Thai/Kickboxen

Canaveral Zwillinge & Braun siegreich

20 Jahre Apache Kickbox-Team in Frankfurt - das bedeutete auch 20 Jahre Jugendarbeit in Frankfurt. Was hätte da besser passen können als dieses Jubiläum mit einem spannenden Kampfabend zu feiern? Gleich vier WM- und ein DM-Titel standen am Samstagabend in der Frankfurter Fraport Arena auf dem Programm.

WKU-WM: Joan Manuel Lique Canaveral vs. Howard Hogg
Dieser Kampf, um es einmal vorwegzunehmen, war eines Hauptkampfes absolut würdig und die Zuschauer sollten hier voll auf ihre Kosten kommen. Kurzes Abtasten beider Kämpfer im Ring und schon ging es los. Während Canaveral sehr ruhig blieb, und versuchte sich an die taktischen Vorgaben aus seiner Ecke zu halten. Mit seinem beweglichen und sehr variablem Kampfstil machte er es dem Waliser alles andere als einfach. Dieser griff dann auch mal etwas in die Trickkiste, was ihm aber nicht wirklich etwas bringen sollte. Trotz allem war es ein sehr spannender Kampf zwischen den beiden und das in einer Gewichtsklasse (63,5kg), die ja sonst eher nicht die Beachtung in der breiten Öffentlichkeit findet. Ein paar Mätzchen konnte sich Canaveral in der fünften und letzten Runde nicht verkneifen, als er seine Deckung komplett nach unten nahm und nur durch seinen beweglichen Oberkörper den Schlägen von Hogg auswich. Nach Ablauf der fünf Runden hatten die Punktrichter das letzte Wort und für die gab es keinen Zweifel, dass Joan Manuel Lique Canaverla den Ring als verdienter Sieger verlässt.

WKU-WM: Sergej Braun vs. Lorand Sachs
Sergej Braun sollte eigentlich in einem Rückkampf auf Denis Liebau treffen. Dieser erkrankte aber kurz vor der Veranstaltung, weshalb sich der Regensburger Lorand Sachs bereit erklärte, gegen Braun in den Ring zu steigen. Braun zeigte sich vom Wechsel des Gegners unbeeindruckt und legte gleich richtig los. Mit harten Kicks traf der Gelnhausener ein ums andere Mal Sachs. Dieser ist ja als Spätstarter bekannt, doch den Motor konnte er nicht mehr zünden. In Runde zwei erwischte ihn Braun mit ihm blitzsauberen gedrehten Kick am Kopf und schickte ihn in das Land der Träume. Mit diesem spektakulären Treffer krönte sich Sergej Braun nun nach dem Europa- auch zum Weltmeister der WKU.

WKU-WM: Emmanuel Lique Canaveral vs. Talha Yalcin
Bereits zum dritten Mal standen sich beide Kämpfer im Ring gegenüber. Canaveral konnte die beiden ersten Paarungen klar für sich entscheiden und war bis in die Haarspitzen motiviert, auch dieses dritte Duell zu gewinnen. Noch in unserem Interview ging Canaveral von einem Kampf über die vollen fünf Runden aus. Ein Trugschluss, wie sich herausstellen sollte. Nach einer guten ersten Runden von beiden Kämpfern in der man versuchte die Schwachstellen des andere auszumachen, zog Weltmeister Canaveral zu Beginn von Runde zwei das Tempo an und das sollte sich auch schon bald bezahlt machen. Mit einem schnellen und sehr präzisen Back-Kick auf die Leber von Yalcin schickte er diesen zu Boden. Ein Niederschlag von dem sich der Herausforderer nicht mehr erholen konnte und Emmanuel Lique Canaveral eine erfolgreiche Titelverteidigung bescherte.

WKU-WM: Taylan Yesil vs. Tyrone Priest West
Der Rückkampf, auf welchen man fast zwei Jahre warten musste. Dabei ging Tyrone Priest West ein großes Risiko ein, denn es war sein erster Kampf nach der einjährigen Verletzungspause und dies auch nur zwei Wochen vor der eigenen Veranstaltung. Acht Wochen harte Vorbereitung sollten sich für Lokalmatador Yesil dann auch vor den eigenen Fans bezahlt machen. Doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Kaum hatte der Kampf begonnen, da war er auch schon wieder vorbei. Für die Zuschauer in der Halle zunächst nicht erkennbar, was genau passiert war. Priest kassierte einen Kick von Yesil am Knie, worauf der Kampf unterbrochen werden musste. Priest konnte selbst, nachdem sich der Ringarzt das Knie angeschaut hatte, den Kampf nicht weiterführen. Nach den Regularien der WKU bedeutete dies, das der Kampf als No Contest gewertet wurde. Ein unbefriedigendes Urteil für beide Kämpfer, wie auch die Fans der beiden.

