Thai/Kickboxen

Glory 39: Doumbè und Sitthichai verteidigen Titel

Am 25. März ging im Vorest National in Brüssel der erste Europa-Event von Glory im Jahr 2017 über die Bühne. Zwei Titelkämpfe, ein Contender Tournament und eine Reihe von vielversprechenden Superfights standen auf dem Programm. Im Hauptkampf des Abends ging es um den Titel im Weltergewicht zwischen Cedric Doumbè und Yoann Kongolo.

Doumbè verteidigt Titel

Nur kurz hielten sich die beiden Akteure in der Auftragsrunde mit taktischem Geplänkel auf, ehe sie aktiv wurden. Kongolo wollte auch im dritten Duell der beiden den Sieg - und sich damit zum neuen Champion krönen. Dass Doumbè diesen nicht umsonst von Nieky Holzken gewonnen hatte, zeigte dieser von Beginn an. Vor allem mit seinen Fäusten konnte er eine überaus deutliche Mehrzahl von Treffen ins Ziel bringen und Kongolo damit vor Probleme stellen. Ab der vierten Runde ließ sich der Titelverteidiger immer wieder zu Spielereien hinreißen, da er sich wohl recht sicher war, hier klar in Front zu liegen.

Das nervte Kongolo, der Doumbè aufforderte ihm entgegen zu kommen, was diesen aber relativ kalt ließ. In der fünften und letzten Runde wurde es dem Ringrichter zu viel. Er musste beide Kämpfer für ihre Spielereien ermahnen. Kongolo sollte es in dieser Runde nicht gelingen Doumbè entsprechend in Bedrängnis zu bringen, um das Blatt noch zu wenden. Das sahen dann auch die fünf Punktrichter so, diee den Kampf mit 47-48, 50-45, 50-45, 50-45 und 50-45 für Doumbè werteten.

Jamal Ben Saddik ohne Probleme
Ohne große Probleme sicherte sich Jamal "Big" Ben Saddik einen hochverdienten Punktsieg über Gute Inocente aus Brasilien. Saddik diktierte das Duell von der Mitte des Rings heraus. Inocente wirkte wie der Hase auf der Flucht und fand keinerlei Mittel gegen den Marokkaner. Das Interessante passierte dann nach dem Kampf, als Saddik den Titelkampf gegen Verhoeven forderte und dieser sogleich in den Ring stieg, um sich darüber lustig zu machen, dass es Saddik nicht gelang seinen Gegner K.o. zu schlagen, obwohl er reichlich Möglichkeiten dazu hatte. Die letzten Worte von Verhoeven: "If you want it, let's do it".

Glory Contender Tournament
Schon vor dem Beginn des Hauptprogramms tippte Ex-Champion Robin van Roosmalen das Finale mit Adamchuk vs. Kiatmookao. Er sollte Recht behalten. Während der Thailänder sich via einstimmiger Punktentscheidung gegen Alexej Ulyanov behaupten konnte, machte Adamchuk ihm dies mit dem selben Ergebnis gegen Nafi Bilalovski gleich.

Im Finale war es Petchpanomrung, der mit seinen Kicks die ersten Akzente setzen konnte, während Adamchuk einen Moment brauchte, um seine Fäuste richtig in das Spiel bringen zu können. Allerdings hatte der Ukrainer wohl nicht ganz verstanden was Clinchen eigentlich bedeutet. Clinchen darf man, sofern man dabei auch aktiv arbeitet. Benutzt man den Clinch, nur um eine Offensiv-Aktion des Gegners zu unterbinden, so wird dies als Foul angesehen. Dort war Petchpanomrung der aktivere Kämpfer und konnte hier auch seine Punkte sammeln, was sich auch auf den Zetteln der Offiziellen niederschlagen sollte. Diese sahen den Kampf mit 28-29, 29-28, 30-27, 30-27 und 29-28 für Petchpanomrung, welcher dieses Contender-Tournament für sich entscheiden konnte und nun bei Glory 41 auf Robin van Roosmalen treffen wird.

