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Die Ergebnisse der Night for Masters

Die Night for Master am vergangenen Samstag hatte einiges zu bieten. Zwei WM-Titel der IKBO, zwei Deutsche Titel der GBA und die Frage, wer sich als erstes für das große Turnier im kommenden Jahr qualifizieren konnte.

IKBO-WM: Zulic vs. Birkner
Es sollte ein technischer Leckerbissen, ein Highlight für die Zuschauer werden. Doch manchmal kommt es einfach anders als man denkt. Beide Kämpfer ließen von Beginn an keinen Zweifel aufkommen, wohin der WM-Titel an diesem Abend gehen soll. Während Zulic augenscheinlich sehr kraftvoll seine Akzente setzte, punktete Birkner mit gewohnt beweglichem Kampfstil. Allerdings hatten die Zuschauer nicht sehr lange Freude an diesem Kampf. Denn in Runde zwei konnte Zulic Birkner mit einem Knie direkt auf die Nase treffen. Diese fing nicht nur an zu bluten, sondern verschob sich auch gleich etwas. Nach Begutachtung durch den Ringarzt musste der Kampf gestoppt werden und Leo Zulic wurde zum Weltmeister der IKBO bis 69 Kilo erklärt.

IKBO-WM: Schewe vs. Fucz
Über ein Jahr hatte Ania Fucz (UoF) nicht mehr im Ring gestanden. Ob sich da etwas Ringrost angesetzt hatte? Lisa Schewe wollte sich dagegen den Wunsch erfüllen, sich vor den eigenen Fans nach zwei EM-Titeln endlich auch den WM-Titel zu sichern. Dies sah in den beiden ersten Runden auch ansatzweise recht gut aus, selbst wenn Fucz hier wohl doch die Mehrzahl der Treffer auf ihrer Seite hatte. Ab Runde drei war Fucz dann perfekt auf Schewe eingestellt und lies dieser nur selten die Möglichkeit, sich zu entfalten. Es machte den Eindruck als wenn es nicht der Abend von Lisa Schewe sein sollte, obwohl diese von ihren Fans lautstark unterstützt wurde. Zwar versuchte die Lokalmatadorin das Beste aus sich herauszuholen, für einen Sieg sollte es aber nicht reichen. Einstimmig mit 50-47, 50-46 und 50-46 werteten die Punktrichter für Ania Fucz, die sich damit den IKBO-WM-Titel in der Klasse bis 62 Kilo sicherte.

NFM-Grand Prix Qualifikation
Im Eiltempo erledigte Mikajl Bayramov (UoF) seine Aufgabe zur Qualifikation des NFM-Grand-Prix. Sein Gegner Nicat Valijev (Kaspian Gym) machte den Fehler, gegen Bayramov in der Halbdistanz stehen zu bleiben. Das nutzte der Düsseldorfer perfekt aus und konnte immer wieder harte Treffer in das Ziel bringen. Zuviel für die Ecke des Aserbaidschaners, die schon in Runde eins das Handtuch als Zeichen der Aufgabe warf. Beeindruckende Vorstellung von Bayramov, der sich damit in den Kreis der Favoriten katapultierte.

Ein gelungenes Comeback auf großer Bühne feierte Karim Allouss (Team Allouss). Der Bochumer hatte sich im vergangenen Jahr eine schwere Schien- und Wadenbeinverletzung zugezogen. Wo er wirklich steht, das konnte man am Samstag sehen. Gleich von Beginn an nahm Allouss das Heft gegen Omar Baqi in die Hand. Mit seinem schnellen und variablen Kampfstil setzte er den Holländer unter Druck und dieser konnte damit zunächst wenig umgehen. Lediglich in Runde drei war es ein etwas ausgeglicheneres Bild. Den Sieg allerdings bekam Karim Allouss einstimmig von den Punktrichtern zugesprochen. Dieser mag zwar vielleicht erst bei 80 Prozent seines tatsächlichen Leistungsvermögens angekommen sein, zeigte dafür aber eine sehr beachtliche Leistung.

Hitzig ging es im letzten Qualifikationskampf zwischen Leo Bönninger (Galaxy Gym) und Arxhent Ismajli (Fightclub) zu. Bönninger arbeitete von Beginn an sehr druckvoll und versuchte damit den Wuppertaler Youngster unter Druck zu setzen. Allerdings waren dem Punktrichter einige Aktionen des Regensburgers nicht sauber genug und daher gab es gleich mehrere Verwarnungen. Was folgte war ein Punktabzug für Bönninger in Runde drei. Dort versuchte Ismajli noch einmal das Blatt zu wenden und den vermeintlichen Punkterückstand zu drehen. Zumindest zeigte dies bei zwei Punktrichtern Wirkung. Während einer den Kampf als Unentschieden hatte, sahen die beiden anderen Arxhent Ismajli in Front. Dieser sicherte sich somit mit 2-0 den Sieg. Jubel in der Wuppertaler-Ecke und Fassungslosigkeit in der Ecke von Bönninger.

