Thai/Kickboxen

Glory 14: Abschiedsgeschenk für Bonjasky

Ein letztes Mal im Ring: Remy Bonjasky und Mirko Filipovic gingen über die Distanz. (Foto: Glory)

Mit einem Sieg verabschiedete sich Remy Bonjasky am Samstagabend von der aktiven Kampfsportkarriere. Der Niederländer lieferte sich den erwarteten Schlagabtausch mit dem kroatischen Lokalmatador Mirko "CroCop" Filipovic und gewann einen mehrheitlichen Punktentscheid. Zuvor erlebten die Fans in der Halle mit dem Herausfordererturnier im Mittelgewicht und vor allem dem Leichtgewichtstitelkampf zwischen Davit Kiria und Andy Ristie Action vom Feinsten.

Remy Bonjasky setzte in seinem letzten Kampf sofort auf seine Reichweite und hielt Filipovic auf Distanz, musste aber einen harten linken Tritt zum Körper einstecken. Filipovic ging in der Folge immer wieder im direkten Weg in den Infight und ließ seine Fäuste sprechen, während Bonjasky von außen mit seinen Kicks attackierte. Die Legenden scheuten sich nicht, Leg Kicks und Körpertreffer auszutauschen und den Head Kick zu versuchen. Ab der zweiten Runde konnte "CroCop" das Heft in die Hand nehmen. Der Kroate befand sich nun ständig im Vorwärtsgang, fing immer wieder Kicks von Bonjasky ab und warf den Niederländer zu Boden. Dadurch und durch je einen Tiefschlag musste der Kampf immer wieder unterbrochen werden.

In den letzten Minuten es Kampfes befand sich Bonjasky fast nur noch im Rückwärtsgang oder auf dem Hosenboden, während Filipovic mit harten Händen nach vorne ging. Die Statistiken zeigten im Anschluss an den Kampf beinahe  ausgeglichene Werte für beide Legenden und auch wenn der Kampfverlauf eine andere Wertung implizierte, bekam Bonjasky von zwei der drei Punktrichtern den Sieg zugesprochen, während der Dritte Unentschieden wertete. Kein glanzvoller, aber immerhin ein erfolgreicher Abschied für Remy Bonjasky, der sich nun nach zahlreichen Ringschlachten, Turniersiegen und Titeln vom aktiven Kickboxen zurück zieht.

Kiria krönt sich mit spätem K.o. zum Leichtgewichtskönig
Ristie begann auf seine unnachahmliche Art und attackierte mit langen Händen. Der Turniersieger von Glory 12 setzte Kiria früh unter Druck und stellte die kompakte Deckung des Georgiers auf die Probe. In der zweiten Runde griff Kiria mit einer Linken an, wurde dabei aber von einem Kniestoß nieder gestreckt und erstmalig angezählt. Ristie attackierte in der Folge weiter, Kiria hatte sich aber soweit erholt, keine weiteren Treffer einstecken zu müssen und überstand die Runde trotz eines weiter aggressiven Ristie.

In der dritten Runde sah Kiria so langsam seine Felle davon schwimmen und packte mit hohen Pushkicks und Drehtritten die Trickkiste aus, konnte damit aber keine Wirkungstreffer landen. Diese Verzweiflung steigerte sich im vierten Durchgang. Kiria kannte nur noch den Vorwärtsgang und zeigte erneut schöne Aktionen. Ristie hatte sein Pulver jedoch noch nicht verschossen und bearbeitete den sichtlich müder werdenden Kiria mit harten Körpertreffern.

In der letzten Runde war plötzlich Kiria am Drücker, landete wilde Schwinger und schickte Ristie auf die Matte. Ristie kam wieder hoch, aber wieder griff Kiria an und "The Machine" musste nach Treffern erneut angezählt werden. Aller guten Dinge sind drei und Kiria, der nur noch eine knappe Minute Zeit hatte, kam wieder mit Händen durch, verfolgte seinen Gegner durch den Ring und schlug den sich weg drehenden Ristie mit einer weiteren Linken zu Boden, sodass Ristie mit nur wenigen Sekunden auf der Uhr den sicher geglaubten Titel verlor.

