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Glory 34: Holzken & van Roosmalen triumphieren

Am Samstagmorgen ging im 1st Bank Center von Broomfield (USA) der letzte Glory-Event außerhalb Europas für dieses Jahr über die Bühne. Neben den beiden Titelkämpfen im Welter- und Federgewicht wurde im Mittelgewicht ein neuer Herausforderer gesucht.

Holzken behält erneut die Oberhand

Bereits zum dritten Mal trafen Nieky Holzken und Murthel Groenhart aufeinander. Auch diesmal stand schon wie bei der letzten Begegnung der Weltergewichtstitel von Holzken auf dem Spiel. Das erste Duell gewann Holzken nach einer Zusatzrunde. Im zweiten Duell setzte sich Holzken durch geteilte Punktentscheidung durch und gerade hier zeigten sich Groenhart und dessen Ecke nur wenig mit dem Urteil einverstanden.

Durch den Sieg im Contender-Tournament bei Glory 31 in Amsterdam hatte sich Groenhart das erneute Recht erworben, um gegen Holzken um dessen Titel zu kämpfen und schoss in den vergangenen Wochen einiges an Giftpfeilen in Richtung Holzken. Doch genützt hatte es am Ende wenig.

Holzken zeigte sich perfekt eingestellt und konnte vor allem mit seinen harten Lowkicks immer wieder punkten. Zwar konnte Groenhart gegen Ende des Kampfes immer besser in das Duell finden, am einstimmigen Punktsieg von Nieky Holzken sollte dies allerdings nicht ändern. Mit 48-47, 48-47 und 48-47 werteten die drei Punktrichter einstimmig zu Gunsten von Holzken. Ein Urteil, das scheinbar auch Groenhart akzeptierte.

van Roosmalen krönt sich zum neuen Champion

Im Juni musste Robin van Roosmalen denkbar knapp seinen Titel im Leichtgewicht an Sitthichai abtreten. Danach zeigte er sich verärgert wie auch enttäuscht und zog es nicht in Betracht, in naher Zukunft noch einmal für Glory in den Ring zu steigen. Dass er gerne eine Klasse tiefer gehen würde, das war nichts neues, denn schon im März ließ sein Team verlauten, dass man auch im Federgewicht den Titel haben möchte. In Anbetracht dessen, dass man ihm nun gleich eine Chance auf den Titel von Gabriel Varga eingeräumt hatte, ruderte der Holländer zurück und ließ in den sozialen Netzwerken in den vergangenen Wochen keine Möglichkeit aus, um deutlich zum Ausdruck zu bringen, wer Denver als Champion verlassen wird. Ja, man konnte fast sogar den Eindruck gewinnen, dass es ihm nur darum ging, hin zu fliegen, den Titel zu nehmen und wieder abzureisen. Ganz so einfach wollte es ihm Gabriel Varga aus Kanada dann doch nicht machen, allerdings sollte dieser wie schon beim ersten Titelgewinn im vergangenen Jahr nicht über die erste Verteidigung hinaus kommen.

Beide Kämpfer hielten sich nicht lange auf und es ging munter zur Sache. Bereits in Runde zwei konnte van Roosmalen Varga gleich zwei Mal zu Boden schicken und von da an wurde der Holländer noch aggressiver im Vorwärtsgang. Jetzt war schon klar, nach Punkten zu gewinnen würde für Varga äußerst schwer werden. Und die Dominanz von van Roosmalen sollte nicht abnehmen. So kam der Kanadier in Runde vier wieder in starke Bedrängnis und seiner Ecke blieb nichts anderes übrig als vor der letzten Runde das Handtuch zum Zeichen der Aufgabe zu werfen. Neuer Champion im Federgewicht - "Pokerface" Robin van Roosmalen.

