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Glory 23: Holzken krönt sich zum Champion

Nieky Holzken holt sich den Titel. (Foto: Glory Sports International)

Im Hard-Rock Hotel & Casino von Las Vegas wurde in der Nacht zum Samstag ein neuer Glory-Titelträger im Weltergewicht gesucht, nachdem der bisherige Champion Joseph Valtellini wegen einer anhaltenden Verletzung nicht in den Ring steigen konnte. Die Augen waren auf Top-Favorit Nieky "The Natural" Holzken gerichtet.

Holzken holt sich seinen Titel

Schon vor dem Duell zwischen Nieky "The Natural" Holzken und Raymond "The Real Deal" Daniels war klar, nur ein extrem schlechter Holzken würde hier nicht als Sieger aus dem Ring steigen. Daniels begann so wie man es von ihm erwarten konnte. Mit schnellen Kombinationen und variablen Kicks versuchte er den Holländer unter Druck zu setzen. Dieser ließ sich davon aber nicht beeindrucken, stand mit seiner Deckung sehr gut und bot Daniels kaum Luft sich auszuruhen. Rein optisch sah es nach einer relativ ausgeglichenen Runde aus, die Zahl der effektiven Treffer sah dagegen Holzken knapp in Front.

In Runde zwei diktierte dieser den Kampf von der Mitte aus und wie auch schon zu Beginn, bewegte er sich schön seitlich und schnitt Daniels damit den Weg ab. Egal was Daniels versuchte, Holzken hatte den Kampf im Griff und konnte auch die härteren Treffer in das Ziel bringen.

Zu Beginn der dritten Runde konnte Holzken seinen Gegner mit einem harten Knie am Augen treffen. Es öffnete sich ein Cut, der immer größer wurde. Holzken stellte Daniels und feuerte seine Schläge ab. Auch dem Holländer war der Cut nicht entgangen und er signalisierte dem Ringrichter dass es keinen Sinn mehr machen würde. John McCarthy schaute sich den Cut kurz an und brach daraufhin den Kampf ab. Eine gute Entscheidung, denn mehr als den berüchtigten Lucky Punch hätte man von Daniels nicht mehr erwarten können. Damit ist der Titel im Weltergewicht genau da wo er hin gehört - bei "The Natural" Nieky Holzken.

Jacoby mit überragendem Auftritt

Das "All American Tournament" im Mittelgewicht hatte einen klaren Favoriten - Dustin Jacoby. Dieser Rolle sollte der 27-jährige auch voll und ganz gerecht werden. Im Halbfinale machte er kurzen Prozess und konnte kurz vor Ende der ersten Runde Ariel Sepulveda durch K.o. besiegen.

Im zweiten Halbfinale konnte sich Casey Greene gegenüber seinem Landsmann Quinton O`Brien deutlich nach Punkten behaupten und komplettierte somit das Finale. Doch auch hier sollte Jacoby seine Arbeit im Schnelldurchgang erledigen. Schon in Runde eins war er Greene deutlich überlegen und krönte diese Leistung durch einen T.k.o.-Erfolg in der zweiten Runde. Mit diesem Erfolg hat Jacoby nun einen Platz beim nächsten Eliminations-Tournament sicher, wenn ein neuer Herausforderer für Artem Levin gesucht wird.

Superfight Series mit Überraschungen

Das bekannte Sprichwort "Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.", es sollte bei der Superfight Series einmal mehr treffend sein. Anders wäre auch der Ausgang zwischen Chad Sugden und Murthel "The Predator" Groenhart nicht zu erklären. Der ehem. K-1 Max Champion Groenhart ging nach einer Pause als der erklärte Favorit in diesen Kampf. Ein Sieg sollte her, um sich vielleicht in naher Zukunft wieder für einen Titelkampf zu empfehlen.

Doch zunächst neutralisierten sich beide Kämpfer auf Grund ihres Stils beinahe selbst. Auch in der Endphase des Kampfes sollte sich dieser als äußerst schwer zu werten herausstellen. Während ein Punktrichter Groenhart mit 29:28 in Front sah, werteten die beiden anderen jeweils mit dem selben Ergebnis zu Gunsten von Chad Sugden. Ein riesiger Erfolg für den jungen Engländer, dessen Siegesserie weiter anhält.

Mehr Probleme als erwartet hatte US-Schwergewichtshoffnung Xavier Vigney der auf UK-Veteran Daniel Sam traf. Dank einer guten Leistung in den beiden ersten Runden, sollte es für Vigney zu einem knappen aber nicht unverdienten Sieg nach Punkten reichen. Denkbar wäre nun ein Kampf gegen Jamal Ben Sadik, welcher Anderson Silva vorzeitig schlug. Der Sieger daraus würde laut der Rangliste dann als möglicher Kandidat für Rico Verhoeven gelten.

Glory 23
7. August 2015
Hard Rock Hotel & Casino, Las Vegas


Glory-Titelkampf im Weltergewicht
Nieky Holzken bes. Raymond Daniels durch T.k.o. in Runde drei

"All American Tournament" Mittelgewicht / Halbfinals
Dustin Jacoby bes. Ariel Sepulveda durch K.o. in Runde eins
Casey Greene bes. Quinton O`Brien druch einstimmige Punktentscheidung

"All American Tournament" Mittelgewicht / Finale
Dustin Jacoby bes. Casey Greene durch KO in Runde zwei

Glory Superfights
Xavier Vigney bes. Daniel Sam durch geteilte Punktentscheidung
Jamal Ben Saddik bes. Anderson Silva durch K.o. in Runde drei
Matt Baker bes. Edward Hyman durch einstimmige Punktentscheidung
Chad Sugden bes. Murthel Groenhard durch geteilte Punktentscheidung
Anvar Boynazarov bes. Giga Chikadze durch geteilte Punktentscheidung