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Glory 49: Die Nachwehen vom Samstag

Glory 49 in Rotterdam ist Geschichte und der Branchenprimus hat mit diesem Event jetzt schon ein äußerst erfolgreiches Jahr abgeschlossen. Für 2018 ist einiges in Planung, u.a. soll es den ersten Event in Brasilien geben. Doch wie geht es für die strahlenden Sieger vom Wochenende in der Zukunft weiter?

Rico Verhoeven vs. Badr Hari II?
Er kam, er sah und machte seiner Ankündigung wahr. Rico Verhoeven verteidigte seinen Titel im Schwergewicht durch K.o. in der fünften Runde, hatte aber mit Jamal Ben Saddik wesentlich mehr Probleme, als man es hätte meinen können. Denn bei seinen letzten Gegner hatte man teilweise schon das Gefühl, dass sie nicht in derselben Liga wie der Holländer spielten. Doch wer wird nun der nächste Gegner sein? Ismael Londt wohl kaum. Der ist zwar eigentlich noch Top-Herausforderer, da er das Turnier bei Glory im vergangenen Jahr in Kopenhagen gewann, musste sich zuletzt allerdings sowohl Jamal Ben Saddik, wie auch am Wochenende D'Angelo Marshall geschlagen geben.

Eben jener Marshall, der das Turnier bei Glory 41 für sich entscheiden konnte. Egal, wer es letztendlich werden wird, die Spatzen pfeifen es von den Dächern, dass es 2018 den Rückkampf gegen Badr Hari geben wird. Hari selbst wird sein Comeback bei Glory 51 am 3. März in Rotterdam geben, sollte dies erfolgreich für den Marokkaner verlaufen, dann könnte es im September vermutlich zum Re-Match mit Rico Verhoeven kommen. Angeblich soll die Amsterdam Arena als Austragungsort dienen.
Tendenz: Verhoeven vs. Marshall und dann Badr Hari in 2018

Alex Pereira vs. Simon Marcus II?
Was nicht viele geglaubt haben, ist am letzten Wochenende Alex Pereira gelungen. Der Brasilianer verteidigte seinen Titel im Mittelgewicht durch einen vorzeitigen Sieg gegen Top-Herausforderer Yousri Belgaroui. Viele Kandidaten kommen nun für Pereira ehrlich gesagt nicht in Frage. Da man aber in diesem Jahr auch in Brasilien veranstalten möchte und mit Pereira jetzt auch ein Zugpferd hat, wäre es gut möglich, dass man einen Rückkampf gegen den ehemaligen Titelträger Simon Marcus ansetzt. Diesen hatte er in China überraschend nach Punkten bezwingen können und ein Duell Brasilien vs. Kanada ließe sich bestimmt auch nicht schlecht verkaufen.

Oder kommt es doch zum Duell mit Jason Wilnis? Der Holländer verlor seinen Titel bei Glory 40 an Marcus und musste den Herausforderer-Kampf gegen Belgaroui wegen einer Verletzung ebenfalls abgeben. Es wäre auch gut möglich, dass man Marcus und Wilnis gegeneinander stellt und der Sieger dann gegen Pereira antreten darf. Das Belgaroui direkt einen Rückkampf erhalten wird, scheint indes eher unwahrscheinlich.
Tendenz: Pereira verteidigt den Titel 2018 in Brasilien

Aliem Nabiev - quo Vadis?
Nach sein Sieg zum Auftakt bei Glory 47 in Lyon ließ Aliem Nabiev aus Aserbaidschan verlauten, dass auf dem Weg zu einem Titelkampf nur Nieky Holzken als nächster Gegner in Frage komme und den bekam er am vergangenen Samstag auch vorgesetzt. Holzken, im vergangenen Jahr noch die unangefochtene Nummer eins, musste gegen Nabiev die dritte Niederlage in Folge hinnehmen - ein Szenario welches man bisher vom Holländer nicht kannte. Keine Frage, dass Nabiev mit diesem Sieg gehörig Oberwasser bekommen hat und am liebsten sofort um den Titel kämpfen möchte. Doch damit muss er sich erst einmal gedulden.

Denn Murthel Groenhart wird seinen Titel zunächst am 16. Februar bei Glory 50 in Chicago gegen Harut Grigorian verteidigen. Frühestens im April 2018 könnte ein solcher Titelkampf über die Bühne gehen. Höchstwahrscheinlich wird man Nabiev bis dahin noch einmal in einen Superfight stecken - vielleicht gegen Cedric Doumbè? Dieser meldete sich mit einem Erfolg gegen Landsmann Yohan Lidon zurück und schielt ebenfalls wieder in Richtung Titel.
Tendenz: Nabiev zunächst mit Superfight, aber nicht gegen Doumbè

Talfahrt von Holzken hält an
Er wollte wieder zurück auf die Siegerstraße, musste aber ernüchternd feststellen, dass es damit noch etwas dauern wird. Nieky Holzken verpasste mit der Niederlage gegen Alim Nabiev den für ihn so wichtigen Befreiungsschlag und steht stattdessen mit drei Niederlagen in Folge da. Natürlich besitzt der Namen Holzken noch immer Zugkraft, aber wie lange noch? Mittlerweile ist er auf Platz fünf der Rangliste abgerutscht, nur noch einen Platz vor Nabiev und dann gibt es noch Eyevan Danenberg, den man ebenfalls nicht außer Acht lassen sollte.

Auch wenn der momentan gerade an den Top-10-Platzierungen kratzt, für die Zukunft muss man Danenberg auf dem Zettel haben. Ganz zu schweigen von Yoann Kongolo, der momentan noch auf Platz drei geführt wird und selbst ein Karim Benmansour steht aktuell noch einen Platz vor Holzken. Ein Sieg wird also dringender denn je benötigt, wenn er sich wirklich noch einmal für einen Titelkampf empfehlen möchte.
Tendenz: Holzken kommt 2018 zurück, erstmal in einem Superfight