Thai/Kickboxen

Canaveral-Brüder, Liebau & Arslan siegreich

Gleich vier Titel der WKU standen bei der Apache Fight Night am vergangenen Sonntag auf dem Programm. Dabei gab es Urteile, die knapper nicht hätten ausfallen können. Auch wenn dabei natürlich nicht jeder mit zufrieden war. Die Zuschauer sollten definitiv auf ihre Kosten kommen.

WKU-WM: Canaveral vs. Epp
Der Bruder hatte vorgelegt und da wollte Joan-Manuel Lique Canaveral (Team Apache) gegen Alexander Epp (Muay Thai Gym Mendez) natürlich nachlegen. Canaveral begann leichtfüßig auf seinen Beinen, während Epp mit kompakter Deckung von der Mitte des Ringes heraus seinen Gegner unter die Lupe nahm. Ein langes Abtasten der beiden gab es nicht, aber auch keine überfallartigen Angriffe. Denn jeder wusste, wie es um die Stärken des anderen bestellt war. Ein technisch sehr hochwertiger Kampf, bei dem sich zwei Kämpfer auf absoluter Augenhöhe begegneten und eine kluge Kampfeinteilung an den Tag legten. Epp versuchte aus seiner kompakten Deckung immer wieder Box- und Kickkombinationen in Richtung des Weltmeisters abzuschießen. Dieser wiederum pendelte mit seinem Oberkörper auch einigen Aktionen aus und setzte dann die Konter. Ein Kampf, bei dem es über fünf Runden hin und her ging und die Zuschauer mit Sicherheit voll und ganz auf ihre Kosten kamen. Wie auch schon bei den vorangegangenen Titelkämpfen hatten auch hier die Punktrichter das letzte Wort und es sollte ein erneut sehr knappes Urteil werden, bei dem allen drei Punktrichter Canaveral hauchdünn in Front sahen. Freude auf der Frankfurter Seite und Enttäuschung verständlicherweise in der Ecke von Epp. Trotzdem war dieser Kampf beste Werbung für den Sport.

WKU-WM: Canaveral vs. Statkevich
Für den eigentlich geplanten Dennis Haddad, bekam der Mainzer Jury Statkevich (Nubia Sports) die Chance gegen Emmanuel Lique Canaveral (Team Apache) um dessen WM-Titel der WKU zu kämpfen. Canaveral ging als Favorit in diesen Kampf, ein Anspruch, den er als Weltmeister auch hatte. Diesen untermauerte er zu Beginn auch mit seinem variablen Kampfstil und setzte Statkevich damit unter Druck. Doch anders als zuletzt noch im September, brach dieser mit zunehmender Kampfdauer überhaupt nicht ein, sondern zeigte seinerseits vielleicht sogar seine beste Leistung überhaupt. Er steckte die harten Körpertreffer weg und dachte nicht daran, vorzeitig den Kampf aufzugeben. Canaveral war vielleicht ein Stück zu aggressiv, aber er wollte auch für klare Verhältnisse sorgen in diesem Kampf. Blickt man auf die Wertungen der Punktrichter, die alle mit 50-45 Canaveral in Front hatten, so gelang ihm dies auch eindrucksvoll. Trotzdem sollte man Statkevich auch Respekt für eine starke Leistung zollen.

WKU-EM: Liebau vs. Sachs
Den Abschied im Kickboxen wollte sich der Frankfurter Denis Liebau (Challenge Club) mit einem Sieg über Lorand Sachs (Galaxy Gym) und dem damit verbundenen EM-Gürtel versüßen. Entsprechend viele Fans von Liebau waren mit nach Aschaffenburg gekommen. Doch Sachs hat in der Vergangenheit schon öfter unter Beweis gestellt, dass er ein mehr als unbequemer Gegner ist. Während Liebau natürlich zunächst vermehrt seine Fäuste zum Einsatz brachte, versuchte es Sachs mit Low-Kicks. Beide Kämpfer schenkten sich hier von Beginn an nichts, hatten aber auch mit zunehmender Kampfdauer mit dem etwas rutschigen Ringboden zu kämpfen. Es entwickelte sich ein Kampf, bei dem die Punktrichter zum Ende hin um ihren Job wirklich nicht zu beneiden waren. Gegen Ende des Kampfes wirkte Sachs etwas frischer und es war erstaunlich, wie Liebau die Kicks des Regensburger verarbeitet hatte. Dessen Trainer wurde vom Ringrichter nach einem Wortgefecht vom selbigen verwiesen, was einem packenden Duell über fünf Runden keinen Abbruch tat. Nun hatten danach die Punktrichter das letzte Wort. Während der Erste mit 49-48 für Liebau wertete, sahen die beiden anderen den Frankfurter mit 50-49 und 50-48 vorne. Ein sehr enges Urteil, welches noch für einigen Gesprächsstoff sorgen sollte. Denn wie zu Erfahrung war, hat die Ecke von Lorand Sachs Protest gegen dieses Urteil eingelegt. Ob und wann die WKU darüber entscheiden wird, ist bisher aber noch nicht bekannt.

WKU-DM: Arslan vs. Weiss
Titelverteidiger Serdal Arslan (Team Apache) musste seinen im April gewonnenen DM-Titel gegen den Frankfurter Thomas Weiss (Muay Thai School) verteidigen. Dabei sollte dieser Kampf weitaus mehr bieten, als man es im Vorfeld vielleicht vermutet hätte. Arslan stellt von Beginn an klar, das der Gürtel bei ihm bleiben soll. Mit harten Fäusten und Kicks zum Körper von Weiss ging es in den Kampf. Ein Szenario, welches sich in den kommenden Runden immer wieder wiederholen sollte. Erstaunlich, mit welch hoher Schlagfrequenz Arslan seinen Gegner bearbeitete. Doch Weiss bewies ein unglaubliches Kämpferherz. Aufgeben kam für den Schützling von Andi Rögner nicht in Frage, auch wenn dessen Rippen bereits eine andere Farbe hatten. Weiss versuchte zum Schluss hin noch einmal das Blatt zu wenden, doch da hatte er durch die Vielzahl an Treffern nicht mehr die Kraft dazu, Arslan entsprechend gefährlich zu werden. So gab es am Ende der fünf Runden einen einstimmigen wie auch verdienten Punktsieg für Serdal Arslan.

Im kommenden Jahr will Veranstalter Apache mit weiteren Events in das Rhein-Main-Gebiet zurückkehren. Nach dem derzeitigen Stand, soll es im März 2015 die nächste Apache Fight Night geben.

Apache Fight Night
26. Oktober 2014
Stadthalle, Aschaffenburg

Ergebnisse

WKU-Weltmeisterschaft / K-1
Joan-Manuel Lique Canaveral bes. Alexander Epp durch Punkte 3-0

WKU-Weltmeisterschaft / K-1
Emmanuel Lique Canaveral bes. Jury Statkevich durch Punkte 3-0

WKU-Europameisterschaft / K-1
Denis Liebau bes. Lorand Sachs durch Punkte 3-0

WKU-Deutsche Meisterschaft / K-1
Serdal Arslan bes. Thomas Weiss durch Punkte 3-0

K-1
Rafik Habiat bes. Mohammad Jamal durch Punkte 3-0
Engin Genc vs. Erdal Arat -unentschieden-
Angelo Imparaj bes. Mahir Akin durch Punkte 3-0
Sultan Sultani bes. Seerwan Abubaker durch TKO in Runde 1