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Glory 21: Punktabzug kostet Levin den Sieg

Weiterhin die Nummer 1 im Mittelgewicht: Artem Levin (re.) (Foto: Glory World Series)

In der Nacht von Freitag auf Samstag fand im kalifornischen San Diego die 21. Ausgabe von Glory statt. Der Kickbox-Veranstalter setzte dabei seine Bemühungen fort, dem Publikum amerikanische Talente zu präsentieren. Dazu setzte man ein Qualifikationsturnier im Schwergewicht an, an dessen Ende ein Platz in einem kommenden Herausfordererturnier heraussprang. Im Hauptkampf stand jedoch der Mittelgewichtstitel auf dem Spiel: hier verteidigte Artem Levin seinen Gürtel gegen Simon Marcus.

Ein für alle Seiten unbefriedigendes Ergebnis brachte der Hauptkampf von Glory 21 hervor. Im Rückkampf der zwei Top-Mittelgewichte konnte nach fünf umkämpften Runden kein Sieger gefunden werden. Von Beginn an setzte Herausforderer Simon Marcus den Champion unter Druck, wurde aber jedes Mal von Levin geklammert, wenn er ihm zu nahe kam. Levin klammerte so exzessiv, dass ihm dafür in der dritten Runde ein Punkt abgezogen wurde. Dies sollte dem Russen am Ende beinahe zum Verhängnis werden.

Levin blieb die meiste Zeit in der Defensive und wies Marcus immer wieder an, zu attackieren, während er mit hoher Präzision seine Angriffe abfeuerte. Marcus wirkte aktiver und zeigte schöne Aktionen, die ein Raunen in der Menge hervorriefen. Allerdings sollte es für den Kanadier nicht reichen. Nur ein Punktrichter wertete für ihn, während die anderen beiden drei Runden beim Champion sahen. Nach dem Punktabzug also Unentschieden und die Titelverteidigung für Artem Levin. Während der alte und neue Champion im Anschluss leicht unzufrieden über das unklare Ergebnis war, verließ Simon Marcus unter wütendem und lautstarkem Protest den Ring in San Diego.

Vigney schlägt Lewis-Parry K.o.

Xavier Vigney heißt der Turniersieger von Glory 21. Gegen den Engländer Chi Lewis-Parry setzte er sich im Finale nach heftigen Treffern in der zweiten Runde durch. Nachdem Lewis-Parry im Vorfeld noch große Töne gespuckt hatte, ließ ihm Vigney nur wenig Chancen im Kampf. Vigney steckte die Schläge problemlos weg, drängte den Engländer in die Ringecke und feuerte dort Körpertreffer ab, bis Lewis-Parry zu Boden ging und nicht mehr aufstand. Zuvor hatten sich beide durch Erstrunden-K.o.s für das Finale qualifiziert. Lewis-Parry schlug Demoreo Dennis mit einem rechten Haken ans Kinn K.o. und Vigney verprügelte den hoffnungslos überforderten Maurice Jackson.

Raymond Daniels mit nächstem Highlight

Wenn Raymond Daniels kämpft, sollte man alles stehen und liegen lassen, denn der "Real Deal" machte gegen Justin Baesman seinem Spitznamen erneut alle Ehre. Von Beginn an setzte Daniels seinen Gegenüber unter Druck und zeigte schöne Aktionen wie einen Spinning Back Kick zum Kopf. Baesman versuchte, ebenfalls zu punkten, konnte aber nur mit zwei Leg Kicks treffen, bevor ihn ein weiterer Spinning Back Kick zum Körper in die Knie zwang. Baesman wurde angezählt, schüttelte aber auf Anfrage des Ringrichters den Kopf, sodass nach einer knappen Minute bereits abgebrochen wurde.

Die Ergebnisse im Überblick:

Glory 21
8. Mai 2015
San Diego, Kalifornien, USA

Titelkampf im Mittelgewicht
Artem Levin vs. Simon Marcus endet mehrheitlich Unentschieden (47:47, 47:47, 46:48)

Finale im Schwergewichtsturnier
Xavier Vigney bes. Chi Lewis-Parry via T.K.o. (Schläge) nach 1:50 in Rd. 2

Raymond Daniels bes. Justin Baesman via K.o. nach 0:51 in Rd. 1 (Spinning Back Kick)
Kyle Stewart bes. Devin Goodale einstimmig nach Punkten

Halbfinale im Schwergewichtsturnier
Chi Lewis-Parry bes. Demoreo Dennis via K.o. (Schlag) nach 1:40 in Rd. 1
Xavier Vigney bes. Maurice Jackson via T.K.o. (Schläge) nach 1:31 in Rd. 1

Glory Superfight Series
Mike Lemaire bes. Casey Greene einstimmig nach Punkten
Giga Chikadze bes. Ken Tran via K.o. (Kick) in Rd. 3
Maurice Greene bes. Ashley Epps via K.o. (Schlag) in Rd. 1
Manny Mancha bes. Andre Walker via K.o. (Schlag) in Rd. 3
Omari Boyd bes. Chris Carradus mehrheitlich nach Punkten (29:27, 29:27, 28:28)