Thai/Kickboxen

GnP wird Fünf!

Seit 01. Oktober wird Geburtstag gefeiert. GroundandPound - die größte deutschsprachige Kampfsportseite im Web feiert ihr fünfjähriges Bestehen. In diesen 1825 Tagen seit dem es GnP gibt, hat sich einiges in Kampfsport-Deutschland getan. Deutschland stellte wieder einen K-1 Max Fighter, die erste Qualifikation für den Kings Cup in Thailand und und und. Wir blicken für euch nochmal zurück auf interessante, spannende und auch lustige Momente in der Thai- und Kickboxszene.

Wir starten im Jahr 2005. Genauer gesagt war es der 12. November. Die Hessenhalle in Gießen war der Schauplatz der ersten Kings Cup Qualifikation. Wer mit dem Kings Cup nicht so viel anfangen kann dem sei gesagt, es ist das wichtigste Muaythai Event der Welt, sozusagen die Championsleague im Muaythai, der heilige Rasen von Wimbledon in Bangkok.
S-1 European Grand Prix in Giessen (Quelle via Hasan Cataltas)
Jedes Jahr treten die 8 vermeintlich stärksten Kämpfer dort vor einer Kulisse an, die seinesgleichen auf der Welt sucht. Zum damaligen Zeitpunkt schnappte sich der Schweizer Paulo Balicha das begehrte Ticket für den Flug nach Thailand. In Gießen besiegte er im Finale Masters Fighter Mark Vogel nach Punkten. Leider muss man sagen, war die Öffentlichkeit zu dem Zeitpunkt wohl noch nicht so angetan vom Kampfsport, denn man hätte sich doch mehr Zuschauer gewünscht.
Paulo Balicha nimmt Maß (Quelle via Hasan Cataltas)
Tyrone Spong marschierte durch Duisburg. A-1 Promoter Tarik Solak, der eigentlich aus der Türkei kommt, aber zum damaligen Zeitpunkt seine Veranstaltungen überwiegend in Australien abhielt, wagte den Sprung nach Deutschland, genauer gesagt in die Rhein-Ruhr Halle von Duisburg. Ein 8 Mann Tournament stand auf dem Programm bei dem ein Fighter ganz besonders herausstach. Tyrone Spong, der Schützling von Lucien Carbin gewann das Tournament in einer derart überzeugenden Manier, das es damals selbst dem letzten klar war, das dieser Kämpfer eine große Zukunft vor sich hatte. Mit einem Brutalo-Knockout gegen Rene Litschko, dem vorzeitigen Sieg gegen Senol Cetin kam er ins Finale und lies auch dort dem tapfer kämpfenden Senol Kiziltas keine Chance. Allerdings wurde der Event auch von einem nicht sonderlich netten Zwischenfall überschattet. King of the Ring Champion Gürkan Özkan verteidigte seinen Titel vorzeitig gegen Paul Adamic. Nach dem Kampf stieg der Wuppertaler Werner Kreiskott in den Ring und wollte Özkan zu einem Kampf bei einer späteren Veranstaltung herausvordern. Dies werteten die Landsleute von Özkan aber als Angriff auf ihren Mann, denn in Windeseile hatte sich der Ring mit wichtigen und solche die sich dafür halten, Personen gefüllt. Es drohte das Chaos und der Abbruch. Aber durch die ermahnenden Worte von Promoter Tarik Solak, konnte man dennoch nach einer Unterbrechung mit dem Programm fortfahren.