Glory-Leichtgewicht: Sitthichai mit vorzeitigem Sieg
Wesentlich mehr Probleme als man es hätte vermuten können hatte Leichtgewichts-Champion Sitthichai Sitsongpeenong mit Herausforderer Dylan Salvador aus Frankreich. Dieser versteckte sich keineswegs und machte dem Champion zunächst das Leben im Seilgeviert recht schwer. Der Franzose stand nicht zurück und konterte die Kicks von Sitthichai mit schnellen Boxkombinationen. In diesem Bereich zeigte er sich zwar verbessert, sollte dann aber doch mit einer altbewährten Aktion zum Ziel gelangen. So war es in der vierten Runde als Sitthichai Salvador mit einem sauberen Knie genau auf dem Solarplexus traf, wovon dieser zu Boden musste, sich davon aber nicht mehr erholen konnte. Erfolgreiche Titelverteidigung also von Sitthichai Sitsongpeenong.

Glory Superfight Series
Kaum Überraschungen gab es in den restlichen Kämpfen der Superfight Series. Die eigentliche Überraschung hier war, dass der eigentliche Schwergewichtskracher zwischen Hesdy Gerges und Chi-Lewis Parry nicht stattfinden konnte. Beide Kämpfer waren am Vortag auf der Waage und zeigten sich angriffslustig. Gerges hatte sich zwei Monate auf diesen Kampf vorbereitet - offenbar umsonst. Für Parry war anscheinend kein Paar Handschuhe vorhanden, in welche der Brite mit seinen Fäusten hätte schlüpfen können. Bei seinen bisherigen fünf Kämpfen war dies allerdings nie ein Thema gewesen.

Alles nach Plan lief es für Marat Grigorian, welcher sich nach seiner Niederlage gegen Sitthichai mit einem T.K.o. Erfolg in der zweiten Runde über Neuling Anton Petrov zurückmeldete. Dessen Namensvetter Harut Grigorian (beide sind nicht verwandt) fuhr ebenfalls seinen nächsten Sieg ein und konnte sich mit einer einstimmigen Punktentscheidung gegen Pavol Garaj behaupten. Tyjan Beztati, welcher bei Glory 36 einen Sieg gegen Andrej Bruhl feiern konnte, ließ diesem Erfolg in Brüssel einen vorzeitigen Sieg gegen Sabri Henia folgen, welchen er durch T.K.o. (3 Knockdown Regel) bezwang.
Dagegen war das Debüt von Meng Qinghao, dem ersten Kämpfer aus China, welcher für Glory in den Ring gestiegen ist, eine ganz knappe Angelegenheit. Gegen Killian Moulun aus Frankreich, der kurzfristig für Junus Majandinov eingesprungen war, reichte es nur zu einer geteilten Punktentscheidung.

Anbei alle Ergebnisse auf einen Blick:

Glory 39: Brüssel
25. März 2017
Vorest National, Brüssel


Glory-Titelkampf im Weltergewicht
Cedric Doumbè bes. Yoann Kongolo durch geteilte Punktentscheidung

Glory-Contender Tournament / Finale
Petchpanomrung Kiatmookao bes. Serhiy Adamchuk durch geteilte Punktentscheidung

Glory-Superfight
Jamal Ben Saddik bes. Guto Inocente durch einstimmige Punktentscheidung

Glory-Contender Tournament / Semi-Finals
Petchpanomrung Kiatmookao bes. Alexei Ulyanov durch einstimmige Punktentscheidung
Serhiy Adamchuk bes. Nafi Bilalovski durch einstimmige Punktentscheidung

Glory Superfight Series

Glory-Titelkampf im Leichtgewicht
Sitthichai Sitsongpeenong bes. Dylan Salvador durch T.k.o. in Runde vier

Tyjani Beztati bes. Sabri Henia durch T.k.o. in Runde drei
Harut Grigorian be.s Pavol Garaj durch einstimmige Punktentscheidung
Marat Grigorian bes. Anton Petrov durch T.k.o. in Runde zwei
Meng Qinghao bes. Killian Moulun durch geteilte Punktentscheidung