Thai/Kickboxen

Foschiani, D'Effremo und Charhour gewinnen ISKA-Titel

Die erste TBC Fight Night am vergangenen Samstag in der Münchriedhalle von Singen, sie kann aus Sicht des Veranstalters als voller Erfolg gewertet werden. Auch wenn es an diesem Abend nicht für alle Lokalmatadoren reichen sollte.

Eine ausverkaufte Halle und mehrere Zuschauer, die am Eingang leider abgewiesen werden mussten. Für eine Debütveranstaltung wünscht man sich wohl kaum etwas Besseres, wobei Veranstalter Ralf Hasenohr an diesem Abend wohl gerne jedem Zuschauer dein Einlass gewährt hätte.

ISKA-DM: Saskia D'Effremo vs. Alicia Rabettlat
Abtasten? Fehl am Platz. Deckung - was ist das? Beide Ladies starteten mit hohem Tempo und äußerst aggressiv in den Kampf. Dabei hatte die Mainzerin zunächst die Vorteile auf ihrer Seite, da sie immer wieder mit Boxkombinationen ins Ziel kam und D`Effremo damit in Bedrängnis bringen konnte. Doch klein bei geben, das kam für sie nicht in Frage und mit zunehmender Kampfdauer fand die Lokalmatadorin auch besser in den Kampf. Eine vielleicht entscheidende Szene in Runde fünf, als sich Rabettlat abdrehte dafür aber nicht vom Ringrichter angezählt wurde. Die Offiziellen waren sich nicht einig und da der Titel vakant war, gab es eine Zusatzrunde. Dort konnte D`Effremo am besten die letzten Reserven mobilisieren und sich mit einem einstimmigen Punktsieg ihren ersten Titel sichern.

ISKA-DM: Taddao Chahrour vs. Katja Bovensiepen
Schmerzvolle Kurzarbeit - so könnte man diesen Kampf zusammenfassen. Von Anfang an ließ die zweifache Amateur Weltmeisterin der ISKA, Taddao Chahrour (Thaibox Club), keinen Zweifel aufkommen, wohin der Titel an diesem Abend gehen sollte. Bereits früh in der ersten Runde erwischte sie Katja Bovensiepen (Bodensee Gym) mit einer gedrehten Backfist, welche ihre Wirkung nicht verfehlte. Nach einem Kick zum Körper, nur wenige Momente später, musste diese bereits früh in Runde eins die Segel streichen womit auch der zweite Titel an diesem Abend an den Thaibox Club in Singen ging.

ISKA-IDM: Mohesen Moradian vs. Murad Abdou
Starker Beginn von Moradian, der den immer wild heranstürmenden Abdou mit seinen Treffern zunächst auf Distanz halten konnte und das war auch gut so, denn die wilden Schwinger von Abdou wirkten schon sehr gefährlich. Allerdings verfehlten sie in den beiden ersten Runden zunächst merklich das Ziel. Dafür musste Moradian auch ein sehr hohes Tempo anschlagen und das machte sich dann bereits in Runde drei bemerkbar. Abdou kam jetzt besser in den Kampf und der Lokalmatador (Moradian) musste konditionelle Abstriche machen. Ein Szenario, welches sich auch in Runde vier nicht änderte und Moradian nicht mehr in der Lage war, dem Kampf eine Wende zu geben. Klar, dass es hier überschwänglichen Jubel in der Ecke von Abdou gab, während Moradian erkennen musste, dass es einfach nicht sein Tag war.

ISKA-EM: Enrico Lauricella vs. Alessandro Ricci
Den Titel verteidigen - das war das feste Vorhaben, welches Enrico Lauricella (Thaibox Club) hatte. Manchmal lässt sich allerdings ein Vorhaben nicht so in die Tat umsetzen wie man es eigentlich geplant hatte. Schon früh im Kampf konnte Ricci die Schwachstelle bei Lauricella an diesem Abend erkennen und das war dessen Deckung. Immer wieder konnte Ricci seine Treffer in das Ziel bringen, auch wenn es ihm Lauricella am Anfang noch schwerer machte. Ricci konnte dies aber mit zunehmender Kampfdauer immer besser für sich nutzen und setzte dem Lokalmatadoren zu. Dieser schien auch im späteren Kampfverlauf mit dem Fuß umgeknickt zu sein, was natürlich nicht förderlich für den weiteren Kampf war. Schon vor Runde fünf war klar, nur ein K.o. würde Lauricella noch helfen. Dieser sollte ihm aber nicht gelingen und stattdessen musste der Ringrichter den Kampf stoppen, womit Ricci sich zum neuen Europameister küren lassen durfte.