2006 - endlich wieder Live Kickboxen im TV
Es begab sich zu jener Zeit.., nein, halt. Wir befinden uns hier nicht bei der Weihnachtsgeschichte. Trotzdem, das Jahr 2006 wartete mit einigen sehr interessanten und vielleicht auch zukunftsweisenden Veranstaltungen auf. Obwohl man das zum damaligen Zeitpunkt sicherlich noch nicht so konkretisieren konnte.
S-1 Swiss Grand Prix 2006 (Quelle via GroundandPound.de)
Gleich zu Jahresbeginn stand mit der S-1 Swiss Qualifikation ein nicht uninteressanter Event in Basel an. Nun, wenn man so weit weg von der Heimat ist, dann kommt es auch schon mal vor, das der Veranstalter ein Hotelzimmer springen lässt oder was er selbst für ein solches hält. 4.30 Uhr in der Früh / Nacht, Lärm auf der Straße. Man schreckt aus dem Bett hoch und hört folgenden Satz "I don`t wanna f... you for this money". Spätestens jetzt war einem bewusst, wo man eigentlich gelandet war. Das Tournament konnte im Übrigen der Schweizer Irjad Muji für sich entscheiden
S-1 Swiss Grand Prix 2006 (Quelle via GroundandPound.de)
Es gibt Promoter, die haben eigentlich keine Ahnung von dem was sie tun. So auch bei einer Fight Night in Kreuzlingen (Schweiz). Gleich 5 WM-Titelkämpfe sollten es sein, in einer Eishockey-Halle. Keine Promotion, keine Zuschauer. Ok, gut 300 verliefen sich in der Halle, in die das Zehnfache reingeht. Der Höhepunkt war, als einer der Promoter zu einem Show-Fight gegen Don "The Dragon" Wilson in den Ring stieg. Der Promoter nahm das Wort "Show" nicht ganz so ernst und feuerte aus allen Rohren. Wilson schaut sich das entspannt an, bis es ihm zu bunt wurde und er seinen Kontrahenten in der 2. Runde wegklatschte. Blödheit wird eben bestraft.
Don Wilson schrieb schon wieder Autogramm. Sein Gegner wurde ärztrlich versorgt.
Die Masters Fight Night in der Uni-Halle von Wuppertal war ein voller Erfolg. Muaythai Superstar Yodsanklai Fairtex kam nach Deutschland um seinen WBC-Mauythai Titel gegen Mark Vogel zu verteidigen und der Thai machte es perfekt. Mit einem knallharten Ellenbogen streckte er den Duisburger nieder. Der berappelte sich zwar wieder, allerdings hatte sich ein Cut gebildet und der Kampf war auch schon wieder nach Runde 1 vorbei.
Mark Vogel vs Yodsaenklai Fairtex 2006 (Quelle via GroundandPound.de)
Mit Spannung wurde auch das Schwergewichtsduell von Florian Ogunade und Karl Glischynski erwartet, welches der Hamburger schon vorzeitig in Runde 1 für sich entscheiden konnte. Promis wie Ex-Bundesliga Coach Holger Fach, oder die Düsseldorfer Rotlicht Größe Berti Wollersheim liesen sich das Spektakel nicht entgehen Ach ja Berti, der stand mit Bodyguard und Begleitung vor der Halle. Da kamen doch glatt zwei Kiddies in Jogginganzügen vorbei und einer davon meinte "Hey, du siehst aus wie ne Schwuchtel". Während dem Bodyguard die Augen drohten rauszufallen, gab es nicht wenige, die sich fast in die Hose gemacht hätten vor lachen. Nebenbei sei noch bemerkt, Yodsaenklai war nicht nur im Ring gut drauf. Auch im Hotel, denn da wurde bis morgens um 06.30 gefeiert. Dann war Schluss, weil Wladimir Klitschko seinen WM-Titel verteidigte.
Yodsaenklai Fairtex & sein Coach mögen GnP ! (Quelle via GroundandPound)
