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Falk Monzel: „Geschenke habe ich nie zu verteilen!“

Falk "Hulk" Monzel. (Foto: Ronny Fröhlich)

Bei It's Fight Time am 18. Oktober wird es zum Aufeinandertreffen zwischen Falk Monzel und Tyrone Pries-West kommen. Während für Monzel die Laufbahn noch lange nicht beendet ist, wird es für seinen Gegner der letzte aktive Auftritt im Ring sein. Geschenke hat keiner der Kämpfer an diesem Abend zu verteilen. Wie „Hulk“ Monzel den Kampf sieht und wie welche Pläne er für seine weitere Laufbahn hat, das hat der Trierer uns im Interview verraten.

Groundandpound.de: Falk, am 18. Oktober wirst du bei It`s Time To Fight auf Tyrone Priest-West treffen. Wie laufen die Vorbereitungen?
Falk Monzel: Inzwischen bereite ich mich schon das dritte Mal auf ihn vor. Die Vorbereitungen laufen bisher ganz gut.

Wie schätzt du ihn als Gegner ein?
Als ich vor einiger Zeit anfing mich mit Kämpfern aus ganz Deutschland zu beschäftigen und sie zu verfolgen, hab ich kämpferischen Gefallen an Priest gefunden. Ich hab mir viele Kämpfe von ihm angeschaut und ihn ebenfalls live kämpfen sehen. Ich war sehr beeindruckt. Ich schätze ihn auch wegen seines Alters als sehr erfahren und vor allem überraschend ein.

Was glaubst du, auf welchen Kampf wirst du dich einstellen müssen?
Dieser Kampf wird uns beiden alles abverlangen. Priest will seinen letzten Kampf bestimmt nicht verlieren. Ich stelle mich also auf einen harten Kampf ein.

Wo siehst du seine Stärken bzw. Schwachstellen, die für dich der Schlüssel zum Sieg sein könnten?
Es ist schwierig, bei einem so routinierten Kämpfer Schwachstellen auszumachen. Er mag zwar für den Sport relativ „alt“ sein, aber gerade seine Erfahrung spricht auch für ihn. Gemeinsam mit meinem Trainer werde ich versuchen, mich so gut wie möglich auf dieses persönliche Highlight vorzubereiten.

Stimmt ihr die Vorbereitung auf einen Kampf individuell auf den Gegner ab, oder spielt das dabei keine große Rolle?
Stefan Reiter stellt mich eigentlich immer flexibel auf meine Gegner ein, sodass ich meiner eher kompakteren Statur entsprechend kämpfe. Es wird schon auf die individuellen Stärken und Schwächen des anderen Kämpfers eingegangen aber nicht zu viel, denn ich versuche natürlich so gut wie möglich meinen eigenen Stil durchzusetzen.

Für Priest-West wird es der letzte Kampf seiner aktiven Karriere sein. Geschenke hast du an diesem Tag aber nicht zu verteilen, oder?
Es kommt auf meine Tagesform an, aber Geschenke habe ich nie zu verteilen (lacht). Priest wird mit Sicherheit auch nicht den Weihnachtsmann spielen.

Machen wir es kurz: Falk Monzel besiegt Tyrone Priest West weil…?
Ich aus Trier komme! Mir Treverer sin cleverer (lacht).

Dein Kampfname „The Hulk“ ist bei dir Programm. Das Outfit – alles schon ganz schön verrückt. Wie kam es dazu?
Als kleiner Junge war ich ein kleiner Raufbold, habe viel aus Wut geschrien und kaputtgemacht. Viele haben mich damals und auch später so genannt, weil es sich auch schön auf meinen Vornamen reimt. Als ich anfing unter Stefan Reiter zu kämpfen und Erfolge sammelte, gab er mir witzigerweise den Namen "The Knupp", das ist trierisch und beschreibt eine starke, stabile und zähe Person, die alles nur mit Kraft versucht. Da der Name leider fast nur im Trierer Umland verstanden wird, kam mir irgendwann die Idee ihn in „Hulk“ abzuändern. Für das Outfit ist auch mein Trainer mit verantwortlich.

Deutsche Meistertitel hast du in deiner Laufbahn genügend gesammelt. Da stellt sich natürlich die Frage, wann es mit dir in Richtung EM oder WM-Kampf geht?
Das fragen mich immer viele, aber ich sehe der Sache ganz entspannt entgegen, denn wenn ich nichts habe, habe ich auch nichts zu verlieren.

Oder sind Titel an sich für dich nicht von großer Bedeutung? Immerhin blickt ja dort der Otto-Normal-Zuschauer nicht mehr wirklich durch.
Ich bin bescheiden, sie sind für mich nicht von großer Bedeutung. Im Gegenteil, ich bin froh, dass ich diesen Sport bisher für mich so erfolgreich ausüben konnte, ohne beispielsweise schwere Verletzung davon zutragen. Hinzu kommt natürlich, dass es etliche Verbände gibt, wenige mit guter Qualität. Manche Verbände schleudern Gürtel raus wie Pokale, z.B. schon an C-Klasse Kämpfer oder sogar kampflos, das finde ich nicht gut.

Sind Titel in der heutigen Zeit nach das Maß aller Dinge oder geht es vielmehr darum, gegen die Besten in seiner Gewichtsklasse anzutreten?
Bei Titelkämpfen sollten die Besten gegen die Besten kämpfen. Leider ist dies selten der Fall, die besten Kämpfe und Paarungen sind oft die Superfights die eine Gala schmücken, bei denen es aber nicht um Titel geht. Oft werden sogar mit Titelkämpfen als Ersatz für die Gagen gelockt, und erfahrene Kämpfer springen darauf an. Jeder sollte doch für seine harten Leistungen und den Trainingsaufwand belohnt werden. 

Egal wie der Kampf in Darmstadt ausgehen wird, wie sieht für dich das Restprogramm des Jahres 2014 aus?
Bisher steht noch das ein oder andere in Verhandlung, aber nichts Konkretes. Platz und Zeit für einen Kampf wäre noch. Wenn nicht, lasse ich das Jahr entspannt ausklingen.

Wo siehst du dich selbst in fünf- bzw. zehn Jahren?
Der Sport ist zurzeit mein Leben. Ich weiß nicht, wie lange ich noch kämpfen werde. Schnell überrascht einen eine Verletzung und es kann das Aus bedeuten. Aber ich denke, ich werde mich in weiteren Tätigkeiten im Sport sehen, vielleicht stehe ich Stefan Reiter als Trainer zur Seite oder ich gehe anderen interessanten Dingen nach.

Zum Abschluss hast du jetzt noch die Möglichkeit, ein paar Worte an die Leser und deine Fans zu richten.
Über Leute, die sich für mich und meinen Sport interessieren, freue ich mich immer sehr. Viele fahren weite Strecken um meine Kämpfe zu sehen und mich anzufeuern. Das motiviert mich ungemein. Ich freue mich über alle die mich unterstützen. Ihr macht mich stark und gebt mir Mut und Antrieb. In diesem Sinne: Let's go green!