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Enriko Kehl: „Der Gewinn des K-1 MAX-Titels war mein Highlight“

Enriko Kehl triumphiert erneut. (Foto: Elias Stefanescu/Groundandpound.de)

Enriko Kehl schrieb 2014 Geschichte, als er als erster Kämpfer das prestigeträchtige K-1 World MAX Finale gewann – gegen keinen geringeren als Buakaw. Diese sensationelle Leistung würdigten auch seine Fans und die Leser von Groundandpound.de. Kehl wurde zum dritten Mal in Folge zum „nationalen Kickboxer des Jahres“ gewählt. Dass hinter diesem Erfolg weitaus mehr steckt, als einfach mal eben in den Ring zu steigen und zu kämpfen, das hat uns Kehl im Interview verraten. Zudem werfen wir einen Blick voraus auf das Duell der Champions gegen Giorgio Petrosyan im April.

Enriko, herzlichen Glückwunsch zum Gewinn des GnP-Awards. Wie groß war die Freude darüber, erneut wieder ganz oben an der Spitze zu stehen?
Hallo liebes GnP-Team, erstmals Dankeschön für die Glückwünsche. Natürlich war die Freude wieder riesig über den Gewinn des Awards. Für mich ist es eine Bestätigung dafür, dass es auch Menschen gibt, die meine Leistung schätzen. Viele sehen leider immer nur, wie ein Kämpfer seine 3 oder 5 Runden im Ring steht und kämpft. Was drum herum ist, wissen leider nur die wenigsten. Dass hinter den wenigen Runden wochenlange Qualen im Training stecken, das Training mit einem Vollzeit-Job handeln musst und die Diät noch dazu, genau das ist das, was mich sehr erfreut, dass Menschen einem dies würdigen. Danke hierfür.

Es ist jetzt dein dritter Award hintereinander, wo ordnest du ihn zum Vergleich mit den beiden anderen ein?
Ich habe mich natürlich genauso über den Gewinn gefreut wie über die letzten. Es ist immer wieder schön zu wissen, dass die Kampfsportwelt einem seine Erfolge würdigt. Somit ist der Gewinn mit den anderen beiden Gewinnen gleichzustellen.
Enriko Kehl mit seinen Gürteln. (Foto: Maik Fleischhauer)

Hast du dir jetzt vorgenommen, ein Abo darauf abzuschließen?
Also ich dachte eigentlich, dass ich das Abo schon längst mit euch abgeschlossen hätte?! Nein, es liegt natürlich in den Händen der GnP-Leser, und so soll es auch sein, sie sollen den Kämpfer, den sie als Besten sehen, wählen können und darüber entscheiden, wer den Award gewinnen soll.

Hat ein solcher Award für dich eine größere Bedeutung, weil hier nur die Fans das sagen hatten, im Vergleich zu dem, wenn eine Jury darüber entscheidet?
Ja, ein Award, der von Fans und Unabhängigen vergeben werden kann, bedeutet einem natürlich viel mehr als eine Jury-Entscheidung, da diese auch mal nicht ganz gerecht enden kann. Zudem kann durch die Abstimmung nicht nur ein einzelner Kampf, sondern die Leistung für ein ganzes Jahr bewertet werden.

Sicherlich war der Gewinn des K-1 World MAX Finales das Highlight für dich in 2014. Oder gab es für dich persönlich noch etwas, wodurch dieses sensationelle Ereignis getoppt wurde?
Richtig, der Gewinn des K-1 MAX-Titels war mein Highlight. Wie ich schon in einem vorherigen Interview erwähnt hatte, ist es einfach ein Traum eines jeden Leichtgewichtkämpfers. Wer dies abstreitet, der lügt. Somit ging für mich zu dem Zeitpunkt ein Traum in Erfüllung und das alles noch mit dem perfekten Team, mit meinem Bruder Juri, Daniel Zeuner, Marek Ljastschinskij, Michi Theilig und Sefer Göktepe, somit nicht zu toppen.

In wenigen Wochen wirst du zum Rückkampf gegen Erkan Varol in die Türkei reisen. Wie weit ist das Training fortgeschritten?
Richtig, es geht diesmal zu Erkan in die Türkei. Den Kampf auf deutschem Boden konnte ich klar nach Punkten für mich entscheiden, nun liegt der Heimvorteil zu seinen Gunsten. Die Härte und gezielte Vorbereitung hat schon vor einigen Wochen gestartet und ich bin sehr motiviert, wieder in den Ring steigen zu können. Somit ist das Team und ich auf dem besten Weg und der Kampf kann kommen.
Schlagkräftige Brüder - Juri & Enriko Kehl (Foto: Maik Fleischhauer)

Danach geht es im April zum Mega-Duell gegen Giorgio Petrosyan. Für viele gilt er als einer der besten Kämpfer der Welt überhaupt. Wie siehst du ihn?
Richtig, im April kommt es dann zu dem sogenannten "Kampf der K-1 MAX Champions". Für mich bedeutet der Kampf wieder sehr viel, da es mich stolz macht, Deutschland wieder auf so einem Mega-Event gegen so einen starken Kämpfer zu vertreten. Für mich ist Petrosyan auch einer der besten Kämpfer der Welt. Wenn ich ehrlich bin, schätze ich ihn sogar stärker ein wie Buakaw. Wir dürfen gespannt sein, was der Kampf mit sich bringt.

Andy Ristie hat es vorgemacht, wie man ihn knacken kann. Wo siehst du seine Schwachstellen?
Ich denke, meine Trainer werden sich gut genug auf den Kampfstil von Petrosyan einstellen und mich dann auch so trainieren, damit wir ein gutes Ergebnis erzielen können. Aber momentan steht Erkan Varol in Visier und erst nach dem Kampf wird sich auf Petrosyan eingestellt.

Buakaw und Petrosyan – zwei der ganz Großen in diesem Sport. Wie groß ist dabei die Gefahr, dass man einen Kämpfer wie Erkan Varol unterschätzt?
Ich denke, wir befinden uns auf einem Niveau, wo wir auf keinen Fall einen Gegner unterschätzen sollten. Ich habe Erkan Varol genau so auf der Rechnung wie jeden anderen Kämpfer auch, sei es Buakaw oder Petrosyan.
Enriko Kehl und der K-1 World Max Gürtel. (Foto: Maik Fleischhauer)

Gibt es über den April hinaus schon Kämpfe mit dir, auf die wir uns freuen können?
Es gibt schon Verhandlungen für andere Kämpfe ja, aber lasst euch einfach überraschen und wenn es soweit ist, habt ihr auch was zu berichten. (lacht).

Eine Frage, die nicht neu ist, aber trotzdem immer wieder gestellt wird. Gibt es etwas Neues zu vermelden in Bezug von Glory und Enriko Kehl?
Nein. Hierzu kann ich keine neuen Angaben machen. Mein Vertrag bei K-1 läuft noch bis Ende des Jahres und dann kann man weiterschauen.