WKU-DM: Tomo Malencia vs. Sergej Dechent
Der erste Profi-Titel sollte es für den bisher ungeschlagenen Lokalmatadoren und K.o.-König Tomo Malencia werden. Doch einfach war die Aufgabe gegen Sergej Dechent (Energy Gym) bei Weitem nicht. Dieser sprang kurzfristig ein und sollte sich als unangenehmer, wie auch sehr schwieriger Gegner herausstellen. Nachdem Malenica gleich zu Beginn ordentlich Druck machte und in Runde zwei auch Dechent kurz zu Boden schicken konnte, begann sich ab Runde zwei das Blatt zu wenden. Seinem druckvollen Kampfstil musste Malenica Tribut zollen. Dechent kam immer besser in den Kampf und stellte den Lokalmatador zunehmend vor große Probleme. Je länger der Kampf dauerte, desto ausgeglichener konnte war das Duell und damit hatten die Punktrichter das letzte Wort. Während je einer 48-47 für Dechent und Malencia wertete, hatte der dritte Punktrichter den Frankfurter mit 50-47 vorne. Jubel in der Ecke von Malencia und Fassungslosigkeit in der Ecke von Dechent. Da wäre ein Rückkampf sicherlich eine gute Sache.

Im einzigen Nicht-Titelkampf des Hauptprogramms konnte sich der Mainzer Alex Sakotic (Trans4mers) nach drei Runden gegenüber Kevin Botz (Mangonjuk Gym) behaupten. Nachdem Sakotic die erste Runde für sich entscheiden konnte, hatte es den Anschein das er nach einem Frontkick von Botz mitten ins Gesicht in Runde 2, kurfristig aus dem Konzept gekommen war. Doch der Schein trügte. Sakotic konnte die Anweisungen aus seiner Ecke umsetzen und die Distanz immer wieder mit schnellen Aktionen überbrücken. Dies sollte dem Mainzer dann auch den verdienten Punktsieg bescheren.

Einziger Wehrmutstropfen in Frankfurt war, dass Stefan Leko nicht wie geplant gegen den Berliner Oguz Övgüer (Golden Glory) in den Ring steigen konnte, wobei es hier nicht an Leko lag. Das ganze ist recht einfach erzählt. Övgüer bestritt vor drei Wochen einen Kampf in Leverkusen, den er durch T.K.o. in Runde drei verlor. Nach den Regularien der WKU wird in einem solchen Fall der Kämpfer mit einer Schutzsperre von vier Wochen belegt. Doch der Kampf soll definitiv nachgeholt werden. Momentan geht davon aus das dies in den nächsten 2-4 Monaten der Fall sein wird.

Wie Veranstalter Apache gegenüber GnP mitteilte, wird man im nächsten Jahr wieder zurückkehren. Derzeit plant man 2-3 Veranstaltungen für das Jahr 2014. Vielleicht dann auch mit dem Kampf zwischen Stefan Leko und Oguz Övgüer?

Apache Fight Night
28. September 2013
Fraport Arena, Frankfurt

WKU-Weltmeisterschaft / K-1
Joan Manuel Lique Canaveral bes. Howard Hogg einstimmig nach Punkten (50:48, 50:45, 50:48)

WKU-Weltmeisterschaft / K-1
Sergej Braun bes. Lorand Sachs via K.o. in Rd. 2

WKU-Weltmeisterschaft / K-1
Emmanuel Lique Canaveral bes. Talha Yalcin via K.o. in Rd. 2

WKU-Weltmeisterschaft / K-1
Taylan Yesil vs. Tyrone Priest West -No Contest-

WKU-Deutsche Meisterschaft / K-1
Tomo Malencia bes. Sergej Dechent geteilt nach Punkten (48:47, 47:48, 50:47)

K-1
Alex Sakotic bes. Kevin Botz nach Punkten (3-0)
Serdal Arslan bes. Kevin Schütze via T.K.o. in Rd. 3
Rachid Ghazouani bes. Ahmed Meziana nach Punkten (3-0)
Can Cekemci bes. Sabo Schmitt via T.K.o. in Rd. 2
Ali Khatem bes. Ahmed Özdemir via T.K.o. in Rd. 3