Thai/Kickboxen

„Der Schlüssel zum Sieg steht in meiner Ecke“

Taylan Yesil (Foto: Marc Schulz & Mario Bella/geturshot.com)

Am 28. September wird es auf der Apache Fight Night in Frankfurt zu sehr interessanten Kämpfen kommen. Einer davon ist der Rückkampf zwischen Taylan Yesil und Tyrone Priest West. In unserem Interview verrät Yesil, wie er den Kampf sieht, die Bedeutung des Apache-Kickbox-Team und was die Zukunft für den Frankfurter noch bereithält.

Groundandpound.de: Taylan, am 28. September kommt es auf der Apache Fight Night zum Rückkampf gegen Tyrone Priest West. Wie laufen die Vorbereitungen?
Taylan Yesil: Hallo Tobi. Es könnte derzeit nicht besser laufen. (lacht)

Priest hast du schon einmal in einem hochklassigen Kampf bezwingen können. Aber welchen Kampf erwartest du jetzt?
Ich erwarte einen extrem offensiv geführten Schlagabtausch. Kein großes Abtasten und ohne Rückwärtsgang.
Taylan Yesil vs. Moritz Bierod (Foto: Cemil Yesil)
Die Tatsache, dass nun ein weiterer WM-Titel, diesmal im K-1, auf dem Spiel steht, macht es den Rückkampf noch interessanter für dich?
Natürlich ist ein weiterer WM-Gürtel ein riesen Ansporn für mich. Was kann es auf sportlicher Ebene besseres geben, als in seinem Sport Weltmeister zu werden?

Du bist dir aber schon bewusst, dass Priest nur zwei Wochen später sein Comeback in Mannheim geben möchte und du ihm dabei auch gewaltig in die Suppe spucken könntest?
Natürlich geht Priest da ein sehr hohes Risiko ein. Es zeigt aber auch wie, sehr er diesen Rückkampf haben will, und wenn du dich recht erinnerst, habe ich eine Woche vor meinem WM-Fight gegen Üzame Bozkurt noch eine Niederlage gegen Daniel Dörrer eingefahren. Priest wird schon wissen, was er macht, und wenn er so wie ich damals auswärts ne Niederlage einfährt und anschließend daheim dominiert, soll mir das ganz recht sein.

Was könnte deiner Meinung nach der erneute Schlüssel zum Sieg für dich sein?
Der Schlüssel zum Sieg steht in meiner Ecke. Du kennst ihn: „APACHE“.
Tyrone Priest West vs. Taylan Yesil I (Foto: Mike Höhn)
Wie sieht denn im Hinblick auf den Kampf dein derzeitiges Trainingspensum aus?
Wir trainieren momentan fünf Tage die Woche mit ein bis zwei Einheiten am Tag. Je nachdem, wie ich gerade beruflich eingebunden bin.

In der Vergangenheit hattest du immer wieder mit Rückenproblemen zu kämpfen. Wie sieht es damit aus, doch hoffentlich beschwerdefrei?
Ach, erinnere mich bloß nicht daran. So etwas wünsche ich echt niemandem. Ich litt knapp vier Jahre an einem Bandscheibenvorfall und habe mich nach langem Leidensweg schweren Herzens vergangene Ostern operieren lassen. Rückblickend die beste Entscheidung meines Lebens. Ich bin nach vier Jahren erstmals wieder schmerzfrei in einer Vorbereitung und es ist als wäre ich in einen Jungbrunnen gefallen und es wäre nie was gewesen.

Wir machen es mal wieder kurz. Taylan Yesil schlägt Priest West ein zweites Mal, weil …
Weil mein Trainer mich bestmöglich auf diesen Fight vorbereitet hat und mich meine Frankfurter Fans zum Sieg tragen werden. Ich bin in Frankfurt nicht umsonst ungeschlagen.

Gehen wir mal davon aus, dass du deinen Kampf am 28.09. gewinnen wirst, was kommt danach? Ein weiteres Duell mit Daniel Dörrer vielleicht?
Daniel Dörrer ist für mich kein Thema mehr. Viel lieber würde ich mal mit dem Mann in den Ring steigen, der ihn zuletzt in München besiegt hat. Sergej Braun wäre im Gegensatz zu Dörrer ja zumindest schon mal in meiner Gewichtsklasse.
Taylan Yesil vs. Billy Cuba (Foto: Hasan Cataltas)
Jetzt kämpfst du in einer Gewichtsklasse, die allgemein nicht immer die Beachtung findet wie z.B. das Mittel- oder Schwergewicht. Stört dich das?
Früher hat es das im Hinblick auf K-1-Turniere und die Gewissheit, da ohnehin nie hinzukommen, schon etwas genervt. Aber ich bin nun mal weder fürs Mittelgewicht noch fürs Schwergewicht gebaut und darüber hinaus sehr zufrieden mit meinem Gewicht.

Gab es dabei in der Vergangenheit auch schon mal die Überlegung, dass du ins Schwergewicht gehen könntest?
Das stand ehrlich gesagt noch nie zur Debatte.

Auf der Apache Fight Night kämpfst du praktisch vor der Haustür. Verspürt man da mehr Druck als sonst, weil ja auch eine Menge Fans dabei sein werden?
Mich motiviert es unglaublich, vor heimischer Kulisse zu fighten und ich habe es nie als Druck empfunden. Bisher konnte ich in Frankfurt immer solide Leistungen vorweisen und ich freue mich grundsätzlich riesig, wenn Freunde und Familie auch im Publikum sitzen, um mich anzufeuern.

Im Apache-Team bist du einer der erfahrensten Kämpfer. Hast du damit auch so etwas wie eine Vorbildfunktion für die Jüngeren?
Natürlich habe ich das. Wir betreiben in unserem Gym in Frankfurt-Soßenheim ja auch wertvolle Sozialarbeit und man sollte in der Jungendarbeit grundsätzlich ein gutes Vorbild für die Kids sein.
Taylan Yesil mit Coach Apache (Foto: Cemil Yesil)
Wie auch bei den Zwillingen an dich die Frage, welche Bedeutung das Apache-Team für dich hat?
Unser Team ist wie eine stätig wachsende Familie, und wie es sich für eine Familie gehört, sind wir immer füreinander da. Wir unterstützen einander in jeder Lage und treiben uns gegenseitig zu sportlichen Höchstleistungen. Ich könnte mir gar nicht vorstellen, irgendwann nicht mehr Teil dieses Teams zu sein.

Jetzt bist du ja respektvoll gesagt keine 20 mehr. Wie lange möchtest du noch aktiv in den Ring steigen und welche Ziele hast du dir für die Zukunft gesteckt?
Na ja, stell mich mal nicht älter hin, als ich bin (lacht). Das größte Ziel war bisher das Comeback nach meiner Rücken-OP und das könnte gerade nicht besser laufen. Alles weitere wird sich nach dem Fight zeigen.
Taylan Yesil langt wieder zu. (Foto: Mike Höhn)
Zum Abschluss des Interviews hast du jetzt noch die Möglichkeit, ein paar Worte an die Leser und deine Fans zu richten.
Ich möchte mich jetzt schon herzlichst, bei allen Fans und Kampfsportfreunden bedanken, die unser Team über die letzten Jahren begleitet und so tatkräftig unterstützt haben. Ich freue mich auf eine Hammer Fight Night und garantiere euch, in absoluter Topform in den Ring zu steigen.

Taylan, ich danke dir für das Interview und wünsche dir alles gute für deinen Kampf auf der Apache Fight Night am 28. September in Frankfurt.
Ich habe zu danken.