Thai/Kickboxen

Glory 20: Van Roosmalen überrollt Ristie, Varga gewinnt Gold

Glory 20

Die 20. Ausgabe von Glory brachte keine Überraschungen mit sich, aber eine Menge Action. Robin van Roosmalen konnte seinen Titel im Leichtgewicht gegen Andy Ristie verteidigen, während Gabriel Varga das Gold im Federgewicht erkämpfte. Wir blicken für euch auf die Ergebnisse des Kampfabends aus Dubai.

Titelkampf im Leichtgewicht
Robin van Roosmalen (c) vs. Andy Ristie
Im Hauptkampf des Abends standen sich Robin van Roosmalen und der frühere Champion Andy Ristie erneut gegenüber. Im Vergleich zum ersten Aufeinandertreffen konnte sich Ristie nicht erneut durchsetzen. Zu stark war der Niederländer, der immer wieder mit schnellen Kombinationen Druck aufbauen konnte, mit dem sein Kontrahent nicht zurecht kam. Zu Beginn erfolgreich mit Pushkicks,nicht kämpfte sich der Titelträger in den Infight und konnte dort harte Treffer anbringen. Im vierten Durchgang musste sein Kontrahent aus Surinam gleich zweimal zu Boden, zweimal mit linken Haken, doch blieb er im Kampf. Ganze fünf Runden gab Van Roosmalen den Ton an und verteidigte damit sein Gold erfolgreich – was bislang im Leichtgewicht von Glory ein Novum war.

Contender-Turnierfinale im Mittelgewicht
Simon Marcus vs. Jason Wilnis
Ein technisches Unterfangen von beiden Athleten. Marcus nutzte seine Beine geschickt und setzte Wilnis mit schnellen Kicks unter Druck. Dieser hielt zwar für lange Zeit dagegen, konnte allerdings nicht das Heft an sich reißen und gab sich (geteilt) nach Punkten geschlagen. Marcus wird durch den Sieg bei Glory 21 auf Champion Artem Levin treffen. Dabei wird es sich um einen Rückkampf der beiden handeln, denn Marcus schlug Levin bei Lion Fight 9 vor zwei Jahren.

Titelkampf im Federgewicht
Gabriel Varga vs. Mosab Amrani
Der Kanadier Gabriel Varga krönte sich zum ersten Federgewichtschampion von Glory. In einem harten Unterfangen, das sich über die volle Distanz zog, schlugen beide Fighter hart aufeinander ein. Mosab Amrani war zwar in den ersten Minuten der aggressivere Mann, doch konnte Varga aufholen und schließlich das Kommando übernehmen. Der Marokkaner wurde mit der Zeit müde und musste auch einen Cut über der linken Augenbraue hinnehmen. Varga führte am Ende auf allen Punktrichterkarten und schnallte sich daraufhin den Gürtel um.

In den Halbfinals des Contender-Turniers im Mittelgewicht setzte sich Jason Wilnis gegen Alex Pereira einstimmig nach Punkten durch, während Simon Marcus gleiches gegen Wayne Barrett gelang.

Glory 20 Super Fight Series

Saulo Cavalari vs. Artem Vakhitov

Dem Sieger im Hauptduell des Vorprogramms (Glory 20 Super Fight Series) wurde ein Titelkampf um das Gold im Halbschwergewicht von Glory versprochen. Saulo Cavalari aus Brasilien ersetzte den verletzten Andrei Stoica und traf auf den Russen Artem Vakhitov. Cavalari gewann vor kurzem das Glory-Contender-Turnier, so dass ihm ein Titelduell sicher war. Trotzdem wollte es der Brasilianer wissen und stieg in Dubai in den Ring. Selbstbewusst machte er auch sofort Druck und schlug mit wilden Schwingern um sich. Vakhitov blieb kompakt hinter seiner Deckung und boxte verbissen mit. Der Brasilianer punktete des Öfteren mit harten Lowkicks zum rechten Oberschenkel des Russen, doch dieser ließ sich davon nicht beeindrucken. Vorerst. Immer wieder traf der Brasilianer mit schweren Kicks und hinterließ am Oberschenkel des Russen lilafarbige Blessuren. Nach drei Runden konnte Cavalari auf 78 ins Ziel gebrachte Treffer blicken, während Vakhitov lediglich 36 Angriffe erfolgreich gestaltete. Trotzdem waren sich die Punktrichter offenbar uneinig und gaben die Begegnung erst durch eine geteilte Punktentscheidung an den Brasilianer, der dem Russen damit die erste Niederlage seiner Karriere im Glory-Ring zufügte.

