Thai/Kickboxen

Bloody Sunday: Pisano entthront Konkaenlek

Pisano triumphiert in Köln. (Foto: Pascha Nightclub)

Der Bloody Sunday zum 20-jährigen Jubiläum des Kölner Nightclubs Pascha bot alles, was ein Zuschauerherz höher schlagen lässt. Packende Kämpfe, knackige K.o.`s und dramatische Wendungen bestimmten den Abend.

WKL-WM: Konkaenlek Sitpholek vs. Alessio Pisano

Zum ersten Mal verteidigte WKL-Weltmeister Konkaenlek "Bee" Sitpholek seinen WM-Titel in Deutschland gegen Alessio Pisano aus Italien. Allerdings sollte die siebte Titelverteidigung für den Thailänder einen ungewünschten Verlauf nehmen. Beide Kämpfer tasteten sich zunächst ab und versuchten mit Einzelaktionen zu punkten. Plötzlich kam Pisano mit einem Ellenbogen durch, der Konkaenlek einen Cut an der Augenbraue verpasste. Von da an war der Italiener natürlich darauf aus, mit weiteren Aktionen den Cut noch größer werden zu lassen und das sollte ihm in Runde zwei auch gelingen. Nachdem der Ringarzt bereits zweimal den Cut in Augenschein nehmen musste, entschied man sich beim dritten Mal das Duell, zum Schutz der Gesundheit des Kämpfers, zu stoppen. Überschwängliche Freude bei Alessio Pisano und seinem Team, während es bei Konkaenlek nur hängende Köpfe zu sehen gab. Gut möglich, dass es beim nächsten Bloody Sunday zu einem Rückkampf der beiden kommen könnte.

WKL-WM: Naoufal El Hamchoui vs. Andrea Valeriano

Im ersten Titelkampf der Jubiläumsveranstaltung standen sich Naoufal El Hamchoui aus den Niederlanden sowie Andrea Valeriano aus Italien gegenüber. Es ging um den vakanten WM-Titel der WKL bis 60kg nach traditionellen Muay Thai-Regeln. Nach dem Wai Kru, legten beide Akteure los wie die Feuerwehr. Vielleicht technisch nicht immer hochklassig, dafür aber war dieses Duell ungeheuer spannend, da es mit extremer Verbissenheit geführt wurde. Nachdem El Hamchoui zu Beginn leichte Vorteile hatte, kam Valeriano mit zusehends immer besser in dieses Duell und konnte es auch ausgeglichener gestalten. Gegen Ende schien es, als wäre Valeriano der aktivere Kämpfer - so hatte man zu mindestens das Gefühl. Die Punktrichter hatten nach Ablauf des Kampfes das letzte Wort und hier war man sich nicht komplett einig. Während einer zu Gunsten von Valeriano wertete, sahen die beiden anderen El Hamchoui in Front, welcher somit zum neuen Weltmeister gekrönt wurde.

Auch beim Rahmenprogramm sollte es nicht weniger spannend zur Sache gehen. "Fight Machine" und Publikumsliebling Rafal Simonides, stieg gegen Antonio Viglietti in den Ring und wollte einen weiteren Erfolg innerhalb der Bloody Sunday-Reihe erringen. Allerdings tat sich Simonides schwerer, als man es im Vorfeld hätte vermuten können. Der Italiener verstand es nicht, seine Vorteile in der Reichweite besser auszunutzen und so kam der gebürtige Pole immer wieder an den Mann. Dennoch war es eine ganz enge Kiste, bei der sich keiner der beiden Kämpfer sicher sein konnte, wer nun wirklich in den Augen der Punktrichter vorne liegen würde. Schlussendlich sollte es zu einem knappen 2-1-Punktsieg für Simonides reichen.

Zu einem Thriller ganz nach dem Geschmack der Zuschauer, sokam es im Kampf zwischen Shamil Magomedov und Farhad Davoodi. Magomedov ließ Davoodi zunächst gewähren und leistete sich darüber hinaus auch den Luxus, keinen der Kicks des Oldenburgers zu blocken. Das rächte sich in Runde eins. Magomedov musste kurz zu Boden und wurde dafür auch angezählt. Von diesem Punkt an war Magomedov hellwach und schlug Davoodi mit einer trockenen rechten, nur wenige Augenblicke später, zu Boden. In Runde zwei setzte Magomedov dann weiter nach und konnte nach zwei weiteren Niederschlägen den Kampf für sich entscheiden.

Mit Spannung wurde der Rückkampf zwischen den beiden EML-Finalisten Kristian Malokaj und Manuel Markus erwartet. Nachdem Malokaj das EML-Finale auf Grund einer Verletzung von Markus für sich entscheiden konnte, wollte dieser nun Revanche dafür nehmen. Zu Beginn hatte Markus noch die Oberhand und konnte auch die erste Runde für sich entscheiden. Allerdings wirkte Malokaj zwischen der zweiten und vierten Runde deutlich spritziger und konnte das Heft in die Hand nehmen. Markus fand an diesem Abend kein Mittel um Malokaj, um entsprechend gefährlich zu werden und musste sich am Ende einstimmig nach Punkten geschlagen geben.

Gut möglich, dass es im November zum insgesamt zehnten Bloody Sunday kommen wird. Anbei die kompletten Ergebnisse der ausverkauften Veranstaltung in der Übersicht:

Bloody Sunday IX
17. Januar 2016
Pascha, Köln


WKL-Weltmeisterschaft / Muay Thai

Alessio Pisano bes. Konkaenlek Sitpholek durch T.K.o. (Cut) in Rd. 2

WKL-Weltmeisterschaft / Muay Thai
Naoufal El Hamchoui bes. Andrea Valeriano durch geteilte Punktentscheidung

Muay Thai
Rafal Simonides bes. Antonio Viglietti durch geteilte Punktentscheidund
Kristian Malokaj bes. Manuel Markus durch einstimmige Punktentscheidung

K-1
Frederik Fraikien bes. Dima Saint durch K.o. in Rd. 1
Shamil Magomedov bes. Farhad Davoodi durch T.k.o. in Rd. 2
Armin Boufarrane bes. Isa Kabuli durch Aufgabe in Rd. 2
Marcel Wernicke bes. Johannes Ratsack durch mehrheitliche Punktentscheidung
Arton Schneider bes. Basher Faraj durch T.k.o. in Rd. 2
Jan Otterbein bes. Max Milobara durch T.k.o. in Rd. 3