Thai/Kickboxen

Fight Night Mannheim X: Ruzicka, Hinkel & Sakotic mit Siegen

Am vergangenen Samstag feierte Promoter Michael Damboer mit der zehnten Auflage der Fight Night in Mannheim sein Jubiläum. Auch wenn es krankheitsbedingt leider ein paar Ausfälle zu vermelden gab, so sollten die Zuschauer dennoch voll auf ihre Kosten kommen.

4-Mann-Tournament: Ruzicka im Schnelldurchgang

Im international besetzten 4-Mann-Turnier trafen im ersten Halbfinale Lokalmatador Marco Henschke und Tadeas Ruzicka aus Prag aufeinander. Der Tscheche ergriff sofort die Initiative und versuchte mit Kicks und Knien zu punkten. Henschke aber stand kompakt und so landeten viel Treffer von Ruzicka auch auf der Deckung. Dennoch war der Prager zunächst der aktivere Mann im Ring und das sollte sich auch in Runde eins bereits bezahlt machen. Nach einem Knie-Treffer von Ruzicka öffnete sich ein Cut bei Henschke und dieser war eben nicht gerade klein, weshalb der Ringarzt auch die Empfehlung aussprach, den Kampf zu stoppen. Bitteres Ende für den Mannheimer.

Das zweite Halbfinale zwischen Chihab Akiba und Issame Hamdoune sollte dann wesentlich spektakulärer und intensiver verlaufen. Der Franzose bestimmte die erste Runde, weil Akipa sich hier zu defensiv zeigte. Dafür ging es dann ab der zweiten Runde richtig zur Sache. Akipa jetzt hellwach, schaltete gleich zwei Gänge höher und setzte Hamdoune damit unter Druck. Als dieser eine Lücke in seiner Deckung ließ, schlug Akipa unerbittlich zu und den Franzosen damit brutal zu Boden. Der Ringarzt völlig geschockt, ging in den Ring und das, obwohl der Kampf noch lief. Eigentlich wäre hier das Duell bereits beendet gewesen, denn das hätte laut Regeln der Arzt nicht tun dürfen. Dennoch ging der Kampf weiter und urplötzlich war der Franzose wieder hellwach und feuerte zurück. Die Runde war allerdings klar und deutlich weg. In Runde drei suchte Akipa die vorzeitige Entscheidung, was dem Kölner allerdings nicht gelingen sollte. Dafür gab es einen einstimmigen Punktsieg und den Einzug in das Finale.

Wie schon im ersten Halbfinale, sollte auch das Finale nicht wirklich lange dauern. Chihad Akipa ging mit Vollgas gegen Tadeas Ruzicka zu Werke. Leider einen Tick zu offensiv, denn der Schützling von Ilker Dündar ließ dabei seine Linke auffällig hängen und wurde von Ruzicka nach wenigen Augenblicken bitter dafür bestraft. Der Kampf wurde danach zwar noch einmal freigegeben, es sollten nur wenige Sekunden sein bevor der Tscheche erneut einen Volltreffer landen konnte und damit auch das Tournament für sich entschied.

Hinkel und Sakotic mit starken Leistungen

Eine schwere Verletzung setzte den Heidelberger Simon Hinkel in den vergangenen Monaten außer Gefecht. Gegen den frischgebackenen Junioren-Weltmeister der IFMA, Matas Miliunas, sollte es zurück in die Erfolgsspur gehen und das gelang Hinkel schneller als man es hätte vermuten können. Hinkel begann stabil und setzte das um, was ihm seine Ecke mit auf den Weg gegeben hatte. Vor allem mit seinen Lowkicks konnte er an diesem Abend sehr gut punkten und das spürte dann auch sein Gegner, der in der ersten Runde nach einer Reihe von Lowkicks einknickte und aufhören musste.

Wie man mit seiner ganzen Erfahrung der Jugend noch Einhalt gebieten kann, das sollte der Mainzer Alexander Sakotic gegen Lokalmatador Fadi Hamadi eindrucksvoll unter Beweis stellen. Während Hamadi von Beginn an mit großem Kraftaufwand arbeitete, schaute sich Sakotic das Ganze eine Runde aus seiner sicheren Deckung heraus an. Hier eine Lücke und Hamadi kommt mit der Faust durch, dann währen wohl die Lichter ausgegangen. Ab Runde zwei erhöhte Sakotic seinerseits den Druck und kam mit Muay-Thai-typischen Aktionen zum Erfolg. Mit seiner kompletten Erfahrung zeigte Sakotic dem Youngster, was es heißt, einen Kampf zu führen. Ab der vierten Runde machte sich dann auch der konditionelle Verschleiß bei Hamadi bemerkbar, was Sakotic natürlich in die Karten spielte. Der Mainzer ging kein großes Risiko mehr ein und fuhr nach Ablauf der fünf Runden sehr zur Freude seiner Fans, einen einstimmigen Punktsieg ein. Ein Urteil mit dem die Ecke von Hamadi nicht wirklich einverstanden war.

Was man nach zwei Jahren Training bereits alles auf dem Kasten haben kann, das demonstrierte der Uffenheimer Sergey Gavrushenko. Neun Kämpfe, neun Siege - das hört sich nicht schlecht an. In seinem Muay-Thai-Kampf traf der Schützling von Randy Sell auf Carlos Guerreiro aus Heidelberg. Mit langen Spielchen hielten sich beide nicht auf und entsprechend offensiv ging es hier zur Sache. Dabei konnte Gavrushenko immer mehr die Oberhand gewinnen und bevor der Kampf erst richtig an Fahrt aufgenommen hatte, beendete Gavrushenko das Duell und schickte Guerreiro zu Boden. Der sprichwörtliche Drops war gelutscht und Sieg Nummer zehn in Folge für den Uffenheimer war in trockenen Tüchern.

Nachfolgend findet ihr die Ergebnisse aus Mannheim sowie die Vergabe der GnP-Fight Night Awards.

GNP1 Fight Night Awards

Kampf des Abends: Chihad Akipa vs. Issame Hamdoune
K.o. des Abends: Simon Hinkel vs. Matas Miliunas

Fight Night Mannheim X: The Moment of Truth
8. Oktober 2016
GBG-Halle, Mannheim


4-Mann Tournament / Finale
Tadeas Ruzicka bes. Chihad Akipa durch K.o. in Runde eins

4-Mann Tournament / Halbfinals
Tadeas Ruzicka bes. Marco Henschke durch T.k.o. (Cut) in Runde eins
Chihad Akipa bes. Issame Hamdoune durch einstimmige Punktentscheidung

Muay Thai
Alexander Sakotic bes. Fadi Mohamadi durch einstimmige Punktentscheidung
Simon Hinkel bes. Matas Miliunas durch K.o. in Runde eins
Roman Stadler bes. Markus Frei durch einstimmige Punktentscheidung
Sajad Sahiti bes. Hoang Nguyen durch geteilte Punktentscheidung
Santino Friedrich bes. Lucas Petzold durch einstimmige Punktentscheidung

K-1
Sergey Gavruschenko bes. Carlos Guerreiro durch K.o. in Runde eins
Maximilian Knoll bes. Stefan Rill durch einstimmige Punktentscheidung