Thai/Kickboxen

Humans Fight Night IV

Foto via Human (Rest via groundandpound.de)

Klasse – Super – Human. Nur so lässt sich die gestrige Superlative des K-1 Rules-Sport nicht treffender bezeichnen. Die Fight-Card von Humans Fight Night IV hat jetzt schon neue Maßstäbe gesetzt, las sich schon im Vorfeld wie das who is who des nationalen K-1-Sportes. So eine Fight-Card gab es schon seit mindestens einem Jahrzehnt nicht mehr in Hamburg, sagten viele begeisterte Zuschauer im Grand Elysee Hotel. Genauer kann man wohl es nicht ausdrücken. Mit Vorkämpfen gab es 18 Kämpfe, wenn man das Vor- und Hauptprogramm addiert. Die restlos ausverkaufte und wunderschön für diesen Sport gelegene Sportstätte präsentierte eine Gala, die sicherlich seines gleichen im hohen Norden sucht. Viele Hamburger VIPs hatten sich für die vierte Veranstaltung von Promoter Human Nikmaslak angekündigt und hielten ihr Wort, aber auch für Fans aus dem ganzen Bundesgebiet war der Weg in die Hansestadt nicht zu weit. Zum anderen wurden die Kämpfe aufgezeichnet und werden zu einem späteren Zeitpunkt auf Eurosport gezeigt. Hervorragende Vorrausetzungen für einen tollen Kampfabend.

Humans Fight Night IV
5. September 2010
Grand Elysee Hotel, Hamburg

Vorprogramm
K-1 Rules
Jean-Daniel Dogbar (Tough Gym) vs Marjvan Argandival (Baltic Thais) Sieg Argandival
Dogbar wurde schon im Walk In frenetisch vom Heimpublikum gefeiert. Der Hamburger Lokalmatador hatte dann selbst aber im Kampfesverlauf in Runde 1 einige Probleme mit seinem Gegner Argandival. Beide setzten sich mit harten und zum Teil abwechselten Low-Kick zu. Eine hart umkämpfte Runde 1, wobei der Gast von Baltic Thais anfangs besser mit seinem Gegner zurecht kam. Dogbar setzte seinem Kontrahenten doch immer mit gefährlichen Kontern zu, schlug gegen Ende der Runde viel mit rechts-links Kombinationen, welches Argandival gar nicht schmeckte. Runde 1 am Ende recht ausgeglichen. In Runde 2 und 3 plätscherte der Kampf vor sich hin, gegenseitig setzten sich beide mit harten Kicks zu. Dogbar wurde von seiner Ecke aufgefordert den Kampf in die Hand zu nehmen, denn nach Punkten lag er gegen Ende des Kampfes hinten. Aber auch Argandival machte den Sack aber auch nicht zu. Argandival siegte mit 2:1-Richterstimmen.


Hauptprogramm
Das Feld der acht Tournament-Fighter liess ebenfalls viel Platz für Spekulationen. Neben Titelverteidiger Shemsi Beqiri, IPTA-Weltmeister Bakar Barakat, ISKA-Weltmeister Tefvik Sucu und Thai-Star Surnsuc gesellen sich jetzt noch K-1 Max Fighter Marco Pique (Holland), Egon Racz (Slowakei), Rosario Presti (Italien) und Yavus Kayabasi (Holland) hinzu. Für Gym Kwan Fighter Dima Weimer wird der Einsatz in seiner Heimatstadt ein letzter Härtetest sein, denn im Dezember steht der WM-Titelkampf nach Version der WKN an. Eine gute Gelegenheit zum zu sehen wo man steht.

Das K-1 Rules Tournament
- 72kg / 3x3 min.
Egon Racz (Slowakei) vs Dima Weimer (Deutschland) Sieg Weimer
Das Turnier begann Egon Racz (Slowakei) gegen Dima Weimer aus Hamburg. Weimer machte einen technisch taktisch intelligenten Kampf, ließ den Slowaken keine Gelegenheit sich zu entfalten. Schnelle Tritte und eine gute Deckung verhalf Weimer schon zu Beginn viele Punkte zu sammeln. Racz war einfach mit den schnellen Fäusten von Weimar überfordert, schaute oft verdutzt ins Leere. Weimer ging kein Risiko ein und beendete den Kampf schon in der ersten Runde, weil der Slowake in einer Runde zweimal vom Ringrichter angezählt wurde.

