Thai/Kickboxen

Bloody Sunday: Team Pascha besiegt Team Kombatleague

Am Sonntag fand die neunte Ausgabe des Kult-Events "Bloody Sunday" im Kölner Nachtclub Pascha statt. Neben dem Vergleichskampf Team Pascha vs. Team Kombatleague gab es auch eine Reihe von sehr interessanten Rahmenkämpfen.

Team Pascha behält erneut die Oberhand

Erneut gab es einen Vergleich zwischen einer Auswahl des Teams Pascha und dem der Kombatleague aus Italien. Den Auftakt machte dabei "Thai Warrior" Thanit Im On, welcher auf Daniele Profetta aus Italien traf. Der Thailänder studierte sein Gegenüber zunächst, um dort etwaige Schwachstellen auszumachen. Sobald sich eine Lücke bot, versuchte Im On diese auch sofort auszunutzen. Zwar hielt Profetta in der Auftaktrunde gut mit, variabler und genauer war allerdings der Thailänder. In der zweiten Runde sollte dann der Schocker folgen. Im On nutzte den Moment, als Profetta seine Deckung einen Tick zu weit unten hatte aus, um diesen mit einem ansatzlosen und trockenen Kick zum Kopf in das Land der Träume zu schicken.

Der "Candyman" Clayton Henriquez traf im zweiten Duell dieser Serie auf Jacopo Tranantino, welcher mit einem beachtlichen Kampfrekord von 54-6 nach Köln angereist war. Dass den Holländer dies nicht die Bohne interessierte, sah man schon in der Auftaktrunde. Immer wieder legte Henrique, auch mit Risiko, den Vorwärtsgang ein und versuchte Tarantino damit unter Druck zu setzen. Zunächst lächelte der Italiener noch und wollte damit signalisieren, dass ihm die Treffer nichts ausmachen. Da hatte er aber die Rechnung ohne den "Candyman" gemacht, welcher kompromisslos nachsetzte und den Italiener mit einer Rechten zu Boden schickte. Dieser war bei acht noch nicht kampfbereit und wurde folgerichtig aus dem Duell genommen.

Die Entscheidung im Team-Kampf war also vor dem letzten Gefecht schon gefallen, dennoch wollte auch Konkaenlek "Bee" Sitpholek seinen Teil dazu beitragen. Dass es auch für einen so erfahrenen Kämpfer nicht immer nach Wunsch läuft, das bekamen die Zuschauer in Köln zu sehen. Denn Federico Mazza war hellwach, setzte gute Aktionen und ließ den Thailänder nicht richtig in den Kampf finden. Dieser schaute sich zunächst in Ruhe an, was sein Gegner machte und versuchte mit harten Kicks das Tempo anzuziehen. Das sollte ihm an diesem Tag nicht so recht gelingen. Noch schlimmer, denn Sitpholek fing sich einen Ellenbogen von Mazza ein und es drohte in der Pause zur zweiten Runde der Abbruch durch den Arzt. Der Kampf konnte allerdings weitergeführt werden, nur dass diesem noch immer kein richtiges Rezept gegen Mazza einfallen wollte. Die Cut-Verletzung tat ihr übriges dazu und so gab es nach Ablauf der drei Runden einen einstimmigen wie auch verdienten Punktsieg für Fabrizio Mazza.

Schiller gewinnt Revanche
Bei der diesjährigen nationalen Meisterschaft des MTBD standen sich der Düsseldorfer David Schiller und Matthias Schneppe aus Bergneustadt bereits gegenüber. Ein Duell, welches Schneppe nach Punkten für sich entscheiden konnte und Schiller nun die Möglichkeit zur Revanche bekam und hier zeigte dieser auch gleich zu Beginn, dass er nicht gewillt war, den Ring als Verlierer zu verlassen. Permanent im Vorwärtsgang und mit hohem Tempo erarbeitete sich Schiller die Vorteile auf den Zetteln der Punktrichter. Allerdings sollte dieses hohe Anfangstempo auch seinen Tribut fordern und so kam Schneppe in der dritten Runde noch einmal sehr gut zurück und setzte zum Endspurt an. In den Augen der Punktrichter kam dieser aber zu spät und David Schiller wurde einstimmig zum Sieger erklärt. Auch wenn sich einstimmige deutlich anhört, so war es von beiden ein sehr guter wie auch enger Kampf.

Nach K-1-Regeln trafen mit Jan Otterbein und Marcel Wernicke zwei äußerst talentierte Kämpfer aufeinander. Wernicke wollte mit einem Sieg die Heimreise antreten und so setzte der Mönchengladbacher auch die ersten Akzente. Otterbein brauchte etwas, um in den Kampf zu finden. Doch der Wuppertaler zeigte, warum man mit ihm in Zukunft rechnen sollte. Es entwickelte sich ein Duell auf Augenhöhe bei dem man optisch den Eindruck gewinnen konnte, dass Wernicke in Front lag. Die Punktrichter sahen dies allerdings anders und gaben mit 2-1 den Sieg an Jan Otterbein. Die beiden in einem Titelkampf über fünf Runden und eine Schlacht wäre vorprogrammiert.

Ebenfalls zum zweiten Mal standen sich Frederik Fraikien und Andre Staffen im Ring gegenüber. Schon das erste Duell konnte Fraikien nach Punkten für sich entscheiden und auch im Rückkampf sollte es für Staffen nicht viel besser werden. Dem Erfurter merkte man noch den Ringrost nach seiner langen Pause von über drei Jahren an. Fraikien setzte die Vorgaben aus seiner Ecke bestens um und erwischte Staffen in der dritten Runde mit einem Knie am Kopf, wo sich ein Cut öffnete und der Kampf daraufhin abgebrochen werden musste.

Der Bloody Sunday hat sich also in den vergangenen Jahren seinen festen Platz im Kalender der Kampfsportveranstaltungen gesichert. Wohl nicht in diesem Jahr, aber pünktlich in 2018 wird dieser wieder zurückkehren.

GNP1 Fight Night Awards

Kampf des Abends: Jan Otterbein vs. Marcel Wernicke
K.o. des Abends: Thanit Im On vs. Daniele Profetta

Bloody Sunday IX
2. April 2017
Pascha, Köln


Ergebnisse

Muay Thai
Federico Mazza bes. Konkaenlek Sitpholek durch einstimmige Punktentscheidung
Matt Sarwuta bes. Brice Liew On durch K.o. in Runde drei
David Schiller bes. Matthias Schneppe durch einstimmige Punktentscheidung

K-1
Clayton Henriquez bes. Jacopo Tarantino durch T.k.o. in Runde eins
Thanit Im On bes. Daniele Profetta durch K.o. in Runde zwei
Jan Otterbein bes. Marcel Wernicke durch geteilte Punktentscheidung
Frederik Fraikien bes. Andre Staffen durch RSC (Cut) in Runde drei
Cevdet Karagülzel bes. Semi Yazici durch einstimmige Punktentscheidung
Tim Hoffmann bes. Patryk Hebel durch T.k.o. in Runde zwei
Justus Krüger bes. Yahya Shams durch K.o. in Runde eins