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Glory 44: Die Nachwehen von Chicago

Wer wartet als nächstes auf Murthel Groenhart? (Foto: Glory Sports International)

Glory 44 ist Geschichte. Eine Titelverteidigung, ein neuer Champion und ein neuer Nummer eins Herausforderer wurden im Sears Centre von Chicago gekrönt.

 

Kommt Groenhart vs. Grigorian II?

Murthel Groenhart ließ seinen Worten Taten folgen und entthronte Cedric Doumbè als Champion im Weltergewicht. Die geteilte Entscheidung der Punktrichter lässt erahnen, wie eng es in diesem Kampf zur Sache ging. Ein direkter Rückkampf der beiden scheint derzeit eher unwahrscheinlich, aber auch nicht unrealistisch zu sein. Zwei Szenarien stehen zur Auswahl die auch einen Sinn ergeben würden.

Erstens: Groenhart verteidigt den Titel gegen Nummer ein Herausforderer Harut Grigorian. Da würden die beiden Holland-Events am 30. September in Amsterdam und am 9. Dezember in Rotterdam passen. Wobei das erste Datum wohl auf Grund der kurzen Zeit wohl kaum in Frage kommt. Zweitens: Es gibt den Rückkampf gegen Doumbè, welcher bei Glory 47 am 28. Oktober in Lyon steigen könnte. Wäre möglich, aber eher unwahrscheinlich, da man erst bei Glory 42 in Paris Doumbè als Headliner hatte und nun verstärkt Groenhart in das rechte Licht wird rücken wollen.
Tendenz: Groenhart vs. Grigorian II noch in 2017

 

Tiffany van Soest vs. Anissa Meksen?

Tiffany van Soest verteidigte am vergangenen Freitag zum ersten Mal ihren Titel im Super-Bantamgewicht durch Abbruch in der vierten Runde gegen Meryem Uslu. Da diese kurzfristig mit nicht einmal einer Woche Vorbereitung eingesprungen war, sollte der Sieg auch nicht überbewertet werden. Dennoch schielen viele Fans nun auf ein mögliches Duell gegen Frankreichs Superstar Anissa Meksen - es wäre der Knaller schlechthin. Meksen gab bei Glory 43 in New York ihr Debüt und konnte Jady Menezes problemlos via einstimmiger Punktentscheidung bezwingen.

Ob es 2017 zu diesem Duell kommen wird? Anbieten würde sich Glory 47 am 28. Oktober in Lyon, da man dort wegen der großen Bekanntheit von Meksen ein solches Duell gut promoten könnte. Natürlich würde es auch in den USA Sinn ergeben, damit man dort noch besser Fuß fassen könnte. Es bleibt abzuwarten, wie stark die Frauen bei Glory in der Zukunft eingebunden werden.
Tendenz: Kampf möglich, wohl aber erst in 2018

Kehrt Meryem Uslu zurück?

Die Hamburgerin Meryem Uslu ergriff die Chance beim Schopf und stieg mit nicht einmal einer Woche Vorbereitung, eigentlich mit überhaupt keiner Vorbereitung, in Chicago gegen Tiffany van Soest in den Ring. Dass unter diesen Umständen eine Niederlage zu erwarten war - geschenkt. Vielmehr könnte man Uslu aufgrund des spontanen Einsatzes und ihrer Reputation einen weiteren Kampf anbieten. Verdient hätte sie es allemal. Denn es war ja nicht das erste Mal, dass Glory bei Uslu angefragt hat und es wäre eine Bereicherung für das Super-Bantamgewicht.
Tendenz: Uslu kommt wieder, wohl erst 2018

Was machen Abraham & Jacoby?

Bei Glory 44 kehrte Richard Abraham nach zwei "unglücklichen" Niederlagen durch einen Erfolg über Daniel Morales aus Mexiko zurück in die Erfolgsspur. Ein wichtiger Sieg für den Weltergewichtler, der Anfang diesen Jahres sogar kurzzeitig von einem Titelkampf träumen durfte. Mit diesem Sieg stehen die Zeichen wieder ganz auf einem Platz im Herausfordererturnier und diesen wird "Maximus" Abraham garantiert auch erhalten. Dann heißt es für den US-Amerikaner wieder "No more Mr. Nice Guy".

Für dessen Landsmann Dustin Jacoby bedeutete der Auftritt in Chicago das Comeback nach mehrmonatiger Verletzungspause. Der ehemalige Nummer eins Herausforderer im Mittelgewicht hatte dabei keinerlei Probleme, den Debütanten Sean Choice durch die Drei-Knockdown-Regel bereits in Runde eins zu bezwingen. Choice ist natürlich nicht der Nabel der Welt, aber für Jacoby war es ein guter Gradmesser beim Comeback und ein Schritt in die richtige Richtung.
Tendenz: beide mit Platz in einem Herausforderer-Turnier