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Daniel Dörrer: „Jerome hatte noch nie einen Kämpfer wie mich!“

Daniel Dörrer greift wieder an. (Foto: Thomas Kohler)

„The Peaceful Warrior“ Daniel Dörrer wird einer der Kämpfer aus dem Hauptprogramm der Mix Fight Gala XVIII am 5. Juni in Fulda sein. Gegen Jerome Heinz wird es das klassische Duell zwischen Erfahrung und jugendlicher Unbekümmertheit werden. Wie Dörrer den Kampf selbst sieht und welche Ziele er in der Zukunft verfolgt, darüber haben wir mit dem Triple-Weltmeister im Interview gesprochen.

GNP1: Daniel, am 5. Juni wirst du bei der Mix Fight Gala XVIII in Fulda wieder in den Ring steigen. Wie laufen deine Vorbereitungen?
Daniel Dörrer: Ich fühle mich gut und hab wie immer Mega-Bock zu kämpfen! Dies wird mein dritter Fight in diesem Jahr. Momentan ist mein rechtes Ohr etwas vom Ringen und vom Grappling ramponiert, aber das stört mich nicht! Eigentlich hätte ich davor noch Ende April bei "We love MMA" in Dresden meinen nächsten MMA-Kampf gemacht, jedoch war mein Gegner hierfür dann verletzt. Somit bin ich heiß darauf, wieder die Fäuste sprechen zu lassen.

Dein Gegner am 5. Juni in Fulda wird Jerome Heinz von der Kickboxakademie in Heilbronn sein. Was weist du über ihn und wie schätzt du ihn ein?
Jerome ist schnell und hart. Eine seiner stärksten Waffen ist sein linker Highkick zum Kopf seiner Gegner. Mit diesem Kick hat er in seinem letzten Kampf in Heilbronn, den ich mir live angeschaut habe, seinen polnischen Gegner schon in der ersten Runde niedergestreckt. Auch boxerisch ordne ich ihn stark ein. Nach den restlichen Runden gewann Jerome dann diesen Fight verdient nach Punkten und ist nun der amtierende Profi-Europameister der WKU im K-1. Somit stehen die Zeichen doch super für einen klasse Fight in Fulda!

Auf welchen Kampf, glaubst du, wirst du dich einstellen müssen?
Wir kämpfen nach K-1-Regeln über drei mal drei Minuten in der 91-Kilogramm-Klasse. Meine Einstellung zu meinen Fights ist immer dieselbe: Ich liebe das Kämpfen! Es ist mir egal, ob ich irgendwo auf der Welt K-1 kämpfe, ob ich in Thailand nach Muay-Thai-Regeln kämpfe oder ob es ein MMA- oder wieder ein Boxkampf ist. Es ist mir ebenfalls ziemlich wurscht, ob es um einen WM-Titel oder um einen Gemüseeintopf geht - ich kämpfe, um zu kämpfen. Do what you love, love what you do!

Gegen Jerome Heinz wirst du von vielen als klarer Favorit gesehen. Wie siehst du deine Rolle selbst in diesem Kampf?
Bei uns schweren Jungs kann ja immer ein einziger Schlag kampfentscheidend sein. Deswegen: Favoritenrolle hin oder her - Jerome ist ein explosiver Fighter, der es wissen will. Ich werde ihn auf gar keinen Fall unterschätzen!

Betreibt eine „alter Hase“ wie du vor einem solchen Kampf noch Videostudium oder verlässt du dich ganz auf das, was dir dein Trainer mit auf den Weg gibt?
Wie gesagt, wir haben uns seinen letzten Kampf live angeschaut, das Video hierzu ist auch im Internet zu finden. Selbstverständlich höre ich auf meinen Trainer. Nach Jeromes Sieg wurde ich vom Veranstalter in den Boxring gerufen, wo es dann zu einem kleinen Interview und einem ersten, respektvollen Face-to-Face kam. Ich freue mich sehr auf diesen K-1-Fight gegen einen starken Jerome Heinz!

Machen wir es kurz und knapp: Daniel Dörrer besiegt Jerome Heinz weil…?
Weil Jerome noch nie einen Kämpfer wie mich vor den Fäusten hatte. In meinen bisher über 150 Kämpfen bin ich noch nie K.o. gegangen, nur in einem MMA-Kampf musste ich mal abklopfen. Er wird meine Härte und meinen Druck nach vorne spüren.

Egal, wie der Kampf am 05. Juni ausgehen wird, wie sieht dein weiterer Fahrplan für das Jahr 2015 aus?
Nach dem K-1-Kampf in Fulda werde ich bei der nächsten Respect.FC wieder einen MMA-Kampf bestreiten. Danach kämpfe ich wieder K-1, auf der Merseburger Fight Night. Und dann ist ja erst Oktober. Bis zum Jahresende sind noch ein paar spannende Geschichten geplant!

In der Vergangenheit bist du des Öfteren zwischen MMA und K-1 gewechselt. Wirst du das auch in Zukunft so beibehalten?
Ja, das haben wir fürs Erste vor.
Daniel Dörrer vs. Jerome Heinz. (Foto: Jerome Heinz/kickbox-akademie.com)

Wenn wir einen Blick in die Kristallkugel werfen, welche Ziele verfolgst du mittel- bzw. langfristig?
Rein sportlich gesehen, habe ich durch meine bisher neun WM-Titel, davon drei bei den Profis, und die dadurch verbundenen Auftritte im Fernsehen, bei Sat.1, ProSieben, Kabel 1, Eurosport und Sport1 mehr erreicht, als ich mir zu Beginn meiner Kämpferlaufbahn jemals zu erträumen gewagt habe. In meiner Gewichtsklasse kann man gut bis Ende dreißig aktiv sein. Somit ist da noch massig Zeit für weitere 150 Fights (lacht). Was meine persönliche Entwicklung betrifft: Ich möchte als Kämpfer einfach immer kompletter werden - in allen Disziplinen! Auch was das "innere Wachstum" betrifft: Ich möchte den tiefen Sinn der Martial Arts immer weiter und mehr in mir verinnerlichen und manifestieren. Das ist auch eine Message des "Peaceful Warriors"!