Äusserst bemerkenswert war die Nürtinger Fight Night. Bemerkenswert deshalb, weil es gerade mal 2 A-Klasse Kämpfe im Kickboxen gab und der Rest mit Newcomern aufgefüllt wurde. Dies tat der Stimmung keinen Abbruch - im Gegenteil. Stellenweise musste man wirklich Angst haben, das die Hallen dem Jubel des frenetischen Publikums stand hält. Einfach irre.
Gökhan Arslan visiert Bela Zhanto an (Quelle via Hasan Cataltas)
In Neu-Ulm startete die Dodge Trophy Serie von Promoter Serdar Karaca. Es sollte eine Serie werden mit einem 8 Man Tournament Final auf welches wir später im Jahr 2007 blicken werden. Die erste Vorausscheidung gewann "Pitbull" Foad Sadeghi gegen den zähen Jan van Denderen. Promoter Serdar Karaca konnte sich die EM-Krone des WPKC leider nicht aufsetzen, er verlor vorzeitig in Runde 2.
Dodge Trophy 2006 (Quelle via Hasan Cataltas)
Auch in Sachen TV hatte sich einiges getan. Eine ganze Stunde Live auf Sport 1, das war im Oktober der Limani Event aus der Frankfurter Ballsporthalle. Mit Tobias Drews war die Ikone unter den Boxsportkommentatoren vor Ort. Während Mirdi Limani seinem Kontrahenten Fernando Caleros, stand schon für K-1 Max im Ring, das Handgelenk anknackste und damit vorzeitig besiegte, lies sich der Ringrichter zu einer witzigen Szene hinreissen. Im Kampf von Lima vs Barakat, der kurzfristig im Muaythai standfand, beschwerte sich Lima`s Trainer Denis Krauweel wegen der Frontkicks von Barakat sehr lautstark. In diesem Moment vergaß der gute Ringrichter das sein Mikro noch offen war und kommentierte das ganze mit einem kurzen "Shut up and left the Ring". Für die Zuschauer ein funny Moment.
Mirdi Limani vs Fernando Caleros (Quelle via Thomas Ungeheuer)
2007 - weniger ist manchmal mehr
Diese Aussage trifft auch für das Jahr 2007 zu. Gemeint ist damit die ISKA-Veranstaltung in der Paul-Wegmann Halle von Ingolstadt. Gerade mal 3 Kämpfe hatte der Promoter im Programm, dafür aber jede Menge Show, was bei den Zuschauern in der mehr oder weniger ausverkauften Halle sehr gut an kam. Stars wie Stefan Leko, Michaela Schaffrath oder Florian Simbeck (Erkan & Stefan) saßen begeistert im Publikum. Sportlich verteidigte Lorand Sachs seinen WM-Gürtel mit einem klaren Punktsieg über Rene Kretschmar.
2.000 Zuschauer füllten die noch leere Halle. (Quelle via GroundandPound.de)
Eine Ebenfalls interessante Fight-Card hatte die Masters Fight Night im Kölner Energy Dome. Leider wurde dieser Event von den Zuschauern nicht so wirklich angenommen. Das ausgezeichnete Wetter und die Tatsache das Box-Champion Felix Sturm seinen Titel im benachbarten Oberhausen verteidigte machte den Veranstaltern einen dicken Strich durch die Rechnung. Neben Pro7 Moderator Daniel Aminati hatten die RTL-Autoverkäufer Jörg und Dragan ihren Spass machten gegenüber GnP folgende Aussage "Der Micha, unser Lehrling, ist ein lieber und netter Kerl, aber leider keine große Leuchte". Das sieht man auch in den Folgen.
Die Gladiatoren der MFN in Köln 2007 (Quelle via GroundandPound.de)
Das Münchner Bürder-Paar Mladen und Pavlica Steko hatten ihr Stekos-Fight Night Reihe in der bayrischen Landeshauptstadt München mittlerweile fest etabliert. Durch konsequentes und zielstrebiges arbeiten hatte man auch das damalige DSF, heute Sport1, als Partner gewonnen. Auch wenn manche Kämpfe vielleicht nicht ganz nach dem Geschmack von eingefleischten Kampfsport-Fans waren, der Erfolg gibt den Münchnern definitiv recht und das steht außer Frage.

