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Glory 18: Return to Glory

In den vergangenen Wochen wurde es verdächtig ruhig um die derzeitige Nummer-eins-Promotion der Standkämpfer. Wenig bis nichts war über die nächste Veranstaltung in Erfahrung zu bringen. Dass diese am Freitag nun wieder in den USA stattfinden wird, ist dabei wenig verwunderlich. Europäische Fans werden daher wieder in die Röhre schauen, nachdem man mit Istanbul und Zagreb erst zwei Events in diesem Jahr in Europa hatte.

Im Blickpunkt des Interesses der Veranstaltung in Oklahoma steht natürlich die erste Titelverteidigung von Leichtgewichtschampion Davit Kiria, der seinen Titel gegen das "Pokerface" Robin van Roosmalen aufs Spiel setzen muss. Diesen Titel hatte sich Kiria in einer nervenaufreibenden Schlacht bei Glory 14 durch einen T.K.o.-Sieg in der fünften Runde gegen Andy "The Machine" Ristie gesichert. Eben jener Ristie, der noch vor einem Jahr Robin van Roosmalen im Leichtgewichts-Turnier von Glory 12 durch K.o. besiegen konnte. Nun sind ja Quervergleiche immer so eine Sache. Blickt man auf die Bilanz von Kiria und van Roosmalen, so fällt auf, dass sich beide bisher zweimal im Ring gegenübergestanden sind. Beide Duelle konnte van Roosmalen durch Punkte für sich entscheiden. Doch die Vergangenheit hat bei Glory gezeigt, dass es immer wieder zu Überraschungen kommen kann, mit denen man im Vorfeld nicht wirklich gerechnet hätte.

Ein anstrengender November wird es für Danyo "Dibuba" Ilunga werden. Bevor der Waldbröler zur Mix Fight Gala XVII nach Hanau kommt, geht für den 27-Jährigen in die USA. Dort wird Ilunga beim Vier-Mann-Halbschwergewichtsturnier an den Start gehen. Dessen Sinn wirft bei genauer Betrachtung allerdings ein paar Fragen auf. Der Sieger hat das Recht, den bisherigen Glory-Halbschwergewichtschampion Gökhan Saki herauszufordern. Laut der aktuellen Rangliste steht Ilunga auf Platz eins, was ihn sowieso schon zum Pflichtherausforderer machen würde. Warum er sich dann allerdings erst noch über ein Turnier dafür qualifizieren muss, ist nicht wirklich zu verstehen.

Doch sei es, wie es ist, Ilunga wird in seinem Halbfinale auf den Brasilianer Saulo "Cassius Clay" Cavalari treffen. Dieser belegt aktuell Platz drei im Glory-Ranking und das, obwohl er gerade einmal drei Kämpfe für Glory absolviert hat und seine Bilanz 2-1 aufweist. Dafür hat der 25-Jährige mit Mourad Bouzidi und Filip Verlinden zwei namenhafte Kämpfer in die Schranken verwiesen. Ilungas Glory-Bilanz steht derzeit bei 6-1, lediglich gegen Tyrone Spong gab es im vergangenen Jahr eine sehr fragwürdige Niederlage.

Überraschung im zweiten Halbfinale: Denn dort werden der US-Amerikaner Brian Collette und Zack Mwekasse aus dem Kongo aufeinandertreffen. Überraschung deshalb, da weder Nathan Corbett, noch Andrei Stoica und schon gar nicht Artem Vakhitov, welche alle besser im Ranking platziert sind als die genannten Kämpfer, eine Chance bekommen werden. Taktisch ist diese Halbfinalpaarung natürlich eine nicht uneigennützige, denn wenn man in den USA ein solches Turnier veranstaltet, dann braucht man natürlich für die US-Zuschauer auch einen nationalen Helden - und das soll in diesem Fall Collette sein. Allerdings ist Zack Mwekassa ein waschechter K.o.-Schläger. Bei seinem Glory-Debüt im Mai diesen Jahres musste Pat Barry schon in Runde eins die Segel streichen. Von seinen zwölf Kämpfen gewann der Mann aus dem Kongo ganze elf Stück und zehn davon vorzeitig. Die großen Namen hatte er bisher allerdings noch nicht vor den Fäusten gehabt.

Im Rahmenprogramm der Veranstaltung werden sich im Schwergewicht "Mister Gentleman" Benjamin Adegbuyi und "Fighterheart" Hesdy Gerges gegenüberstehen. Adegbuyi gewann seinen beiden ersten Kämpfe für Glory jeweils vorzeitig. Zunächst besiegte er Dmytro Bezus (Ukraine) und danach Daniel Sam (England). Ein Sieg gegen Gerges würde 29-Jährigen im Ranking natürlich um einiges nach oben bringen. Gerges hingegen hat nach seinem verpatzen Glory-Einstand gegen Errol Zimmerman die folgenden Kämpfe gegen Ewerton Teixeira und Johnata Diniz (beide Brasilien) für sich entscheiden können. Hier werden die aktuelle Nummer fünf (Gerges) und die aktuelle Nummer sechs (Adegbuyi) aufeinandertreffen. Allerdings steht Errol Zimmerman noch vor beiden Kämpfern und durch seinen Gewinn im Schwergewichtsturnier im vergangenen Jahr hat dieser zunächst das Recht, den amtierenden Titelträger Rico Verhoeven herauszufordern. Ganz schön verwirrend, oder?

Glory 18
07. November 2014
Grand Casino Hotel Resort, Shawnee (Oklahoma/USA)

Glory-Leichtgewichtstitelkampf
Davit Kiria vs. Robin van Roosmalen

Glory Halbschwergewichtsturnier
Brian Collette vs. Zack Mwekassa
Danyo Ilunga vs. Saulo Calavari

Glory Superfights
Jason Wilnis vs. Wayne Barrett
Benjamin Adegbuyi vs. Hesdy Gerges
Josh Jauncey vs. Jae Gil Noh
Mike Lemaire vs. Robert Thomas
Randy Blake vs. Warren Thompson
Omari Boyd vs. Ian Alexander