Thai/Kickboxen

„Ich bin immer ein Teamplayer gewesen„

Klaus Waschkewitz - Masters Chef & IKBO Präsident (Foto: Klaus Waschkewitz/MastersGym.de)

Er ist der Präsident der IKBO und auch gleichzeitig Chef des Duisburger Masters Gym. Keine immer einfache Position die Klaus Waschkewitz da begleitet. Der Entdecker von Stefan Leko und Förderer der Brüder Mark und Alex Vogel nimmt Stellung zur aktuellen Situation der Verbände, welche Projekte er plant und wie er über den abgesagten Marbella Event denkt.

Klaus, nach dem Interview mit Dirk Schwarz bezüglich der DKKO und dem Marbella Event warst du ziemlich angefressen. Was ist dir als erstes durch den Kopf geschossen als du das Interview gelesen hast?
Mein erster Gedanke war, man will uns hier auf deutsch gesagt veraschen. Wochenlang hat man die Infos bekommen was für einen großen Event diese DKKO und Dirk Schwarz da vorbereiten, von einem Ziegler war nie die Rede. Als das Kind in den Brunnen gefallen ist war der Dirk ganz plötzlich nur der Dienstleister und das Opfer. Flagge zeigen und Fehler eingestehen gehören nicht zu den Stärken des DKKO Präsidenten. Damit ist auch die zweite Frage schon beantwortet.

Der Gladiator World Cup wurde abgesagt, weil sich der Veranstalter nicht in der Lage sah, das benötigte Geld aufzubringen und sich aus dem Staub machte, nur um sich dann der Polizei zu stellen. Wie beurteilst du dieses Verhalten?
Das ist kein Fehlverhalten, sondern Arroganz und Dummheit. Hierzu hat der WKA Präsident Klaus Nonnemacher schon die richtige Antwort gegeben.

Wie groß ist deiner Meinung nach der Imageschaden für den Sport durch so einen Vorfall?
Ich habe in den letzten Jahren so viele sogenannte Serien kommen und gehen gesehen. Alle wurden groß angekündigt und genauso sind diese auch verschwunden. Der Imageschaden ist immer wieder groß, da diese Leute verbrannte Erde hinterlassen.

Der Event sollte ja in einer Stierkampfarena stattfinden, eine Idee die du schon vor 5 Jahren hattest. Siehst du dich deiner Idee beraubt und warum hast du sie damals nicht umgesetzt?
Das war eine gemeinsame Idee von Dirk und mir. Wir waren zweimal in Spanien und letztendlich habe ich die Sache als nicht durchführbar auf Grund der hohen Kosten beendet. Sicher die richtige Entscheidung!
Waschkewitz zusammen mit Mark Vogel (Foto: Klaus Waschkewitz/Masters-Gym.de)

Was waren die genauen Gründe, die gegen eine Durchführung sprachen?
Wie ich gerade gesagt habe, waren die enormen Kosten mit dem verbundenen Risiko die Gründe.

Wie es zur Trennung mit Dirk kam, das hat uns dieser bereits im Interview geschildert. Doch die Medaille hat ja bekanntlich zwei Seiten. Wie ist es denn aus deiner Sicher verlaufen?
Ich hatte mit Dirk eine gute Zeit. Wir waren befreundet und diese Freundschaft hatte ich ihm nicht aufgekündigt, ihn sogar noch im letzten Jahr zur MFN als meinen VIP Gast eingeladen und ihm auch mitgeteilt das er als IKBO Trainer immer willkommen ist. Es ist ein Irrtum zu glauben das wir beide die MFN aufgebaut haben. Die ganze Arbeit habe ich mit meinen Partnern Mark Vogel und der Pape Gruppe geschafft. Lediglich 2007 in Köln haben wir den Event unter seiner Leitung durchgeführt.Das Resultat ist einigen sicher noch bekannt. Auch seine Leistung als Hauptkampfrichter wurde in den letzten Jahren immer in Frage gestellt. Mit Michael Kock und Jo Meiklem haben wir diese Probleme nicht mehr.

