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Ergebnisse: Stekos Fight Night

Eine volle Hütte und gute Kämpfe, die Stekos Fight Night am gestrigen Samstag dürfte wohl alle Erwartungen erfüllt haben. Bevor es für die Münchner in die Sommerpause ging, standen in der Rheinstrandhalle von Karlsruhe nochmal sehr interessante Kämpfe auf dem Programm. Lediglich die Ringplane, welche teilweise durch den Flüssigkeitsverlust rutschig wurde, sollte man beim nächsten Mal besser austauschen.

Wer gerade beim letzten Kampf gedacht hatte, dass Vollkontakt-Kickboxen heutzutage nicht mehr zeitgemäß ist, der sah sich gewaltig getäuscht. Steko Schützling Semen Poskotin zeigte sich deutlich verbessert gegenüber seinem letzten Kampf. Schon in Runde 2 zog sich sein Gegner Przemyslaw Ziemnicki einen Cut auf dem Kopf zu. Der Kampf stand kurz auf der Kippe, konnte aber weiter geführt werden. Poskotin bestimmt des Geschehn im Ring. Immer wenn man das Gefühl hatte Ziemnicki kommt zurück, explodierte der kleiner Poskotin am Mann. Zudem hatte der Schüztling von Pavlica Steko eine gute Verteidigung, was es seinem Gegner schwierig machte ihn entscheidend zu treffen. Mit zunehmender Kampfdauer stellte man sich die Frage, fällt Ziemnicki oder nicht ? In Runde 9 stand er kurz vor dem KO, wurde aber vom Gong gerettet. Es war die 12. und letzte Runde in der Ziemnicki nach harten Treffern von Poskotin angezählt wurde. Der Pole wankte nur noch durch den Ring und wurde vom umsichtigen Referee Goran Filipovic folgereichtig aus dem Kampf genommen. Für Semen Poskotin war dies der zweite WM-Titel im zweiten Verband.
Semen Poskotin (rechts), neuer WKA-Weltmeister bis 72,5kg

WKA-Weltmeisterin Dr. Christine Theiss hatte mit Maria Pantazi die zu erwartende, zähe Herausforderin. Beide Damen zeigten einen technisch sauberen Kampf. Die ersten 3 Runden begann die Weltmeisterin aus München noch sehr verhalten. Pantazi überbrückte zu diesem Zeitpunkt des Kampfes die Distanz geschickt und konnte mit Boxtreffern punkten. Ab der 4. Runde konnte Theiss dank der taktischen Vorgaben ihres Trainers Mladen Steko das Heft zunehmend mehr in die Hand nehmen. Theiss spielte ihre Reichweitenvorteile aus, wirkte konditionell fitter und setzte die sauberen Treffer. In Runde 8 kam Pantazi zwar wieder etwas stärker auf, schaffte es aber nicht die Weltmeisterin in Bedrängnis zu bringen. Am Ende werteten die Punktrichter mit 3-0 (100:95, 100:95, 97:96) für Dr. Christine Theiss. Wenn man bedenkt das erst am vergangenen Mittwoch ihr Opa gestorben war, war es eine um so bemerkenswertere Leistung der Münchnerin. Dies wird zudem heute ab 21.45 Uhr in der SWR Sendung "Sport im Dritten" zu Gast sein.
Mission Titelverteidigung erfolgreich. Christine Theiss umrahmt von Regina Halmich und Mladen Steko.

Ein sehr packendes und intensives Duell lieferten sich Mohamad Jamal (Steko) und Joan-Manuel Lique Canaveral (Apache). Während die beiden ersten Runden klar an Canaveral gingen, wobei Jamal gerade im Infight Knietechniken vermissen lies. Mit zunehmender Kampfdauer fand Jamal besser in den Kampf und es entwickelte sich ein sehr verbissener Fight. Nach 5 Runden hatten die Punktrichter das Sagen und die kamen zu keinem Urteil, was man aber zu recht anzweifeln darf. Da der Titel vakant war, musste eine Verlängerungsrunde her. In der hatte der Münchner leicht die Nase vorne, aber nicht auf den Zetteln der Punktrichter die wieder zu keinem Ergebniss kamen und somit und das war wohl auch ein Novum, musste eine zweite und entscheidende Extra-Runde her. In dieser war es dann Canaveral der die letzten Reserven mobilisieren konnte und sich mit einem einstimmigen Punktsieg den WKA-EM Gürtel schnappte.

