeckt und uns für unsere eigenen Wege entschieden.

Warum ist es eigentlich überhaupt zur Trennung von dir und Klaus gekommen?
Du, wir haben wie alle  gute und schlechte Zeiten erlebt. Aber wie es häufig vorkommt ist auch unsere Arbeit an Grundeinstellungen und vielleicht veralteten Dingen gescheitert. Klaus macht halt einfach sein Ding wie wir wissen und davon wird er nie abgehen. Wir hatten verschiedene Ansichten bezüglich der IKBO und ihrer Vorgehensweise. Die Trennung von Klaus war der vernünftige Schritt.
Die Sparringstreffen der DKKO. (Foto: Dirk Schwarz)

Ich habe mich mal umgeschaut und festgestellt, dass wir in Deutschland mehr oder weniger 15 Verbände haben. Deiner Meinung nach eine positive oder eher negative Entwicklung ?
Leider eine eher negative Entwicklung. Es handelt sich hier nämlich oft um Einzelunternehmer ohne Struktur, die aus einer Unzufriedenheit oder Unwissenheit entstehen. Meiner Meinung nach gibt es nur vier durchstrukturierte Weltverbände. Ich hoffe wir können durch die DKKO und Mitarbeit aller eine in Zukunft bessere Entwicklung erzielen, denn der Kampfsport steht an erster Stelle.

Siehst du darin nicht auch die Gefahr, dass es letztendlich zu viele „Titelträger“ gibt, die womöglich noch nicht das Niveau haben und dadurch der sportliche Aspekt in den Hintergrund gerät ?
Da hast du recht und dem versuchen wir als DKKO entgegen zu wirken, indem wir niemanden ausschließen und allen die Möglichkeit geben sich fair und gerecht zu messen. 

Kannst du es verstehen, wenn die Leute sagen „Noch ein Verband. Muss das sein?“.
Na klar verstehe ich das! Aber wir werden als ORGANISATION fühlen uns da nicht angesprochen.

In Deutschland habt ihr wie bereits erwähnt in Leverkusen und kürzlich in Bergisch Gladbach 2 kleinere Events veranstaltet. Jetzt aber haut ihr mit dem Gladiator World Cup in Marbella richtig einen raus. Wie kam es überhaupt zu der Idee?
Durch unser gutes Netzwerk und unseren Sportdirektor Vlad Suslov entstand im Januar die Idee einen Top-Event mit super Fightern zu veranstalten. Marbella entpuppte sich mit seiner Stierkampfarena als eine geile Location für ein solches Spektakel dieser Größe. 
Die Stierkampf-Arena von Marbella. (Foto: Dirk Schwarz)

Jetzt weiß ich aus unserem Vorgespräch, dass man euch vor Ort auch versucht hat einige Knüppel zwischen die Beine zu hauen. Was war da los und sind die Probleme inzwischen aus der Welt?
Probleme sind da um sie zu Lösen. Es stimmt, dass ein Führungsmitglied der WKA – Spanien uns extreme Arbeit macht,  die leider auch durch Klaus Nonnemacher nicht beseitigt wurde. Ein schwieriges Pflaster, aber ich hieße nicht Dirk Schwarz, wenn ich nicht auch dafür eine  Lösung parat hätte. Wir hoffen natürlich dass es in Zukunft zum Wohl der Sportler keine unnötigen Probleme mehr gibt. Und Klaus sich etwas stärker um solche Dinge kümmert, die ja im Namen der WKA gemacht werden! Und das ist nicht gut.

Das Tournament ist extrem stark besetzt und hat mit Faldir Chahbari und Fadi Merza zwei Top-Favoriten. Siehst du das ähnlich?
Das kann sein ja. Aber auch der Rest der Bande ist sehr stark. Schau dir die Fightcard an „mama mia“ ein echter Hammer.

Wer glaubst du könnte in dem Tournament für eine Überraschung sorgen und auf welchen Kampf freust du dich selbst am meisten?
Faldir ist ein Topfighter, noch nie KO gegangen, das ist ein Highlight. Aber auch alle andern krachen. Bin ja selbst Hauptkampfrichter und deshalb bleib ich mal neutral und freue mich auf alle.
Saidi, Hasselaar, Schwarz, Trainigspartner & van Venrooij. (Foto: Dirk Schwarz)

Neben dem Tournament werden noch Stefan Leko, Ernesto Hoost und Peter Aerts mit dabei sein. Gibt es vielleicht noch etwas brandaktuelles zu vermelden, mit dem ihr bisher hinter dem Berg gehalten habt?
Außer vielen tollen Kämpfen, einer Top Location, schönen Frauen und na ja, tollem Wetter wird es langweilig (lacht)!! Und das wird nicht der letzte Event in dieser Größe sein Verhandlungen laufen bereits, wir berichten euch selbstverständlich exklusive.

Als Location habt ihr euch die Stierkampf-Arena von Marbella ausgesucht. War die gleich erste Wahl oder hattet ihr zunächst anders geplant?
Nein, wir wollten das immer mal machen weil es einfach keine bessere Atmosphäre gibt.

Wenn wir mal über den Tellerrand hinausschauen, wo siehst du dich und die DKKO in 5 bzw. 10 Jahren?
Wir werden mit unserm Team dafür sorgen, dass es neben zahlreichen Events in der ganzen Welt auch Perspektiven für Profisportler,  Ausbildungen und natürlich Partnerschaften mit allen Verbänden etc. geben wird.

Dirk, ich möchte dir 5 Stichpunkte nennen und bitte dich uns spontan und mit einem Wort zu sagen, was dir dazu einfällt:
Klaus Nonnemacher: ein Präsident ohne Macht im spanischen Königreich
DKKO: starke neue Organisation
Klaus Waschkewitz: Einzelkämpfer
MMA: ohne Käfig bitte…..
Dirk Schwarz: charmant
Seine Ziele fest im Visier. (Foto: Dirk Schwarz)

Gibt es vielleicht noch etwas von dir, von dem wir sagen würden „Mensch, das hätten wir nicht von dir gedacht?“.
Ich hab auf der Straße getanzt, als ich erfahren habe dass wir sooooo ein Ding in Spanien auf die Beine stellen.

Zum Abschluß hast du jetzt noch die Möglichkeit ein paar Worte an die Leser und Kampfsport-Fans zu richten.
Ich freue mich dass wir, (Team DKKO, Suslov,  Sahidi, Hoxhai, Eismann, Ziegler und viele mehr) mit unserer Arbeit solche Erfolge feiern dürfen. Ich verspreche euch viele tolle Events und viele spannende Neuigkeiten. Anregungen und Fragen unter info@dkko.de

Dirk, ich danke dir für das Interview und wünsche dir und der DKKO viel Erfolg für den Event in Marbella.
Danke Tobi. Ich sehe euer Team ja in Marbella.