Mark Vogel und Bakar Barakat - ein Duell auf das viele Kampfsport-Fans gewartet hatten fand in der Masters-Gym Arena statt. Barakat zeigte keine Scheu in der Höhle des Löwen anzutreten, im Gegenteil in Runde 3 hatte er Vogel am Rande einer Niederlage, konnte den sprichwörtlichen Sack nicht zu machen. Am Ende gab es ein schmeichelhaftes Unentschieden - ein Ergebnis mit dem keiner der Kämpfer zufrieden sein konnte. Zum Re-Match der beiden im Rahmen des German King Cups - Round 1 in Rostock kam es leider nicht, da sich Vogel verletzt hatte. Dafür legte der German King Cup eine beeindruckende Premiere in Rostock hin. 4.500 Zuschauer in der Stadthalle, eine atemberaubende Stimmung und mit Lokalmatador Rene Litschko ein mehr als würdiger Sieger. Veranstalterherz was willst du mehr?

So langsam aber sich begann sich auch die Mix Fight Reihe in Darmstadt zu einer festen Größe zu etablieren. Auch wenn die 6. Auflage eher zu den schwächeren Veranstaltung zählen dürfte. Trotzdem hatte man mit Daniel Weichel oder Nordin Ashri zwei Top-MMA Kämpfer an Bord die ihre Aufgaben, Ashri gegen Marciner und Weichel gegen Jaquier, mit bravour meisterten. Die Loklakämpfer wie Muhammed Gür konnte ihre A-1 Titelkämpfe jeweils vorzeitig für sich entscheiden. Leider hatten deren Gegner nicht ihr Niveau.
Muhammed Gür (rechts) vertrimmt Vasilis Natsis (links) - (Quelle via Hasan Cataltas)
Weniger erfreulich war eine Veranstaltung in Mönchengladbach. Von 15 angesetzten Kämpfen stand dann nur noch ein einziger fest. Ein derart unprofessionelles Verhalten von Trainern und Kämpfern hat man selten gesehen. Da steht ein Kämpfer auf der Liste, der kann nicht, schickt aber seinen Bruder vor. Nur das der 6kg über dem Limit lag und meinte er müsse kein Gewicht machen. Da holt er doch lieber seinen Trainer den "großen Meister Ali". Ungläubiges Staunen weil ihn aber kein Mensch kennt, den sogenannten großen Meister.

Mit The Championsclub gab es ein neues Veranstaltungsformat und Promoter Bernard Caplin hatte sich gleich zu Beginn weit aus dem Fenster gelehnt. Holte er doch den kanadischen Muaythai Star Clifton Brown nach Bamberg der gegen Tyrone Priest West um den WMC-Muaythai WM Titel kämpfe. Der Kanadier gewann, weil sich Priest verletzte. Es wäre mühsam zu spekulieren was wäre wenn passiert. Die Veranstaltung konnte trotz eines kleinen Brandes in der Küche vollends überzeugen.
Clifton Brown vs Priest West bei TCC2007 (Quelle via Hasan Cataltas)
Und dann stand es endlich an, das Dodge Trophy Final im Ulmer Blautalcenter, dem größten in Baden-Württemberg. Eine Top-Location und eine super Aufmachung - Promoter Serdar Karaca hatte alles richtig gemacht. Dabei war das 8 Mann Tournament Feld richtig stark besetzt. Denis Schneidmiller, Marco Pique, Foad Sadeghi, Alban Ahmeti, Muhammed Gür, Alex Vogel, Viktor Harder oder Denis Oliwka lieferten eine beeindruckende Performance ab.
Denis Schneidmiller - in der Ruhe liegt die Kraft (Quelle via GroundandPound)
Das Finale, kein Hollywood Author hätte es besser schreiben können. Der kleine arme Denis, gegen den großen bösen Marco. Ok, klingt drastisch, aber rein optisch wirkte es so. Beide Fighter wurden mit einer Dodge Viper an den Ring chauffiert. Eine irre Stimmung, die Zuschauern gingen hier ab wie das sprichwörtliche Zäpfchen. Nicht einmal der Ringrichter konnte unter dem Lärm den Gong noch hören. Am Ende noch eine Verlängerungsrunde, das war wie die Kirsche auf der Sahne eines Eisbechers. Ein knapper, aber nicht unverdienter Sieg für Denis Schneidmiller in einem der besten Kämpfe der vergangenen Jahre.
Denis Schneidmiller siegt über Marco Pique (Quelle via GroundandPound)
Soviel erstmal für Teil 1 unseres Rückblicks anlässlich des 5. Jahrestages von GroundandPound. Natürlich hat es noch weitaus mehr Veranstaltungen im Thai- und Kickboxbereich gegeben. Teil 2 wird es in den kommenden Tagen hier auf unserer Webseite online gehen. Dort gibt es viel nackte Haut, Veranstaltungen die immer besser werden, weil Veranstalter begriffen haben was sie zu tun haben und noch einige Anekdoten mehr. Lasst euch überraschen.