GBA-DM: Gottschalk vs. Oleksiyenko
"Die Deutsche Eiche" Marcel Gottschalk macht sich gegen den bisher ungeschlagenen Taras Oleksyenko auf, den GBA-Titel im Cruisergewicht zu holen. Dass Gottschalk ein Spätstarter ist, weis man ja. Aber an diesem Samstag wollte der Wuppertaler nicht so richtig in die Gänge kommen. Oleksiyenko kombinierte mit schnellen, sauberen Händen und traf den Wuppertaler immer wieder. Von Runde zu Runde steigerte der Boxer aus Dessau das Tempo und die Treffer an Gottschalk wurden immer sichtbarer. Es sollte halt eben nicht sein und in Runde fünf kam nach 1:47 Minute auch das Ende für Marcel Gottschalk. Taras Oleksiyenko wurde durch T.K.o. zum Sieger erklärt und bleibt auch in seinem sechsten Profikampf ungeschlagen.

GBA-DM: Kangül vs. Ameri
Beim Lokalmatadoren Yusuf Kangül (Duisburg) brannte im Hauptkampf noch einmal die Halle. Gegen Dominik Ameri (Boxschmiede) legte Kangül los wie die Feuerwehr. Immer wieder ließ er explosionsartig harte Hände zum Kopf und Körper von Ameri folgen. Dieser stand zwar mit seiner guten Doppeldeckung im Ring, hatte dadurch aber auch eine sehr passive Haltung, weswegen er die ersten Runde wohl abgegeben hatte. In der zweiten Kampfhälfte reduzierte Kangül sein Tempo und dadurch konnte auch Ameri seine ersten, richtigen Aktionen setzen. Allerdings waren diese wenig druckvoll und konnten Kangül somit auch nicht wirklich in Bedrängnis bringen. Lediglich in Runde neun hatte es den Anschein, als würde der Duisburger kurz wackeln. Dieser zeigte sich trotz allem unbeeindruckt von dem, was Ameri an offensiven Aktionen zeigte und holte sich mit einem einstimmigen Punktsieg den Deutschen Titel der GBA.

Bereits am Sonntagabend konnten sich die Zuschauer, welche mit der Eintrittskarte einen Code für Maxdome bekamen, den Event noch einmal anzuschauen. TV-Kommentator Alexander von der Gröben war eigens für die Veranstaltung noch nachts um 01:30 Uhr in Mülheim angekommen um die Kämpfe zu kommentieren. Wann nun der große Showdown - das 30.000-Euro-Turnier stattfinden wird, steht natürlich noch nicht fest.

Night for Masters
27. September 2014
RWE-Arena, Mülheim

IKBO-Weltmeisterschaft / K-1
Ania Fucz bes. Lisa Schewe durch Punkte 3-0 (50-46, 50-47, 50-46)

IKBO-Weltmeisterschaft / K-1
Leo Zulic bes. Max Birkner durch RSC in Runde 2

GBA-Deutsche Meisterschaft / Super-Mittelgewicht
Yusuf Kangül bes. Dominik Ameri durch Punkte 3-0

GBA-Deutsche Meisterschaft / Cruisergewicht
Taras Oleksiyenko bes. Marcel Gottschalk durch TKO in Runde 5

NFM-Grand Prix / Qualifikation
Arxhent Ismajli bes. Leo Bönninger durch Punkte 2-0
Mikail Bayramov bes. Nicat Valijev durch Aufgabe in Runde 1
Karim Allouss bes. Omar Baqi durch Punkte 3-0

IKBO-ProAM Deutscher Titel / K-1
Andreas Bastron bes. Rico Widmayer durch Punkte 3-0

IKBO-ProAM Deutscher Titel / K-1
Basir Altir bes. Abdullah Simsek durch Punkte 3-0

K-1
Daniel Török bes. Sava Bozic durch TKO in Runde 1
Oguzhan Jucel bes. Murat Tatligün durch Punkte 3-0
Betim Sertoli bes. Alpay Yaman durch TKO in Runde 1
Aydin Ataria vs. Nick Smirnov - unentschieden -

Boxen
Ali Rami bes. Dogru Azad durch TKO in Runde 1
Marco Martini bes. Suleyman Dag durch Punkte 3-0
David Saric bes. Marvin Mayer durch TKO in Runde 1
Nawid Hakimsadeh bes. Sabri Ulas durch TKO in Runde 2