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Glory 48: Die Nachwehen von New York

Anissa Meksen triumphiert in New York. (Foto: Glory Sports International)

Glory 48 in New York ist Geschichte und wie nach jedem Event stellt sich die Frage welche Kämpfer sich in der Zukunft Hoffnung auf mehr machen können und wer sich weiter hinten anstellen muss.

Kevin VanNostrand vs. Robin van Roosmalen?
Unter dem Jubel der Zuschauer sicherte sich der US-Amerikaner Kevin VanNostrand den Interims-Titel im Federgewicht durch einen K.o-Erfolg über Anvar Boynazarov aus Usbekistan. Damit festigte dieser seine Top-Position in der Rangliste und wird als Pflichtherausforderer für Robin van Roosmalen geführt. Die Frage aber ist, ist Kevin VanNostrand überhaupt schon bereits für einen solchen Titelkampf? Ihm selber braucht man diese Frage sicher nicht zu stellen.

Vom Leistungs-Niveau her gesehen dürfte dies allerdings eher weniger der Fall sein. Klar, VanNostrand gewann fünf seiner sechs Kämpfe bei Glory, drei davon vorzeitig. Sicherlich eine beeindruckende Bilanz, aber ein Kaliber wie ein Robin van Roosmalen hatte er bislang noch nicht vor den Fäusten gehabt. Der Holländer fühlt sich wohl bei seinem Gewicht, würde aber lieber einen "Champion vs. Champion"-Kampf gegen Sitthichai Sitsongpeenong bestreiten, als sich mit dem US-Amerikaner zu beschäftigen. Doch schon aus Gründen der Glaubwürdigkeit wird es sehr wahrscheinlich zu diesem Kampf kommen.
Tendenz: Kampf kommt in 2018

Anissa Meksen - Who's next?
Sie kam, sie sah und sie machte ihre Ankündigung wahr. Anissa Meksen entthronte am vergangenen Freitag Tiffany van Soest und ist nun die neue Titelträgerin im Super-Bantamgewicht. Doch wer wird die nächste Herausforderin für Frankreichs Superstar? Drei Namen könnten hier eine Rolle spielen. Da wäre zum einen deren Landsfrau Amel Dehby. Diese stand im vergangenen Jahr im Finale des Super-Bantamgewichts Grand Prix wo sie sich allerdings Tiffany van Soest geschlagen geben musste - ihr bisher einzige Niederlage. Nur von Dehby hat man seit einem Jahr nichts mehr gehört. Zudem musste sie den Kampf gegen Meryem Uslu im September absagen.

Dann wäre da die Holländerin Isis Verbeek, welche im Halbfinale des Grand Prix zwar an Ahmel Dehby scheiterte, trotzdem als äußerst vielversprechendes Talent bei unseren Nachbarn in Holland gehandelt wird. Auch um sie ist es in den vergangenen Monaten eher ruhig geworden, was aber auch daran liegt, dass Glory bisher darauf verzichtet hat, den Frauen eine weitere Chance im Rahmen der Superfight Series einzuräumen.

Als drittes und das wäre wohl die eher unwahrscheinlichste Lösung, wäre ein komplett neues Gesicht und da fällt einem zwangsläufig die Britin Iman Barlow ein. Diese hatte vor drei Jahren schon einmal das Vergnügen mit Meksen und wurde von der Französin böse in der zweiten Runde ins Land der Träume geschickt. Natürlich ist das nur Zukunftsmusik, aber mit der Verpflichtung von Meksen hatte man in diesem Jahr auch nicht unbedingt rechnen können.
Tendenz: ein bekanntes, aber kein neues Gesicht

Camozzi & Silva - Quo vadis?
Mit Chris Camozzi und Thiago Silva hatte sich Glory die Dienste zweier UFC-Veteranen gesichert, die beide ohne größere Probleme ihre Auftaktkämpfe für sich entscheiden konnten. Während bei Camozzi bekannt ist, dass er einen Deal über mehrere Kämpfe unterzeichnet hatte und dieser mit einem vorzeitigen Sieg glänzen konnte, muss man abwarten, wie sich die Verantwortlichen bei Silva entscheiden werden. Klar ist, beide hatten dankbare Aufgaben zum Auftakt, was aber auch logisch ist, wenn man die beiden aufbauen möchte, um langfristig etwas von ihnen zu haben. Die Aufgaben in der Zukunft werden garantiert nicht einfacher werden und erst dann wird man sehen können, welches Potenzial beide wirklich besitzen.
Tendenz: beide kommen 2018 wieder