Thai/Kickboxen

„Ich stelle mich auf einen harten Kampf ein“

Kevin Burmester aus dem Gym Kwan (Foto: Lutz Burmester)

Es ist kein Geheimnis, dass der Hamburger Kevin Burmester zu einem der größten Talente zählt, die es derzeit in Deutschland gibt. Erst vor wenigen Wochen holte er zu seinem bisher größten Schlag aus und entthronte den bis dato amtierenden WKN-ProAM Weltmeister Milder de Oliveira in dessen Heimatland und das auch noch vorzeitig. Direkt vor seinem Kampf am 8. Dezember bei der „Kickmas“-Veranstaltung in Hamburg, gab Burmester GnP ein exklusives Interview.

GroundandPound: Kevin, am 08. Dezember steigst du bei „Kickmas“ in Hamburg wieder in den Ring. Wie laufen die Vorbereitungen?
Kevin Burmester: Die Vorbereitungen laufen sehr gut, ich bin jeden Tag im Training und freue mich auf den Kampf.

Dein Gegner wird Vladislav Roth sein. Was weißt du über ihn?
Ich selber weiß nichts über ihn, dafür ist mein Trainer bzw. Vater zuständig.
Kevin Burmester in Aktion. (Foto: Lutz Burmester)

Was glaubst du, auf welchen Kampf du dich wirst einstellen müssen?
Ich stelle mich auf einen harten Kampf ein. Ich unterschätze niemals einen Gegner, da mein Vater bzw. Trainer immer bemüht ist, gute Gegner für mich zu holen.

Wo siehst du seine Schwächen, die für dich der Schlüssel zum Sieg sein könnte?
Ich bin auf alle Eventualitäten vorbereitet.

Welche Taktik hast du dir mit deinem Trainer Lutz, der auch dein Vater ist, für den Kampf zu Recht gelegt?
Eine große Taktik habe ich nicht, mein Vater hat sich den Vladislav angeguckt und hat mit Sicherheit die richtige Trainingsmethode für mich überlegt.
Kevin Burmester beim Titelkampf in Portugal. (Foto: Lutz Burmester)

Machen wir es kurz: Kevin Burmester schlägt Vladislav Roth weil…?
Weil ich nicht verlieren kann. (lacht)

Ein Highlight in deiner bisherigen Laufbahn war mit Sicherheit der Gewinn des WKN-ProAM WM Titels in Portugal in diesem Jahr. Wie hast du den Kampf in Erinnerung?
Das stimmt. Der Gewinn des Titels war ein unvergesslicher Augenblick in meinem Leben. Ich erinnere mich immer noch an jede Sekunde vom Kampf. Ich war perfekt auf den Gegner eingestellt. Da wir wussten, dass es im Ausland sehr schwer zu gewinnen ist, haben wir auf einen vorzeitigen Sieg hingearbeitet. Auch hier guckte mein Vater vorab Videos von meinem Gegner und war der Meinung, dass er denselben Stil wie ich hat. Also hieß es für mich volle Kraft voraus (lacht). Im Kampf allerdings war er erstaunlich defensiv und ich denke, das war auch sein Fehler.

Du hast Titelhalter Milder de Oliveira in seiner Heimat vorzeitig geschlagen. War es so einfach wie es sich anhört?
Nein so einfach war es nicht. Ich habe vorab eine sehr, sehr harte Vorbereitung gehabt. Ich war erleichtert, den Sieg vorzeitig für mich entschieden zu haben.
Der WM-Titel der WKN - sein bisher größter Coup. (Foto: Lutz Burmester)

Jetzt wo du ProAM Weltmeister der WKN bist, verspürst du nun einen größeren Druck wenn du in den Ring steigst, weil die Leute automatisch mehr von dir erwarten?
Auf jedenfall ist der Druck größer. Früher konnte ich es mir leisten, ein oder zwei Tage Training ausfallen zu lassen.

Bei den Amateuren hast du nahezu alles erreicht. Wann wirst du den Wechsel zu den Profis vollziehen und welche Ziele hast du dir dabei gesteckt?
Ich denke, der Wechsel wird erst in den nächsten ein bis zwei Jahren stattfinden. Endgültig entscheidet das mein Vater. Ich wünsche mir denselben Erfolg mindestens auch bei den Profis.

Den Insidern im Kampfsport bist du ein Begriff. Wie würdest du dich selbst beschreiben?
Ich würde mich als zurückhaltend und zielstrebig beschreiben. Und manchmal möchte ich zu oft mit meinem Dickkopf durch die Wand. Von wem ich das wohl habe? (lacht)
Sohnemann und Vater - ein starkes Team (Foto: Lutz Burmester)

Dein Trainer Lutz ist auch gleichzeitig dein Vater. Wie gestaltet sich das Verhältnis zwischen Training und dem Leben außerhalb des Gyms?
Natürlich ist es nicht einfach, da mein Vater von mir immer mehr erwartet als bei den anderen, was in meinen naiven Kopf noch nicht so reingeht. Außerhalb des Trainings habe ich sehr viel Spaß mit ihm und bin froh, dass er immer für mich da ist.

Wie würdest du euer Verhältnis beschreiben? Vater, Trainer, Freund oder von allem etwas?
Von allem etwas, er ist die wichtigste Person in meinem Leben.

Kevin, ich möchte dir vier Stichpunkte nennen und bitte dich, uns mit einem Wort und ganz spontan zu sagen, was dir dazu einfällt:
HSV oder St. Pauli: St. Pauli
Vorbild: mein Vater
Kampfname: habe ich nicht
Kevin Burmester: geiler Typ (lacht)

Wenn wir einen Blick in die Kristallkugel werfen, wo sieht sich Kevin Burmester in fünf bzw. 10 Jahren?
Bis dahin wünsche ich mir ein beendetes Studium. Sportlich würde ich gerne unter den Besten Top 20 der Welt kämpfen.
Kevin Burmester & Dima Weimer - Champions unter sich. (Foto: Lutz Burmester)

Gibt es noch etwas von dir, von dem wir sagen würden: „Mensch, das hätten wir nicht von dir gedacht“?
Ich bin leidenschaftlicher Fußballer und mache das Thaiboxen eigentlich nur nebenbei. (lacht)

Zum Abschluss hast du jetzt noch die Möglichkeit, ein paar Worte an die Leser und vor allem auch deine Fans zu richten.
Danke an alle die mich Unterstützen.

Kevin, ich danke dir für das Interview und wünsche dir viel Erfolg für deinen Kampf am 8. Dezember bei „Kickmas“.
Ich habe zu danken.