Adesanya jetzt Nr. 1 Herausforderer

Er kam, sah, siegte und haute auch sogleich mächtig auf die Trash-Talk-Pauke. Isral Adesanya setzte sich im Mittelgewichts-Tournament durch und ist damit der neue Herausforderer von Jason Wilnis. Im Halbfinale hatte Adesanya wenige Probleme mit Robert Thomas, den er nicht nur wegen der zwei Knockdowns deutlich nach Punkten bezwingen konnte. Im zweiten Halbfinale traf Glory-Debütant Yousri Belgaroui auf Ariel Machado aus Brasilien, den er knapp aber nicht unverdient nach Punkten bezwingen konnte.

Im Finale standen sich dann also Adesanya und Belgaroui gegenüber - ein Duell, welches es schon im August in China gegeben hatte und hier konnte Adesanya nach einem Punktsieg die Oberhand behalten. Nach einem recht ausgeglichenen Kampf hatte die Punktrichter das letzte Wort und die hatten doch sehr unterschiedliche Auffassungen von der Wertung. Während einer Belgaroui mit 29-28 in Front sah, werteten die beiden anderen mit 29-28 und 30-27 für Israel Adesanya aus Neuseeland und dieser zeigte sich äußerst selbstbewusst und liesß Jason Wilnis auch gleich eine Nachricht übermitteln. "Die Mittelgewichte bei Glory sind noch nicht bereit für mich und meine Fähigkeiten", so Adesanya. Starker Tobak und wann immer der Titelkampf stattfinden wird, Oberhausen im Dezember wäre eine denkbare Option, dann muss dieser auch beweisen, dass nicht nur heiße Luft dahinter steckt.

Simon Marcus ist zurück

Erst vor gut sechs Wochen hatte Simon Marcus nach einer für ihn enttäuschenden Leistung seinen Titel im Mittelgewicht an den Holländer Jason Wilnis abgeben müssen. Nun musste Marcus erneut gegen Dustin Jacoby antreten, welchen er schon im Mai - damals noch als Champion - deutlich in die Schranken verweisen konnte. Auch diesmal zeigte sich der Kanadier äußerst dominant und hatte das Geschehen fest in der Hand. Wie dominant und vor allem gefährlich er war, das zeigte sich schon in der Auftaktrunde. Als Marcus einen Kick in Richtung Jacoby abfeuerte, brach dieser sich dabei den Unterarm und konnte zu Beginn von Runde zwei nicht mehr antreten. Simon Marcus hat damit den ersten Schritt in Richtung Rückkampf gegen Jason Wilnis unternommen. Vielleicht wird der Kanadier auch in Oberhausen am 10. Dezember mit dabei sein? Dann aber "nur" in einem Tournament, denn den Titelkampf hat ein anderer erhalten.

Glory 35 findet in gerade einmal zwei Wochen statt, und zwar im französischen Nizza. Dort muss Sitthichai Sintsongpeenong zum ersten Mal seinen Titel im Leichtgewicht verteidigen, während im Halbschwergewicht Artem Vakhitov und Zack Mwekasse untereinander ausmachen, wer denn nun der richtige Champion ist.

Glory 34: Denver
21. Oktober 2016
1st Bank Centre, Broomfield


Glory-Titelkampf / Weltergewicht
Nieky Holzken bes. Murthel Groenhart durch einstimmige Punktentscheidung

Glory-Titelkampf / Federgewicht
Robin van Roosmalen bes. Gabriel Varga durch T.k.o. in Runde vier

Glory-Contender Tournament im Mittelgewicht / Halbfinals

Yousri Belgaroui bes. Ariel Machado durch einstimmige Punktentscheidung
Israel Adesanya bes. Robert Thomas durch einstimmige Punktentscheidung

Glory-Contender Tournament im Mittelgewicht / Finale
Isral Adesanya bes. Yousri Belgaroui durch geteilte Punktentscheidung

Glory-Superfight Series

Simon Marcus bes. Dustin Jacoby durch T.k.o. in Runde zwei
Saulo Cavalari bes. Brian Douwes durch einstimmige Punktentscheidung
Thongchai Sitsongpeenong bes. Casey Greene durch K.o. in Runde zwei
Richard Abraham bes. Mike Mathelha durch einstimmige Punktentscheidung
Juston Houghton bes. Jonathon Wyderko durch geteilte Punktentscheidung