Dirk meinte das er dich als Einzelkämpfer sieht, was ja an sich nichts schlimmes ist. Die Frage aber ist doch, wie sieht sich Klaus Waschkewitz selbst?
Einzelkämpfer,das trifft wohl eher auf Dirk zu. Ich bin immer ein Teamplayer gewesen ohne ein gutes Team ist man alleine und kann dann auch nicht so viele Top Kämpfer hervorbringen wie ich und das Masters Gym. Er soll sich mal umschauen, denn in den letzten zehn Jahren hat er es nicht geschafft einen guten Fighter in der C,B geschweige denn A Klasse hervorzubringen. Mich als Einzelkämpfer zu bezeichnen halte ich für eine Beleidigung.
Man kennt sich - Klaus Waschkewitz & Peter Aerts (Foto: Klaus Waschkewitz/Masters-Gym.de)

Mittlerweile haben wir gut 19 Verbände in Deutschland. Wie denkst du darüber und was hälst du von der Entwicklung?
Nur 19 Verbände? Dann ist ja noch Luft nach oben. Nein im Ernst, das ist keine gute Entwicklung und zeigt das hier Handlungsbedarf besteht.

Warum glaubst du gibt es überhaupt so viele Verbände und warum ist es so schwierig, die einzelnen Präsidenten an einen Tisch zu bekommen?
Ich glaube das es zu viele Profilneurotiker in unserem Sport gibt.

Vor ein paar Jahren gab es schon einmal einen „Runden Tisch“ an dem u.a. du, Detlef Türnau oder auch Wolfgang Gier mit dabei waren. Warum wurde daraus nicht mehr?
Das Treffen damals war eine gute Sache. Leider gescheitert weil sich Türnau und Gier in Sachen Muay Thai nicht einigen konnten.

Wäre eine Art „Dachverband“ ohne Präsidenten, dafür mit einem Komitee eine sinnvolle Möglichkeit und ist sie in deinen Augen auch umzusetzen? Wenn ja was müsste getan werden?
Jetzt mal ganz Exklusiv bei Groundandpound, ich unterbreite hier und heute einen Vorschlag. Alle grossen Verbände aufzulösen, ein Board of Direktors welches sich aus den Verbandspräsidenten zusammen setzt zu ernennen. Ich, der Einzelkämpfer, würde dann den Anfang machen. Also ich warte auf ein Feedback! Ich muss aber auch zugeben das ich nicht glaube das sich jemand auf dieses Modell einlassen wird.
Waschkewitz zusammen mit Alex & Mark Vogel (Foto: Klaus Waschkewitz/Masters-Gym.de)

Was zeichnet in deinen Augen einen guten Verband aus?
Klare Strukturen und ein gut durchdachtes Regelwerk, Auch international zu arbeiten und offen nach allen Seiten zu sein, sowie ein Präsident mit einem Starken Team im Rücken.

Jetzt mal Butter bei die Fische. Wie sieht deiner Meinung nach die Top 5 Liste der wichtigsten und renommiertesten Verbände weltweit aus?
WKA, WKN, WFCA, WMC und IKBO.

Für den Moment legt die IKBO eine Sommerpause ein. Welche Projekte stehen bei dir / euch noch für dieses Jahr an?
Die IKBO/ MUD und MFN startet am 29. September mit der offenen Deutschen Muay Thai Meisterschaft. Dann am 27.Oktober die Comebacks Night mit Törek, Schacht und Solaja welche alle nach der Genesung von ihren Verletzungen wieder ins Kampfgeschehen eingreifen. Weitere Events folgen dann noch in Wuppertal und Hagen.
Mit Alex Vogel beim Tournament Sieg 2011 (Foto: Klaus Waschkewitz/Masters-Gym.de)

Wenn wir jetzt mal weiter über den Tellerrand hinaus schauen, für das Jahr 2013 hast du großes vor und beziehst dich dabei auf den Film „300“. Was genau verbirgt sich dahinter?
Wir planen für 2013 tatsächlich etwas ganz exklusives. Aber Fakten kommen erst wenn es ganz sicher ist. Da haben wir ein Sahnebonbon -  es wird auch der eine oder andere Top Fighter aus Holland am Start sein.

Zum Abschluß, gibt es noch etwas was du den Lesern gerne mit auf den Weg geben möchtest?
Unterstützt uns bitte weiter.  Kritik ist erlaubt. Alex Vogel und noch weitere Fighter von uns werden eure Unterstützung brauchen da sie in der Glory World Serie antreten werden.

Klaus, ich danke dir für das Interview und wünsche dir jetzt erst mal einen erholsamen Urlaub.
Vielen Dank an das Team von GroundandPound.