Shemsi Beqiri (Schweiz) vs Rosario Presti (Italien) Sieg Beqiri
Der Gewinner der Fight Night III vom vergangenen Jahr Shemsi Beqiri (Golden Dragon, Schweiz) bekam es zuerst mit dem Italiener Presti zu tun. Beqiri versuchte von Anfang an das Tempo extrem hoch anzusetzen und zu halten. Presti lief quasi nicht nur seinem Gegner, sondern auch dem Tempo hinterher. Beqiri schlug harte Schwinger im Wechsel mit gedreht, gesprungenen Tritte zum Bauch seines Gegners. Lediglich fehlte es an der Präzision Beqiris einen satten Treffer zu landen. Presti kontere aus einer guten Deckung heraus, traf hin und wieder Beqiris Kopf. In den beiden Folgerunden blieb es dabei, Presti konnte sich nicht adäquat durchsetzen, Beqiri wurde zum einstimmigen Sieger erklärt.

Bakar Barakat (Syrien) vs Surnsuk (Thailand) Sieg Barakat
Bakar Barakat (Energy Gym, Deutschland) nahm es mit dem Thailänder Surnsuc auf. Surnsuc schien zu Beginn des Kampfes sehr konzentriert. Der Kölner Barakat erarbeitete sich einen leichten Vorteil in Rundes eins. Surnsuc kam jedoch immer wieder an der Deckung von Barakat vorbei, konnte diesen aber nicht damit ernsthaft in Bedrängung bringen. Barakat zeigte starke Nehmerqualitäten, denn Surnsuc biss sich förmlich fest, attackierte Barakat mit gesprungenen Kniestößen, die er alle allesamt an der Deckung Barakats hängen blieben. In Runde zwei brachte Barakat wie aus dem nichts ein gesprungenes Knie zum Kopf des Thailänders, welches diesen sofort taumeln ließ, der Ringrichter brach daraufhin den Kampf ab.

Marco Pique (Holland) vs Ulli Schick (Deutschland) Sieg Pique
Während es Schick in der ersten Runde noch ausgeglichen gestalten konnte, legte der Holländer Pique in Runde zwei noch eine Schippe drauf. Knallharte Low-Kicks und Schlagkombinationen von Seiten Pique setzen Schick immer mehr zu. Er wird angezählt kann sich aber noch in die dritte Runde retten. Gleich zu Beginn der dritten Runde krachte dann das Knie vom Holländer an das Kinn des Deutschen, welches das Ende für ihn einleutete. K.O.-Sieg für Pique.

Halbfinale-Paarungen
Dima Weimer vs Shemsi Beqiri Sieg Weimer
Im ersten Halbfinale standen sich der Hamburger Lokalmatador Dima Weimer und Titelverteidiger Beqiri gegenüber. Was vorher keiner wusste, es sollte der Kampf des Abends werden. Zumindest aus taktischer und technischer Sicht galoppierten sie allen anderen davon. Backkicks, Faustrückenschläge, gesprungen gedrehte Tritte und Schlagkombinationen, alles war dabei. Runde eins war von einem hohen Tempo bestimmt, welches beide locker gehen konnten. Niemand vermochte sich aber abzusetzen. Wenn überhaupt gab es einen leichten Vorteil für Weimer. Runde zwei wurde wohl zur entscheidenden, denn  Beqiri wurde wegen wiederholten runterdrücken des Kopfes von Weimer verwarnt und einen Punkt abgezogen. Beqiri versuchte durch viel Einsatz den Kampf zu retten. Schnelle Beide, knallharte Schläge. In der letzten Runde des Kampfes wurde dem Titelverteidiger aber langsam klar, dass er vielleicht den heute verlieren könnte. Doch er gab noch mal alles, aber jede Aktion wurde von Weimer gekontert. Der Sieg ging am Ende einstimmig mit 3:0 an Weimer.