ISKA-EM: Jetmir Emruli vs. Hosam Radwan
Beide Kämpfer legten los wie die sprichwörtliche Feuerwehr und feuerten aus allen Lagen. Eigentlich war es nur eine Frage der Zeit bis hier einer der Kämpfer sich auf dem Ringboden wiederfinden würde. Nichts für schwache Nerven, aber dafür ganz nach dem Geschmack der Zuschauer. Nachdem schon der erste EM-Titel in Richtung Italien abgewandert war, sollte der zweite wenigstens in Singen bleiben. Es blieb bei dem Wort "sollte". Denn in Runde fünf musste der Ringrichter eingreifen und den Kampf zu Gunsten von Radwan stoppen, der durch T.K.o. zum neuen ISKA-Eurpameister gekrönt wurde.

ISKA-WM: Vincent Foschiani vs. Jordy Laret
Ein überaus erfolgreiches Jahr für Vincent Foschiani (Thaibox Club) sollte gegen Jordy Loret (Mike`s Gym) seine Krönung mit dem Gewinn des WM-Titels finden. Von Beginn an stellt Foschiani auch sofort klar, dass der Titel ohne Wenn und Aber nach Singen kommen soll. Mit einer taktisch sehr guten Einstellung ließ Foschiani seinen Gegner erst gar nicht in den Kampf kommen. Der Schützling von Ralf Hasenohr attackierte früh und sammelte somit Punkte um Punkte. Erstaunlich, was Loret dabei einstecken konnte, wobei ein richtiger Volltreffer aber nicht dabei war. Lediglich in Runde vier nutzte der Holländer eine Unachtsamkeit von Foschiani und konnte zwei gute Treffer anbringen - mehr als ein kleines Strohfeuer war es allerdings nicht. Foschiani blieb weiter der bestimmende Kämpfer im Ring und der einstimmige Punktsieg war dann auch das völlig verdiente Ergebnis.

ISKA-WM: Dilara Yildiz vs. Mellony Geugjes
Das Rematch der beiden Damen, welche sich Anfang Oktober bei EnfusionLive in Merseburg bereits gegenübergestanden hatten, wobei die Holländerin diesen Kampf für sich entscheiden konnte. Schon bei der Waage waren leichte Spannungen zu spüren und im Ring ging es dann von Beginn an auch gleich richtig zur Sache. Geugjes war die aggressivere Kämpferin und konnte immer wieder die Distanz überbrücken und somit den Reichweitennachteil ausgleichen. Yildiz wirkte etwas verkrampft und nicht so locker, wie man es von der Singenerin eigentlich gewohnt ist. Es war ein Bild, das sich fast nahezu in jeder Runde widerspiegelte und das mit zunehmender Kampfdauer zeigte, nur ein Niederschlag würde die Wende für Yildiz noch bringen. Doch es gibt halt die Tage, da läuft es eben nicht so, wie man es sich wünscht. Daher musste man den einstimmigen Punktsieg und den damit verbundenen Titelgewinn für Geugjes respektvoll anerkennen.

Der Anfang ist also gemacht und eines ist schon jetzt klar, die TBC Fight Night wird zurückkommen. Auch wenn es zum jetzigen Zeitpunkt noch viel zu früh ist, um über einen Termin zu spekulieren.

Die Ergebnisse in der Übersicht:

TBC Fight Night
15. November 2014
Münchriedhalle, Singen

ISKA-Weltmeisterschaft / K-1
Mellony Geugjes bes. Dilara Yildiz durch Punkte 3-0

ISKA-Weltmeisterschaft / Oriental Rules
Vincent Foschiani bes. Jordy Loret durch Punkte 3-0

ISKA-Europameisterschaft / K-1
Alessandro Ricci bes. Enrico Lauricella durch RSC in Runde 5

ISKA-Europameisterschaft / K-1
Hosam Radwan bes. Jetmir Emruli durch TKO in Runde 5

ISKA-Internationale Deutsche Meisterschaft / K-1
Murad Abdou bes. Mohesen Moradian durch TKO in Runde 4

ISKA-Deutsche Meisterschaft / Oriental Rules
Taddao Charhour bes. Katja Bovensiepen durch TKO in Runde 1

ISKA-Deutsche Meisterschaft / K-1
Saskia D'Effremo bes. Alicia Rabettlat durch Punkte 3-0 nach Verlängerung

K-1
Wassili Gebel bes. Marco Lukarz durch Punkte 3-0
Selahattin Sahin bes. Eugen Musikanski durch Punkte 3-0
Marcel Maag bes. Valon Gashi durch Aufgabe in Runde 2
Giuseppe Prezzo bes. Akmel Akbari durch KO in Runde 3
Dimi Rieger bes. Ismet Minaz durch Punkte 3-0

Grappling
Lukas Meixner bes. Hakan Bayram durch Guillotine Choke in der Extrarunde
Nabil Orfani vs. Joshua Politano -unentschieden-

Muay Thai
Mischa Meister bes. Faisal Noori durch TKO in Runde 2

MMA
Michael Slawik vs. Andris Galaida -unentschieden-