Thai/Kickboxen

Ania Fucz: „Weil ich den Willen und die Kraft habe.“

Ania Fucz gibt am 27. September ihr Comeback. (Foto: Elias Stefanescu/Groundandpound.de)

In den vergangenen Monaten wurde es ruhig um die ehemalige Kickboxerin des Jahres – Ania Fucz. Doch ein Rücktritt kam für die Aachenerin nie in Frage und so wird Fucz am 27. September bei der Night for Masters wieder voll angreifen. Dort heißt ihre Gegnerin Lisa Schewe und es geht um die Weltmeisterschaft der IKBO.

Groundandpound.de: Ania, am 27. September kehrst du bei der Night for Masters zurück in den Ring und wirst gegen Lisa Schewe um den WM-Titel der IKBO kämpfen. Wie laufen die Vorbereitungen?
Ania Fucz: Danke, die Vorbereitungen sind seit zwei Wochen voll im Gange. Ich bin recht zufrieden und freue mich schon nach einer einjährigen Pause wieder die Ringluft schnuppern zu dürfen.

Was weißt du über deine Gegnerin und wie schätzt du sie ein?
Ich kenne Lisa nur ein wenig, habe sie vor ein paar Jahren auf einer Veranstaltung getroffen, schon damals haben unserer damaligen Trainer über einen gemeinsamen Kampf gesprochen. Ich schätze Lisa als eine gute Kämpferin ein, sie ist sehr aktiv und hat schon mit vielen guten Gegnerinnen zu tun gehabt.

Im Vergleich zu Dr. Christine Theiss, Maria Verheijen oder Sandra Bastian ist Lisa Schewe nicht der größte Name. Wie groß ist da die Gefahr, dass man einen solchen Kampf auf die leichte Schulter nimmt?
Die Intensität meiner Wettkampfvorbereitung ist eigentlich immer gleich, nur die Feinheiten unterscheiden sich von Kampf zu Kampf. Ich nehme alle Gegnerinnen ernst, egal wie groß der Name ist.
Ania Fucz schlägt wieder zu. (Foto: Christian Kronen/christiankronen.de)

Was glaubst du, welcher Kampf dich erwarten wird?
Ich glaube, dass es ein sehr guter und technisch versierter Kampf sein wird. Lisa hat auch den ´Vormarschgang` im Kampf, somit werden wir uns nichts schenken und für den Zuschauer wird es hoffentlich ein interessanter und spannender Kampf.

Was überwiegt im Hinblick auf den Kampf in Mülheim? Die Vorfreude, weil es endlich wieder in den Ring geht, oder die Nervosität weil man nach der langen Zeit nicht genau weiß, wo man steht?
Auf jeden Fall die Vorfreude!

Ist das Thema „Videostudium“ ein Thema für dich, oder überlässt du das Ganze deinem jetzigen Trainer?
Ich schaue mir vorher gerne den Kampfstil meiner Gegnerinnen an, doch den Kampf studieren tue ich nicht. Die Erfahrung hat gezeigt, dass sich jeder von Kampf zu Kampf weiterentwickelt und nichts unmöglich ist. Ich spreche dir Feinheiten mit meinem Trainer ab und ziehe diese in die Vorbereitung mit ein.

Machen wir es kurz. Ania Fucz besiegt Lisa Schewe weil … ?
Ich den Willen und die Kraft habe, Schlachten zu führen.
Ania Fucz & das Team von Unifersity of Fighting. (Foto: Ania Fucz)

In den vergangenen Monaten ist es sehr ruhig um dich geworden und man musste die Befürchtung haben, dass du nicht mehr aktiv in den Ring zurückkehren wirst. Was hast du gemacht?
Wie es viele wissen, habe ich mich Ende letzten Jahres vom meinem langjährigen Verein getrennt. Da dies ein sehr großer Schritt mit vielen Veränderungen in meinem Leben war, habe ich mir eine Auszeit genommen. In den ersten Monaten habe ich mich ganz bewusst vom Kampfgeschehen, Training und sozialen Netzwerken distanziert. Ich habe diese Zeit mit meiner Familie, meinen Freunden und meinem Partner verbracht. Dies war mir ganz wichtig um zielgenau und noch stärker zurück zukommen.

Eine Pause ist sicherlich manchmal auch nicht das Schlechteste. Was machst du im Vergleich zu vorher im Training anders?
Das Training umfasst jetzt sehr viel Partnerarbeit. In der University of Fighting in Düsseldorf gibt es sehr viele unterschiedliche Kämpfer aus verschiedenen Kampfsportbereichen, somit habe ich das Glück mit vielen aktiven und talentierten Kämpfern zu sparren.

Das Team hast du ja bekanntlich gewechselt. Wer kümmert sich jetzt um dein Training und bereitet dich auf die anstehenden Kämpfe vor?
Die Vorbereitung führt jetzt Gilbert Yvel. Ich sag nur Yvel Power. Ich kann mich glücklich schätzen einen ehemals so talentierten und erfolgreichen Kämpfer als Trainer zu haben.
Ania Fucz beim Thailand Urlaub. (Foto: Ania Fucz)

Wenn man im Standkampf schon soviel erreicht hat wie du, da stellt sich die Frage, gibt es noch eine Gegnerin oder ein spezieller Kampf, der dich reizen würde?
Im Standkampf eigentlich nicht. Ich habe gegen viele meiner Wunschgegnerinnen kämpfen dürfen. Weit mehr reizen mich jetzt die MMA-Kämpferinnen.

Was treibt dich heute noch immer an, auch weiterhin in den Ring oder Käfig zu steigen?
Ich glaube es ist eine Sucht. Es ist nicht nur der Kampf, der einen immer wieder dazu bringt weiter zumachen. Die ganze Vorbereitung ist immer wieder eine neue Herausforderung mit neuen Aspekten, die einen nach vorne treibt und motiviert. Man lernt immer wieder etwas dazu und sich selber immer wieder neu kennen.

Bei GMC IV hast du im vergangenen Jahr einen positiven Einstand im MMA gegeben. War es ein einmaliger Ausflug, oder möchtest du in Zukunft hier verstärkt antreten?
Ich werde dieses Jahr noch zwei wichtige Standkämpfe machen, danach werde ich verstärkt mein Augenmerk auf MMA richten.
Das Ziel heist Invicta Fighting Championships. (Foto: GMC IV/Pervin-Inan Serttas)

Kannst du uns schon einen Einblick darüber geben, wohin bei dir die Reise im MMA gehen soll?
Ich möchte mir zuerst eine gute Bilanz aufbauen und dann wäre mein erstes großes Ziel, Invicta Fighting Championships.

Wo siehst du dich in fünf bzw. zehn Jahren?
In fünf Jahren würde ich gerne auf eine erfolgreiche Stand-up- und MMA-Karriere zurückblicken und in zehn Jahren? Frag mich bitte dies nochmal in fünf Jahren, denn alles ist möglich.