Thai/Kickboxen

Berat Aliu: „Ich bin hungrig auf jeden Sieg!“

Berat "The Crocodile" Aliu. (Foto: Stefan Reiter/chorakee.de)

Am kommenden Samstag kommt es beim Debüt von It's Fight Time in Darmstadt zum Aufeinandertreffen zwischen „The Crocodile“ Berat Aliu (Chorakee Gym) und Kevin Botz (Muay Thai School). Während Botz bereits seine Ansichten zu diesem Kampf in unserem Interview verraten hatte, hat sich nun auch sein Kontrahent geäußert. Darin stellt Aliu klar, dass für ihn nur der Sieg zählt.

Groundandpound.de: Berat, am 18. Oktober wirst du bei It's Fight Time auf Kevin Botz treffen. Wie laufen die Vorbereitungen?
Berat Aliu: Die Vorbereitungen laufen derzeit auf Hochtouren. Sei es Kraft, Ausdauer oder Sparring. Taktisches Training folgt generell erst zwei bis drei Wochen vor dem Kampf. Ich gehe nie unvorbereitet in den Kampf!

Dein Gegner in Darmstadt wird Kevin Botz sein. Was weißt du über ihn und wie schätzt du ihn ein?
Er ist sehr zäh und kommt, soweit ich weiß, aus dem Muay-Thai. Ich stand ihm bereits bei der IFMA-DM im Finale gegenüber und habe den Kampf nach Punkten gewonnen.

Was glaubst du: Auf welchen Kampf wirst du dich einstellen müssen?
Es werden mit Sicherheit drei harte Runden. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Kampf durch Aufgabe, wegen Cut etc. endet, ist im Muay-Thai generell hoch. Zumal ist das eine Revanche für Kevin, die er mit Sicherheit nutzen will. Jedoch lasse ich mich dadurch nicht beeinflussen. Ich muss es einfach laufen lassen, dann wird es schon (lacht).

Von der Statur her seid ihr relativ identisch. Liegen dir gleichgroße Kämpfer eher?
Er ist sogar etwas größer. Für mich spielt die Größe des Gegners eigentlich keine Rolle, ich muss an dem Tag einfach gut drauf sein und alles abrufen können, was in mir steckt!

Von der Erfahrung her gehst du als Favorit in den Kampf. Eine Rolle, die dir liegt?
Ehrlich gesagt ist mir das egal. In dieser Klasse gibt es für mich keine Außenseiter mehr, daher bin ich vor dem Kampf immer motiviert. Wenn mir natürlich jemand wie Marco Pique gegenübersteht, bin ich umso bissiger.

Eigentlich war ein Kampf nach K-1-Regeln geplant, jetzt aber doch Full Muay Thai. Welche Stilrichtung liegt dir mehr?
Ich komme ursprünglich aus dem Muay-Thai und war ziemlich enttäuscht darüber, dass ich aufgrund einer Verletzung bei der Elite-Fight-Night nicht antreten konnte. Die letzten Kämpfe wurden überwiegend nach K-1-Rules ausgetragen. Daher freue ich mich umso mehr, dass diesmal wieder nach Full-Muay-Thai-Rules gefightet wird.

Machen wir es kurz: Berat Aliu besiegt Kevin Botz weil...?
Ich der erfahrenere Mann bin und immer noch hungrig auf jeden Sieg!

Dein Kampfname ist „The Crocodile“, beim La-Familia-Event bist du auch dementsprechend mit einer Kroko-Maske einmarschiert. Welche Bedeutung steckt hinter deinem Kampfnamen?
Unser Gym-Name "Chorakee" bedeutet auf thai übersetzt Krokodil. Den Namen habe ich meinem Trainer Stefan Reiter zu verdanken, es ist mir eine Ehre, damit das Gym repräsentieren zu dürfen! Für mich bedeutet der Name Größe, Reaktion und Stärke!

Wie sieht eine Wettkampfvorbereitung bei dir aus und über welchen Umfang sprechen wir hier?
Da ich wie viele andere ganztägig arbeiten gehe und Familienvater bin, trainiere ich an sechs Tagen in der Woche. Vor einem Kampf achte ich spezieller auf meine Ernährung.

K-1 und Muay Thai unterscheiden sich in den Regeln doch sehr stark. Wie wirkt sich das auf die Vorbereitung aus?
Eigentlich nur durch gezieltes Training von Clinch-, Ellbogen- und Knie-Techniken.

Die Vergangenheit war bei dir ja recht bewegt. Weg vom alten Trainer und dann doch wieder dorthin zurückgekehrt. Fühlst du dich jetzt auch angekommen?
Ja, denn jeder Kämpfer muss seine eigene Erfahrung machen und hat im Leben eine zweite Chance verdient. Meine Entscheidung hat gezeigt, dass ich einen großen Fehler begangen habe und es für mich keinen besseren Trainer als Stefan gibt. Von daher bin ich ihm sehr dankbar, dass er mich wieder aufgenommen hat. Zudem sind wir mit Falk Monzel und einigen anderen erfahrenen Kämpfern ein willensstarkes Team!

Da du in deiner Laufbahn auch schon auf dem King's Birthday Cup gekämpft hast, erzähl uns doch mal davon.
Das war Ende 2008, ein unbeschreibliches Gefühl vor so vielen Zuschauern kämpfen zu dürfen. Ich war total aufgeregt und wurde direkt gegen den späteren Turniersieger Kem Sitsongpeenong (Fairtex) gesetzt. Ich konnte mich beweisen, habe aber leider nach Punkten verloren. Muay-Thai ist in Thailand ein Volkssport.  Das Jubeln der Zuschauer bei jedem Kick hat mich damals sehr fasziniert. Die Kämpfer genießen dort ein hohes Ansehen.

Wo sieht sich Berat Aliu in fünf bzw. zehn Jahren?
Mein Ziel ist es, weiterhin ganz oben mitzumischen und gegen sehr starke Gegner anzutreten!

Zum Abschluss hast du jetzt noch die Möglichkeit ein paar Worte an die Leser und deine Fans zu richten.
Zuerst möchte ich mich noch mal bei meinem Coach bedanken, dass er mich wieder aufgenommen hat und mir das Gefühl gibt, Ernst genommen zu werden. Zudem bedanke ich mich bei meiner Frau und meiner Familie, die mich bei meinem Sport immer tatkräftig unterstützen und Kraft geben. Bedanken möchte ich mich auch bei meinem Hauptsponsor Zec+ Nutrition (Matthias Clemens). Durch die abgestimmte Supplementierung ist es mir möglich, meine Höchstleistung abzurufen und zuletzt geht der Dank an die Fans bzw. Kampfsport-Begeisterte, denn Eure Begeisterung und Unterstützung motiviert mich und bringt mich im Ring an meine Grenzen. Von daher immer schön fleißig die Kämpfer supporten.