Genau das, wollte ihm auch sein Zwillingsbruder Emanuel Lique Canaveral gegen Titelverteidiger Christian Deiss (Steko) nachmachen. Deiss wirkte optisch nicht austrainiert an diesem Abend. Beide Kämpfer offenbarten in diesem Kampf konditionelle Schwächen, dabei sammelte Canaveral wie ein fleissiges Bienchen seine Punkte. Zwar kam Deiss gegen Ende des Kampfes noch einmal, doch es sollte nicht mehr reichen. Mit 2-1 entschieden die Punktrichter für Canaveral, der es seinem Zwillingsbruder gleich machte.
Brüderliche Freude. Joan-Manuel u. Emanuel Ligque Canaveral.

Relativ wenig Probleme hatte Lokalmatador Daniel Dörrer in seinem DM-Titelkampf. Bereits in Runde 2 deckte er seinen Gegner Max Schlegel ein und dieser hatte nicht mehr die Möglichkeit den Kampf fort zu führen. Dörrer sicherte sich somit den DM-Titel der WKA. Allerdings werden die nächsten Gegner sicherlich nicht so einfach zu kämpfen sein wie Max Schlegel.
Daniel Dörrer, neuer Deutscher Meister der WKA.

Willy wer ? Als Beinamen wurde nur "The Black Magic" genannt. Was aber der neue Steko-Schützling im Ring zeigte, das war schon richtig klasse. Gegen den amt. Deutschen Meister Oliver Hahn lieferte er eine sehr gute Vorstellung ab. Macht seine Mätzchen und explodierte dann mit tollen Boxkombinationen und gesprungenen Knietechniken. Am einstimmigen Punktsieg gab es nichts zu rütteln. Davon darf es gerne mehr sein.
Für Box-Floh Raja Amasheh sollte mit einem Sieg ein weiterer Schritt in Richtung EM-Titel gemacht werden. Die Karlsruherin gewann diesen Kampf gegen eine hoffnungslos überforderte Gegnerin. Technisch, physisch, einfach in allen Belangen war Amasheh ihrer Gegnerin überlegen. Schon in Runde 2 blickte Daleanu mehrfach zu ihrem Trainer bis dieser ein Einsehen hatte und das Handtuch warf. Dabei waren bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal die ganz schweren Treffer erfolgt. Man hätte Amasheh schon eine stärkere Gegnerin gewünscht, damit man auch mehr von ihrer Klasse zu sehen bekommt.
Raja Amasheh nimmt Maß.

Wenig spektakulär war dann auch das K-1 Debut von Combat Sambo Vize-Weltmeister Janosch Stefan. Sein Gegner Johannes Heuschkel war im Vergleich kleiner und untersetzter. Zwar zeigte der Mann aus Gera 2-3 gute Aktionen, hatte aber gegen die physische Überlegenheit von Stefan nichts entgegenzusetzen. Bereits in Runde 1 beendete eine gebrochene Nase das Duell.

Stekos Fight Night
15. Mai 2010
Rheinstrandhalle, Karlsruhe

WKA - World Fullcontact Title / - 72,5kg / 12x2 min.
Semen Poskotin (D) bes. Przemyslaw Ziemnichki (POL) durch KO in Runde 12

WKA - World Fullcontact Title / - 60kg / 10x2 min.
Dr. Christine Theiss (C/D) bes. Maria Pantazi (GRE) durch Punkte 3-0

K-1 Rules / + 95kg / 3x3 min.
Ergin Solmaz (Karlsruhe) bes. Marcel Zeller (Karlsruhe) durch Punkte 3-0

WKA - European Kickboxing Title / - 64kg / 5x3 min.
Emanuel Lique Canaveral (D) bes. Christian Deiss (D) durch Punkte 2-1

K-1 Rules / - 79kg / 3x3 min.
Willy "The Black Magic" bes. Oliver Hahn (D) durch Punkte 3-0

WKA - European K-1 Title / - 64kg / 5x3 min.
Joan-Manuel Lique Canaveral (D) bes. Mohamad Jamal (D) durch Punkte 3-0 nach Extr. Runde 2

WKA - German Kickboxing Title / - 86kg / 5x3 min.
Daniel Dörrer (D) bes. Max Schlegel (D) durch TKO in Runde 2

K-1 RUles / + 95kg / 3x2 min.
Janosch Stefan (D) bes. Johannes Heuschkel (D) durch RSC in Runde 1

K-1 Rules / - 70kg / 3x2 min.
Alexander Walker (D) vs. Anton Dujlovic (D) - unentschieden -

Boxen / -50,8kg / 4x2 min.
Raja Amasheh (D) bes. Aurora Mariana Daleanu (ROM) durch TKO in Runde 2

K-1 Rules / - 63kg / 3x2 min.
Steffen Nadasdy (D) bes. Friedrich Benzinger (D) durch Punkte 3-0

Fullcontact / - 72,5kg / 3x2 min.
Sebastian Scherle (D) bes. Felix Baiker (D) durch Punkte 3-0