Bakar Barakat vs Marco Pique Sieg Barakat
In Runde eins gab es nochmals technische Kabinettstückchen. Geheimfavorit Pique überzeugte durch ein gutes Auge, Barakat mit einer guten Deckung. Pique lag am Ende der ersten Runde aber leicht vorn. In Runde zwei und drei übernahm der Holländer immer mehr das Kommando im Ring. Barakat konterte zwar, blieb aber mit seinen Schlägen und Tritten jedes Mal an der Deckung von Pique hängen. Nur ein Lucky Punch konnte den langsam konsternierten Barakat noch retten, doch dieser kam plötzlich. Pique fiel auf seine Schulter und kugelte sich diese aus.

Finale
Bakar Barakt vs Dima Weimer Sieg Barakat
Der Kampf war des eines Finales würdig. Beide Kämpfer waren gezeichnet und holten trotzdem alles nochmals aus sich heraus. Beide verlegten ihren Stil jetzt aber mehr auf das Schlagen, denn Tritte waren einfach zu kraftraubend. Ein enger Kampf mit höhen und tiefen, welches Barakat am Ende mit 2:1-Ringrichterstimmen für sich entschieden hat.


IPTA - European ProAm Titel / K-1 Rules / + 96kg / 4x3 min.
Yahya El Yasir (Hamburg) vs Jairzinho Rozenstruik (Holland) Sieger Rozenstruik
Zwar konzentriert aber völlig gelöst zeigte sich Yahya El Yasir. Der Schützling von Veranstalter Human Nikmaslak hatte die Chance sich den EM-ProAM Gürtel der WKN zu holen. Der instruierte ihn vor seinem Kampf gegen den zwanzig Zentimeter größeren Holländer nochmals. Während Yasir eine Bilanz von 23 Kämpfen mit 14 K.O. und einem Unentschieden aufweisen konnte, lag der Holländer bei 13 Kämpfen, 2 K.O. und 2 Unentschieden. Bei dieser Gewichtsklasse gab es also viel Potential auf die Bretter geschickt zu werden. In Runde eins ließ sich dann aber Yasir zu oft den schneid abkaufen. Er riskierte anfangs zuwenig, dass nutzte der Holländer konsequent mit harten Kicks aus. Rozenstruik machte mehr Druck, Yasir konterte aber recht passabel. In Runde drei wurde der Druck gegen Yasir immer größer und die Konditionen immer weniger. Er ließ sich vom holländischen Hünen oftmals in die Ringecken drängen, um in dann zu bearbeiten. Obwohl Yasir noch einige harte Schläge ins Ziel abfeuern konnte, langte es am Ende nicht. Eindeutig ging der Kampf und die Europameisterschaft an Rozenstruik (3:0).

IPTA - World Title / K-1 Rules / + 96kg / 5x3 min.
Asmir Burgic (Fighting Gym) vs Ismael Londt (Team Slamm) Sieger Londt
Völlig übermotiviert bestreitete hingegen Buric seinen Kampf, musste zu oft von seiner Ecke im Tempo zurück gepfiffen werden. Er ließ oftmals zu ungestüm in die Schlagparaden des Holländers, bewies dabei aber gute Nehmerqualitäten. Burgic spürte die drohende Niederlage wohl, denn er wurde etwas ruhiger und setzte Londt dadurch unter großen Druck. Runde eins ging dennoch an Londt. In Runde zwei überschlugen sich dann die Ereignisse. Eine Minute war vorbei, als Burgic zu schmerzverzehrt zu Boden ging. Der Ringrichter hatte aber schon vorher den Kampf unterbrochen, so dass diese Aktion nicht gewertet wurde. Wenig später war die Deckung abermals von Burgic zu tief, er musste einen Leberharken nehmen, welches ihn zu Boden brachte. Der Kampf wurde zu Gunsten von Londt gewertet.

Am Ende dankte Human allen Zuschauern für ihr Erscheinen: „Wir wollten heute etwas Besonderes machen! Das ist uns auch geglückt“, sagte er abschließend.