Thai/Kickboxen

Glory 36: Die Nachwehen aus Oberhausen

Der erste Event von Glory auf deutschem Boden ist Geschichte und man darf wohl zu Recht von einer grandiosen Veranstaltung sprechen, die am vergangenen Wochenende in der Arena über die Bühne gegangen ist. Doch wie geht es nach der Veranstaltung mit den Kämpfern weiter?

Verhoeven vs. Hari II?

Es war der Kampf, auf den die Fans mit Spannung gewartet hatten und welcher dann ein Ende nahm, mit dem eigentlich kein Kämpfer so richtig zufrieden sein kann. Nach einer überraschend starken Auftaktrunde von Hari, kam Verhoeven ab Runde zwei besser in dieses Duell. Doch bevor der Champion im Schwergewicht so richtig in Fahrt gekommen war, war der Kampf auch schon wieder vorbei, da sich Hari nach einer relativ harmlos ausschauenden Aktion nicht mehr dem Kampf stellen konnte und vom Ringrichter ausgezählt wurde. Wie die Bilder aus dem Live-Stream deutlich machten, hatte sich Hari am Arm verletzt - man vermutet sogar, dass er gebrochen ist und er deshalb in ein Krankenhaus musste.

Noch im Ring sagte Verhoeven einem Rückkampf zu, weil er als Kämpfer so nicht gewinnen wollte. Ob es dazu auch tatsächlich kommen wird, scheint fraglich zu sein, aber wenn das liebe Geld stimmt, dann ist ja bekanntlich vieles möglich. Wie auch immer, man könnte mit diesem Kracher erneut einiges beweg

Doumbè vs. Holzken II?

Es war eine der größten Überraschungen des Abends. Großmaul Cedric Doumbè hatte offenkundig im Vorfeld die These aufgestellt, dass er der neue Champion im Weltergewicht von Glory werden würde. Dass er diesen Sprüchen dann auch Taten folgen lässt, damit hätten dann wohl nur die wenigsten gerechnet.

Holzken hatte angekündigt, die Niederlage wie ein Mann zu tragen und wieder zurück zu kommen. Da Glory am 11. März 2017 erneut in Paris gastieren wird, wäre hier ein möglicher Rückkampf eine Option. Allerdings sollen für das kommende Jahr auch Veranstaltungen in Amsterdam wie auch Rotterdam auf dem Fahrplan des Branchenprimus stehen. Hier könnte man natürlich weitaus mehr mit Ticketverkäufen erreichen als in Paris, wo Doumbè zwar bekannt ist, aber eben auch nicht so ein Zugpferd ist wie es Holzken in Holland ist. Daher - sollte es überhaupt dazu kommen - würde Holland weitaus mehr Sinn ergeben.

Aber kommt Holzken tatsächlich noch einmal zurück? Im vergangenen Jahr hatte "The Natural" im Gespräch mit GNP1.de erklärt, dass er noch zwei bis drei Jahre im Kickboxen aktiv sein möchte, bevor er dann im Boxen durchstarten wi

Was passiert mit Ismael Londt?

Ismael Londt gewann bei seinem Glory-Einstand erfolgreich das 4-Mann-Tournament in Kopenhagen und katapultierte sich umgehend zum Herausforderer auf den Titel von Rico Verhoeven. Eine Chance hat Londt bis dato allerdings nicht bekommen. Vielmehr musste er bei Glory 31 gegen Hesdy Gerges in den Ring, welchen er per geteilter Punktentscheidung bezwingen konnte. Selbst danach gab es noch keinen Titelkampf. Stattdessen verteidigte Verhoeven seinen Titel bei gegen Anderson Silva vorzeitig. In der Zwischenzeit konnte Benjamin Adegbuyi das Contender-Tournament in Nizza für sich entscheiden und hat ebenfalls ein Anrecht auf den Titelkampf. Wer bekommt denn nun den Kampf um das Gold?

Weiter verzwickt wird die Situation dadurch, dass es wie schon eingangs erwähnt einen Rückkampf zwischen Verhoeven und Hari geben könnte, bei dem dann auch der Titel auf dem Spiel stehen könnte. Dies ließe sich dann natürlich auch pressetechnisch sehr gut verkaufen und man könnte damit vielleicht sogar in die Amsterdam Arena gehen. Ein Kampf in der Arena wäre möglich, da es Hari wohl ab Februar/März 2017 wieder erlaubt sein soll, in Holland zu kämpfen. Möglichkeiten gibt es hier zur Genüge. Wofür man sich entscheiden wird, das wird man dann in den kommenden Wochen und Monate sehen.

Kommt Glory 2017 zurück nach Deutschland?

"Warum denn nicht? Wenn es den Leuten gefällt", so die Worte von Glory-Matchmaker Cor Hemmers gegenüber GNP1.de auf die Frage, ob es auch 2017 einen Event in Deutschland geben wird. Natürlich muss man kein Prophet sein, um zu erkennen, dass wohl einige Zuschauer weniger in der Halle gewesen wären, wenn es das Duell zwischen Rico Verhoeven und Badr Hari nicht gegeben hätte. So aber kann man auf ein ausverkauftes Haus mit starken Kämpfen und der damit positiv gesetzten Marke zurückblicken. Weshalb sollte es daher 2017 keinen Event in Deutschland geben? Zumal für das kommenden Jahr zwischen 16-18 Events über die Bühne gehen sollen. Davon sollen 5-6 in den USA stattfinden und weitere in Thailand, Brasilien und auch China. Der Rest wäre dann logischerweise in Europa, wo schon jetzt mit Paris, Amsterdam und Rotterdam drei Events fest gesetzt sind. Ein Plätzchen für Deutschland sollte da also schon noch übrig sein.

Eine neue Chance für die Damen?

Mit dem Super-Bantamgewichts-Grand-Prix hatte Glory in diesem Jahr zum ersten Mal eine eigene Serie für die Damen auf die Beine gestellt. Top-Favoritin Tiffany "Time Bomb" van Soest setzte sich erwartungsgemäß durch und konnte sich zur ersten Titelträgerin krönen lassen. Warum also nicht auch im kommenden Jahr ein Turnier für die Frauen abhalten? Da man mit van Soest eine Titelträgerin hat, könnte man auch den einen oder anderen Kampf in das Programm mit aufnehmen. Allerdings wurde noch nicht bekanntgegeben, ob man überhaupt eine erneute Serie abhalten wird. Wünschenswert wäre es, weil der vorangegangene Grand Prix mit durchaus starken Leistungen überzeugen konnte. Wir dürfen also gespannt sein.

Es sind also eine Menge Fragen, die sich nach der Veranstaltung in Oberhausen ergeben haben und 2017 wird sicherlich eines der wichtigsten Jahre in der bisherigen Geschichte von Glory werden. Dort hat man ja quasi alle drei Wochen einen Event, welchen man auf die Beine stellen muss.