Mourad Bouzidi vs. Dustin Jacoby
Der US-Amerikaner musste einen Tag vor seinem 27. Geburtstag eine Niederlage einstecken. Dustin Jacoby wurde vom Tunesier Mourad Bouzidi nach hinten gedrängt und mit schnellen Kicks und Schlägen attackiert. Jacoby selbst arbeitete zum Großteil mit seinem Jab und konnte so keine harten Treffer ins Ziel bringen, ganz im Gegensatz zum Wahl-Niederländer aus Tunesien, der auch den Körper attackierte. Im zweiten Durchgang beschwerte sich Jacoby über einen Tiefschlag, den Ringrichter Stefano Valenti jedoch nicht akzeptierte und ihn weiterkämpfen ließ. Einen Unterschied brachte es im Endeffekt nicht, da Bouzidi alle Runden für sich verbuchen konnte und so den Punktsieg mit nach Hause nahm.

Chi Lewis-Parry vs. Yongsu Park
Überzeugen konnte der Brite Chi Lewis-Parry in seinem Glory-Debüt. Nach nur wenigen Sekunden griff er mit einer Fünf-Schlag-Kombo an und schickte seinen völlig überraschten Kontrahenten aus Südkorea auf die Bretter. Dieser kam nicht mehr auf die Beine und ließ Lewis-Parry einen raschen Erfolg feiern. Im Abschlussinterview verlieh der Engländer seinen Titelambitionen Nachdruck: „Ihr könnt in den Wald rennen und euch in Bäumen verstecken, aber ich bin hier, um das Gold zu holen – und wer auch immer den Titel hat, ich werde dich finden. Meine Fäuste sind wie der Hammer von Thor. Wen ich treffe, der geht schlafen!“

Samir Bokhidous vs. Mikhail Chalykh
Ein schnelles Ende für Mikhail Chalykh. Der Russe wurde nach etwas mehr als einer Minute von einer harten Rechten auf den Boden geschleudert. Referee Tobias Gerold ließ ihn nach einem 8-Count wieder ins Match einsteigen, doch wurde er kurz danach erneut vom Marokkaner auf die Bretter geschickt, was das Ende dieser Begegnung bedeutete. Er kam zwar wieder auf die Beine, doch die „Two-Knockdown-Rule“ von Glory erlaubt nur zwei K.o.´s pro Runde – was einen Erfolg durch T.K.o. für Bokhidous bedeutete.

Atakan Arslan vs. Chad Sugden
Der Brite schlug immer wieder mit schnellen Fäusten zu, während Atakan Arslan sich auf Kicks beschränkte. Der Türke ging stets in einer direkten Linie in die Defensive und vermied es damit, seinem Gegner Angriffe durch Ausweichmanöver zur Seite zu erschweren. So konnte Sugden nach Belieben agieren und einen ungefährdeten Punktsieg einfahren.

Max Baumert vs. Anatoly Moiseev
Ein rechter Highkick beendete das Debüt von Max Baumert. Der Deutsche, der erst neun Tage vor der Veranstaltung für den verletzten Elias El Rayess einsprang, machte von Beginn an Druck gegen Anatoly Moiseev. Mit schnellen Kombinationen und Knien ging der 22-Jährige nach vorne. Der ungeschlagene Russe schlug daraufhin mit einem schnellen Lowkick zu, kurz darauf mit einem Highkick. Baumert wurde an der Schläfe getroffen und sackte in die Knie. Zwar kam er wieder auf die Beine, doch konnte er sein Gleichgewicht nicht wiederfinden, so dass der Kampf abgebrochen wurde. Offenbar hatte er sich beim Aufprall beim Knock-down auch am Bein verletzt.

Alle Ergebnisse auf einen Blick:

Glory 20
3. April 2015
Dubai World Trade Centre, Dubai


Titelkampf im Leichtgewicht
Robin van Roosmalen (c) bes. Andy Ristie einstimmig nach Punkten

Contender-Turnierfinale im Mittelgewicht
Simon Marcus bes. Jason Wilnis einstimmig nach Punkten

Titelkampf im Federgewicht
Gabriel Varga bes. Mosab Amrani einstimmig nach Punkten

Contender-Turnierhalbfinale im Mittelgewicht
Jason Wilnis bes. Alex Pereira einstimmig nach Punkten
Simon Marcus bes. Wayne Barrett einstimmig nach Punkten

Glory 20 Super Fight Series
Saulo Cavalari bes. Artem Vakhitov geteilt nach Punkten (29:28, 28:29, 30:27)
Mourad Bouzidi bes. Dustin Jacoby einstimmig nach Punkten (30:27, 30:27, 30:27)
Chi Lewis-Parry bes. Yongsu Park durch K.o. nach 0:25 in Rd. 1
Samir Bokhidous bes. Mikhail Chalykh durch T.K.o. nach 2:00 in Rd. 1
Chad Sugden bes. Atakan Arslan einstimmig nach Punkten (29:28, 29:28, 30:27)
Anatoly Moiseev bes. Max Baumert durch K.o. nach 0:38 in Rd. 1