Alex Perreira debütiert mit einem Knall
Der Hauptteil der Veranstaltung begann mit den Halbfinalkämpfen im Mittelgewichtsturnier. Zuerst standen sich Jason Wilnis und Sahak Parparyan gegenüber. Über drei Runden konnte keiner der beiden Wirkungstreffer landen. Man tauschte Low Kicks und Körpertreffer aus, wobei Parparyan ein besseres Gefühl für die Distanz bekam und Wilnis ein ums andere Mal ins Leere laufen ließ. Der Armenier kontrollierte das Tempo der Begegnung ohne viel Risiko einzugehen und musste nur in der zweiten Runde ein paar Kopftreffer einstecken, während er im ersten und letzten Durchgang nahezu unbeschadet durchkam und diese beiden Runden auch auf den Zetteln der Punktrichter gewann.

Schneller ging es im zweiten Halbfinale zwischen Alex Perreira und Dustin Jacoby zu. Beide gingen früh ein hohes Tempo zeigten ein paar spektakuläre Aktionen. Das Publikum wurde bestens von den eingedrehten Tritten und eingesprungenen Kniestößen unterhalten. Schließlich konnte Perreira Jacoby in die Ecke drängen und mit einem harten linken Haken ausknocken.

Somit standen sich im Finale der in den Glory-Rankings an Vier platzierte Parparyan und Debütant Perreira gegenüber. Perreira legte sofort los und bearbeitete den erschöpften Parparyan. Eine Gerade durch die Deckung schickte den Armenier Mitte der ersten Runde zu Boden. Perreira roch Blut und verfolgte Parparyan mit weiteren Treffern durch den Ring, konnte aber keinen weiteren Niederschlag für sich verbuchen. Parparyan hielt in der Folge tapfer dagegen und konnte Perreira vereinzelt unter Druck setzen, musste aber immer wieder Hände des Brasilianers nehmen, der nach Ablauf der drei Runden den Sieg und damit den nächsten Titelkampf im Mittelgewicht von den Punktrichtern zugesprochen bekam.

Feuerwerk im Vorprogramm
Auch die mit großen Namen gespickten Vorkämpfe wussten zu überzeugen. Mladen Bestovac setzte ein frühes Ausrufezeichen und schickte Jahfarr Wilnis mit einem linken Head Kick bereits in der ersten Runde schlafen und Glory-Debütant Benjamin Adegbuyi machte da weiter, wo er vergangenes Jahr bei Superkombat aufgehört hatte und konnte gegen Dmytro Bezus nach drei Niederschlägen in der zweiten Runde den technischen K.o. einfahren.

Murthel Groenhart musste in der ersten Runde nach einem Niederschlag zu Boden, rappelte sich wieder auf und öffnete im Verlauf der ersten Runde eine Platzwunde beim kurzfristig für Schemsi Beqiri eingesprungenen Teo Mikelic, weswegen der Kampf nach Ablauf der ersten Runde gestoppt werden musste.

Die Ergebnisse im Überblick:

Glory 14
8. März 2014
Zagreb, Kroatien


Glory Superfight
Remy Bonjasky bes. Mirko Filipovic mehrheitlich nach Punkten (29-28, 29-28, 29-29)

Glory Mittelgewichtsturnier / Finale
Alex Perreira bes. Sahak Parparyan mehrheitlich nach Punkten (29-27, 28-28, 29-27)

Glory Leichtgewichtstitelkampf
Davit Kiria bes. Andy Ristie durch T.K.o. (Schläge) in Rd. 5

Glory Mittelgewichtsturnier / Halbfinale
Alex Perreira bes. Dustin Jacoby via K.o. (Schlag) in Rd. 1
Sahak Parparyan bes. Jason Wilnis geteilt nach Punkten (29-28, 28-29, 29-28)

Glory Superfights
Mladen Brestovac bes. Jahfarr Wilnis via K.o. (Tritt) in Rd. 1
Meenayothin Aikpracha bes. Albert Kraus geteilt nach Punkten (30-28, 28-29, 30-27)
Benjamin Adegbuyi bes. Dmytro Bezus via T.K.o. (Schlag) in Rd. 2
Igor Jurkovic bes. Michael Duut via K.o. (Schlag) in Rd. 1
Karapet Karapetyan bes. Arthur Kyshenko einstimmig nach Punkten (30-27, 30-27, 30-27)
Murthel Groenhart bes. Teo Mikelic via T.K.o. (Platzwunde) nach Rd. 1
Thomas Hron bes. Kirk Krouba einstimmig nach Punkten
Samo Petje bes. Lirim Ahmeti via K.o. in Rd. 1
Mladen Kujundzic bes. Elmir Mehic via T.K.o. in Rd. 2