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Daniel Ghita macht Jagd auf Gökhan Saki

Glory-Schwergewicht will in Chicago neue Nummer eins werden. (Foto: Dorian Szücs/Groundandpound.de)

Am 12. Oktober entscheidet sich in Chicago wer der beste Schwergewichts-Kickboxer der Welt ist. Im Vier-Mann-WM-Turnier von Glory 11 gelten die aktuelle Nummer eins, Gökhan Saki, und vor allem der derzeit Zweitplatzierte Daniel Ghita als große Favoriten auf den Thron. Groundandpound.de hat knapp fünf Wochen vorher mit Ghita gesprochen.

Groundandpound.de: Daniel, es sind noch fünf Wochen bis zum vielleicht wichtigsten Tag deiner sportlichen Laufbahn.
Daniel Ghita: Ja, ursprünglich wollte Glory am 31. Dezember wieder einen Schwergewichts-Grand Slam veranstalten, wie im letzten Jahr. Doch eine solche Show ist einfach zu langwierig, man muss zu oft kämpfen, die Verletzungsgefahr ist zu hoch. Glory hat deshalb vier der weltbesten Schwergewichte in ein vorgezogenes „kleines“ Turnier gesteckt.

Du bestreitest das Halbfinale gegen Anderson Silva, daneben sind noch Rico Verhoeven und Ghökan Saki im Rennen.
Saki und ich werden im Turnierfinale aufeinandertreffen, da bin ich mir sicher. Und dann werde ich ihn besiegen und endlich die Nummer eins sein.

Tatsächlich gelten du und Saki als Favoriten auf den Sieg. Unterschätzt ihr die anderen beiden?
Ich unterschätze niemanden, aber Ghökan und ich sind die derzeit besten Schwergewichte der Welt. Ich will diesen Rückkampf unbedingt.

Ihr seid schon zweimal aufeinandergetroffen. Zweimal gewann Saki, zuletzt im April in Istanbul durch T.K.o.
Mein bester Freund ist vier Tage vor dem Kampf gestorben. Ich stand im Training, ich war topfit, doch ich wollte trotzdem nicht kämpfen, weil ich einfach nicht bei der Sache war. Wäre ich nicht angetreten, hätte ich aber eine Vertragsstrafe von 500.000 Dollar an Glory zahlen müssen – da habe ich natürlich lieber gekämpft. Ich war allerdings unkonzentriert und konnte meine Leistung nicht abrufen.

Mit einem Turniersieg stündest du an der Spitze der Königsklasse, in der derzeit führenden Kickbox-Organisation der Welt.
Wenn man die beste Organisation der Welt sein will, muss man die besten Kämpfer verpflichten. Das hat Glory getan. Wenn man die besiegt, steht man ganz oben. Das ist so.

Der Event wird die Premiere für Glory auf dem US-Sender SpikeTV und daher enorm wichtig. Steigt da der Druck, Leistung abzuliefern?
Nein, es sind fast ausschließlich Knock-outer auf der Card. Saki, ich, Silva und Verhoeven, den Reservekampf bestreiten Errol Zimmerman und Hesdy Gerges. Im Hauptkampf stehen Nathan Corbett und Tyrone Spong. Alles K.o.-Kämpfer. Die Amerikaner werden die Show lieben.

Du hast einmal gesagt, wenn du den K-1 World Grand Prix gewinnst, wirst du zurücktreten...
(lacht) Das war damals.

...was passiert, wenn du den Glory-Titel gewinnen solltest?
Ich weiß es nicht, aber ich bin, ebenso wie Glory, sehr populär in den USA. Ich habe z.B. ein Angebot von der UFC erhalten, dass viermal so hoch war, wie das von Glory, habe mich aber für das Kickboxen entschieden.

Für die UFC fehlen schließlich auch die Fähigkeiten am Boden.
Ich lebe seit vier Jahren in Holland und gehöre schon zu den besten Kickboxern dort. Manche brauchen dafür ein Leben lang, viele schaffen es gar nicht. Ich lerne sehr schnell. Ich denke, in einem Jahr kann ich die nötigen Fähigkeiten erlernen. Ich habe das früher schon gemacht, jedoch nie gekämpft.

Du ziehst also tatsächlich eine UFC-Karriere in Betracht?
Wozu kämpfe ich denn? Nur für das Geld? Wofür setze ich meine Gesundheit aufs Spiel? Wofür zerstöre ich meinen Körper? Ich muss immer etwas Neues tun, setze mir neue Ziele. Vielleicht ist eines dieser Ziele MMA. Momentan gibt es bei Glory jedoch noch jede Menge für mich zu tun.

Ein ausführliches Interview mit Daniel Ghita gibt es in der kommenden Ausgabe des Groundandpound Magazins, ab Anfang November.