Thai/Kickboxen

China vs Germany

China - noch nie da gewesen! Zhengzhou - noch nie gehört! Dort kämpfen - auf jeden Fall!

Nachdem die Formalitäten für den 8-tägigen Trip in die Provinz Henan erledigt waren, machte sich der hamburger Trainer & Promoter Ralf Stege gemeinsam mit seiner deutschen Delegation Boban Dimcic, Christian Brick und Dennis Sakowski auf die 22 Stunden dauernde Reise über Peking in die 7 Millionen Einwohner Stadt Zhengzhou. Der Veranstalter Wu Lin Feng ist für seine professionell organisierten Events in der Kampfsportszene bekannt und dies bereits weit über die Grenzen des asiatischen Kontinents hinaus. Zeit zum verschnaufen blieb den SIAMSTORE-Fightern nicht, nach einem kurzen check-in ins sehr zentral gelegene Hotel, ging es zu einem mehrstündigen Foto-Shooting in eine benachbarte Argentur.
China vs Germany (alle Fotos von Fabian Grimm)
Das Training am darauf folgenden Tag wurde von einem Kamerateam begleitet um ein entsprechendes Promotion-Video über die deutschen Gäste zu drehen. Zwar war der Trubel um die Kämpfer etwas ungewohnt, doch die hamburger Jungs brannten drauf, dem Ursprungsland der Kampfkünste die deutsche Kampfbereitschaft zu präsentieren. Der Event bestand aus 9 Kämpfen. Sechs mal hieß es CHINA vs JAPAN und drei mal CHINA vs GERMANY. Auffällig war die Ähnlichkeit zwischen dem chinesischen und dem thailändischen Kampfstil, bei dem vor allem Kick-Techniken zum Eisatz kommen.
China vs Germany
Als erstes aus deutscher Sicht durfte Boban Dimcic ran, welcher noch 2 Wochen zuvor, in einem spektakulären Comeback-Fight auf dem DAY OF DESTRUCTION 4, Nikita Pankraz bezwang. Der 29-jährige war nach diesem letzten Kampf gut drauf und somit war auch für China ein Sieg das klare Ziel. Der Schlachtplan sah so aus, dass Boban sich auf seine schnellen Box-Kombinationen konzentrieren sollte. Doch er fand gegen sein chinesischen Kontrahenten Guo Qiang nicht in den Kampf. Der Chinese überrumpelte Boban in den ersten Minuten mit harten Lowkicks. Mitte der 2. Runde musste Boban sich nach einer krachenden Rechten zum Kopf geschlagen geben.
China vs Germany
Nach einigen Duellen zwischen den ebenfalls angereisten Japanern und den an diesem Tag dominierenden Chinesen, kam der routinierte Christian Brick zum Einsatz. Christian knüpfte an seinen guten Kampf auf Fehmarn an und lieferte eine solide erste Runde ab, die auf einen spannenden Kampf hoffen lies. Doch in Runde zwei legte sein Gegner Hong Guang nicht nur eine, sondern gleich zwei Schippen auf und feuerte aus allen Rohren. Das Ende vom Lied war dann leider (aus deutscher Sicht) wie bei Boban: KO-Sieg für China in Runde zwei.
China vs Germany
Nun lag es an Dennis Sakowski, die Ehre des Teams zu retten und einen bleibenden Eindruck beim chinesischen Volk zu hinterlassen. Dies lies sich der Hamburger nicht 2 mal sagen und begann seinen Kampf mit starken Box-Kombinationen. Sein bereits sehr erfahrener Gegner Sun Wu (kämpfte bereits schon 2 mal in Deutschland), wusste zur Begeisterung der Zuschauer dem einiges entgegen zu setzen. Der Kampf entwickelte sich zu einer wahren Ringschlacht, bei der beide Krieger ein großes Kämpferherz bewiesen. Dennis wuchs über den Willen zu siegen weit über sich hinaus, musste sich aber dennoch seinem Gegner nach 3 starken Runden und einem wirklich knappen Punktentscheid (ein Chinese hatte den Kampf Unentschieden gewertet) geschlagen geben. Sun Wu, selbst Betreiber einer renommierten Kampfsportschule zollte Dennis seinen vollsten Respekt.
China vs Germany
Fazit des Abends war eine chinesische Übermacht, die selbst den japanischen Fightern keine Chance gab. Nur ein einziger Japaner konnte mit einem Sieg nach Hause fahren. Die meisten seiner Kollegen mussten sogar mit Erstrunden-Knockouts ins Land der aufgehenden Sonne zurück reisen. Ralf Stege gelang es, die deutsch-chinesische Partnerschaft zu vertiefen und es ergaben sich viele interessante Kontakte zu weiteren Kampfsportschulen, sowie Promotern in China und Japan. Für die Jungs vom SIAMSTORE bleibt es ein unvergesslicher Event mit der Hoffnung auf Rückkämpfe auf deutschem Boden und Ralf Stege wäre nicht Ralf Stege, wenn er nicht bereits an einer Umsetzung mit tatkräftigen Sponsoren arbeiten würde.