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Apache Fight Night: Braun schlägt Yesil

Apache Fight Night

Die erste Apache Fight Night in Aschaffenburg, man kann sie durchaus als sehr gelungen bezeichnen. Auch wenn wegen Verletzungen und Nichterscheinen es ein gekürztes Programm gab, so gab es sehr sehenswerte Kämpfe in der Stadthalle.

WKU-WM: Braun vs. Yesil
Ein Kampf, auf den nicht nur viele Kampfsportfans im Rhein-Main-Gebiet gewartet hatten, bildete den würdigen Abschluss der Veranstaltung. Sergej Braun (SV Kanku) musste zum ersten Mal seinen WM-Titel der WKU gegen Taylan Yesil (Team Apache) aufs Spiel setzen. Und Yesil begann das Duell klug. Von der Mitte ließ er Braun die Laufwege, um die möglichen Schwachstellen beim Mann aus Fulda zu suchen. Braun versuchte mit seinen schnellen Beintechniken zu punkten und überraschte vor allem mit seinen überfallartigen Boxkombinationen. Zwar ging davon auch einiges auf die Deckung von Yesil, aber fanden auch einige Schläge den Weg zum Ziel, weshalb die Runden auch knapp gewertet wurden.

Das Konzept, dass Yesil in der zweiten Hälfte des Kampfes aufgrund seiner Erfahrung das Blatt wenden wollte, diese Marschrichtung ging hier nicht auf. Beide Kämpfer lieferten sich einen spannenden und sehr fairen Kampf im Ring. Einen vorzeitigen Sieg sollte es hier nicht geben, weil beide Kämpfer eine zu gute Deckung hatten und eine entsprechende Lücke sich dadurch nicht bildete. Nach Ablauf der fünf Runden hatten die Punktrichter also das letzte Wort, und die waren sich einig. Zweimal 49-47 und einmal 50-46 für Sergej Braun. Wobei die letzte Wertung vielleicht doch etwas zu hoch ausfiel. Damit bleibt Braun weiterhin ungeschlagen und verteidigte seinen WKU WM-Titel erfolgreich.

WKU-DM: Rupprecht vs. Obaid
Was sich zunächst nach einer klaren Angelegenheit zugunsten von Reving Obaid anhörte, sollte sich gewaltig in die andere Richtung wenden. Denn Florian Rupprecht war alles andere als gewillt, dem Amateur-Weltmeister der WKA von 2008 das Feld zu überlassen. Rupprecht übernahm sofort die Initiative im Ring und kontrollierte das Geschehen mit Faust- und Beintechniken. Der Darmstädter war immer früher und schneller mit seinen Aktionen im Ziel und ließ Obaid so erst gar nicht in den Kampf kommen. Dem neusten Mitglied im Apache-Team sollte an diesem Tag kein richtiges Mittel einfallen, um Rupprecht unter Druck zu setzen. Lediglich in Runde fünf schien Obaid besser in den Kampf zu kommen. Doch zu diesem Zeitpunkt war der Vorsprung von Rupprecht einfach zu groß, weshalb er auch einstimmig von den Punktrichtern zum neuen Deutschen Meister der WKU gekrönt wurde.

WKU-DM: Arslan vs. Schütze
Lokalmatador Serdar Arslan traf im ProAM-Titelkampf auf Kevin Schütze (Nubia Sports). Es sollte ein kurzes, aber schmerzvolles Gefecht im Ring werden. Schon früh in Runde eins schickte Arslan seinen Gegner zu Boden. Schütze erholte sich zwar wieder, nur aber um Augenblicke später sich erneut auf dem Boden zu befinden. Ein dritter Niederschlag in Runde eins beendete den Kampf und Serdar Arslan holte sich den Deutschen ProAM-Titel der WKU.

In einem Nicht-Titelkampf traf Emmanuel Lique Canaveral (Team Apache) auf Bilal Massoudi (Fighting Gym), und dieser Kampf sollte ein richtiger Knaller werden, denn Massoudi legte von Beginn an los wie die Feuerwehr und wusste vor allem mit seinem linken Haken zu überzeugen. Dieser rüttelte Canaveral in Runde eins wach, und das war auch gut so, denn diese Runde hatte der Frankfurter abgegeben. Dafür kam er in der zweiten Runde besser in den Kampf und konnte diesen auch ausgeglichener gestalten. Eben jene Runde sollte zum Schluss das Zünglein an der Waage spielen. In Runde drei war es dann der WKU-Weltmeister, der Massoudi unter Druck setzte. Doch der erst 18-Jährige aus dem Fighting Gym zeigte eine sehr starke Leistung. Sicher konnte sich hier keiner der beiden Kämpfer sein, dass er nach Punkten in Front liegen würde und die Punktrichter waren es ebenfalls nicht. Alle drei hatten ein Unentschieden auf ihren Zetteln, womit auch das Urteil feststand. Gut möglich, dass beide sich Zukunft noch einmal gegenüberstehen werden.

Da wir ja bekanntlich erst April haben, wird es für dieses Jahr nicht die letzte Apache Fight Night gewesen sein. Für das Spätjahr hat das Frankfurter Veranstalter-Urgestein noch einen weiteren Event angekündigt, und dort möchte er es so richtig krachen lassen. Was genau, das erfahrt ihr natürlich bei uns.

Apache Fight Night
5. April 2014
Stadthalle Aschaffenburg

WKU-Weltmeisterschaft / K-1
Sergej Braun bes. Taylan Yesil durch Punkte 3-0 (49-47, 50-46, 49-47)

WKU-Deutsche Meisterschaft / K-1
Florian Rupprecht bes. Reving Obaid durch Punkte 3-0

WKU-Deutscher ProAM Titel / K-1
Serdal Arslan bes. Kevin Schütze durch T.K.o. in Runde 1

K-1
Emmanuel Lique Canaveral vs. Bilal Massoudi endete Unentschieden
Tomo Malenica bes. Dimitri Merkhanikov -kampflos-
Juri Statkevich bes. Christian Bolle durch Ringarztabbruch in Runde 1
Eray Derin bes. Toni Kuzmanovski durch T.K.o. in Runde 2
Robin Salehi Sarajeh bes. Franz Manus durch T.K.o. in Runde 2
Sultan Sultani bes. Alex Aman durch Punkte 3-0