Thai/Kickboxen

„Alle Vorkehrungen sind getroffen“

Ralf Stege und Freya Blümel (Foto: Siamstore, Hamburg)

An 14. September geht der Day of Destruction in seine siebte Runde. Auch diesmal hat Promoter Ralf Stege ein interessantes wie auch hochklassiges Matchmaking ausgeknobelt. Dass der Hamburger alleine einen solchen Event nicht stemmen könnte, steht außer Frage. Mehr als tatkräftiger Unterstützung erhält er dabei durch Freya Blümel – die auch seine Lebensgefährtin ist. Kurz vor dem Event standen beide Groundandpound.de für ein exklusives Interview zur Verfügung.

Ralf, die siebte Ausgabe vom Day of Destruction steht in wenigen Wochen bevor. Was überwiegt im Moment mehr, die Vorfreude oder der Stress?
Ganz klar: der Stress! Vorfreude in dem Sinne kenne ich bei meinen Events nicht. Ich freue mich natürlich schon immer auf die Events, aber ich bin zu sehr Perfektionist, als dass ich mich jetzt hinsetze, an die Decke starre und mich freue wie ein kleiner Junge. Also bei mir ist alles bis ins kleinste Detail aufeinander abgestimmt und das bedeutet einfach sehr, sehr viel Arbeit.

Für das Matchmaking bist du der kreative Kopf. Aber so ganz alleine lässt sich eine Veranstaltung wie der DoD sicherlich nicht auf die Beine stellen, oder?
Nein, natürlich lässt sich so ein Event nicht alleine auf die Beine stellen. Ich habe einen Stab von ein paar Leuten, die alle meine Freunde sind und mehr oder weniger von Beginn an dabei sind. Dazu zählen die Köpfe aus der WFCA-Germany, Hendrik Schramm und Oscar Voigt, aber auch mein Grafiker und Web-Designer Jürgen Schmidt. Die meiste Arbeit leistet allerdings meine Freundin und Eventdisponentin Freya Blümel. Sie kümmert sich um solche undankbaren Aufgaben, wie z. B. die Bestellung der Tische und Stühle oder bucht Flugtickets für die ausländischen Kämpfer. Sie ist seit dem DAY OF DESTRUCTION 4 im Team. Und ich denke, dass die dir sicherlich noch viel mehr erzählen kann als ich.

Na dann mal los. Freya, am besten stellst du dich unseren Lesern mal kurz vor.
Mein Name ist also Freya, ich lebe seit ezhn Jahren in Hamburg. 2010, beim DAY OF DESTRUCTION 3, habe ich noch selbst als Kämpferin für den Siamstore im Ring gestanden. Dann hat Ralf mich gefragt ob ich Lust habe, den DAY OF DESTRUCTION 4, damals auf Fehmarn, mit ihm zusammen zu organisieren. Zum insgesamt fünften Mal bin ich nun bereits am DAY OF DESTRUCTION beteiligt, wovon ich ihn nun zum vierten Mal mit organisiere. Ich habe ein paar Kämpfe im Thaiboxen, K-1 und Kickboxen bestritten, einige gewonnen, andere verloren. Das persönliche Highlight meiner Karriere im Ring ist mein Kampf in Thailand gegen eine Thailänderin. Der ging fünf Runden; über diese Distanz hatte ich noch nie gekämpft und ich war super aufgeregt. Es war die Hölle los im Fairtex Stadium in Pattaya. Es war wahnsinnig heiß und die Thais wetten ja auch auf die Kämpfe. Der Lärmpegel war unglaublich hoch, die Stimmung unbeschreiblich. Diego Maradona war als VIP-Gast da. Nachdem ich den Kampf nach Punkten gewonnen hatte, bin ich bestimmt einen Meter über dem Boden geschwebt. Ein fantastischer Abend, den ich niemals vergessen werde.
Freya Blümel & Diego Maradonna (Foto: Siamstore, Hamburg)
Es sind ja nur noch wenige Wochen. Da stellt sich natürlich die Frage, wie die Vorbereitungen derzeit laufen?
Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Alle Vorkehrungen sind getroffen, die Fight Card steht, das Catering ist bestellt, die Mädels haben ihre Outfits und der Kartenvorverkauf läuft. Wir haben beide alle Hände voll zu tun. Zumal wir auch gemeinsam den Siamstore führen, Ralfs Gym, das er seit 13 Jahren erfolgreich betreibt. Wir haben uns eine echte Fanbase aufgebaut. Dank dessen laufen die Vorbereitungen super. Mittlerweile kommen die Leute auf uns zu, früher war das anders herum. Das erleichtert vieles. Es will eben irgendwie jeder wieder mit dabei sein.

Ralf zeichnet sich ja für das Matchmaking verantwortlich. Welches sind denn deine Aufgaben?
Meine Aufgaben sind sehr vielfältig. Ich kümmere mich um den ganzen Schriftkram und die Büroarbeit. Suche Hostessen und Nummerngirls aus, kümmere mich um die Unterkunft und Anreise für die Kämpfer, hole Angebote für das Catering, die Stühle und alles andere ein. Es ist unglaublich viel zu organisieren und zu bedenken, schließlich muss am 14. September alles laufen und nichts darf vergessen werden. Ich versuche, Ralf soweit wie irgend möglich den Rücken frei zu halten. Vieles machen und entscheiden Ralf und ich dann aber auch gemeinsam. So fahren wir gerade mit unserem 77er Chevy El Camino im Day-of-Destruction-Design herum und machen Promotion. Das ist natürlich auch Arbeit, aber eine mit viel Spaß und obendrein auch mal was anderes als immer nur vor dem PC zu sitzen.
Unverkennbar um was es geht (Foto: Siamstore, Hamburg)
Das Motto in diesem Jahr lautet „Europe's most wanted!“. Was genau verbirgt sich dahinter?
Der treue Day-of-Destruction-Anhänger weiß, dass wir im letzten Jahr zehn chinesische Kämpfer zu Gast hatten. Seither ist der Kontakt nach China noch enger geworden und wir wollen die Chinesen gerne wieder für das nächste Jahr verpflichten zu uns zu kommen. Bei „Europe`s most wanted“ werden wir nun also die europäischen Kämpfer auswählen, die dann beim Day of Destruction 8 gegen eine chinesische Auswahl antreten. Logischerweise werden es die Gewinner der Matches vom 14. September sein.

Gibt es vielleicht einen Kampf, auf den du dich persönlich am meisten freust und wenn ja, weshalb?
Nun hat Ralf ja mal wieder eine Fight Card gebastelt, die ihresgleichen sucht und ich bin echt schon ganz schön aufgeregt. Es gibt viele Kämpfer, auf die ich mich freue! Meryem Uslu, Olli Koch, Kevin Burmester, Johann Dederer – das werden schon echte Knaller. Tim „TNT“ Thomas kommt! Aber sicher ist es der Kampf zwischen Dima Weimer und Marco Pique, der mein Kampfsportherz höher schlagen lässt. Warum? Weil Marco Pique ein großartiger Kämpfer ist, der schon gegen andere Namen wie Buakaw, Holzken oder Askerov gekämpft hat. Ich freue mich unheimlich, mich nach Danyo Ilunga im vergangenen Jahr nun im September um Marco Pique kümmern zu dürfen. Dima ist natürlich ein absoluter Lokalmatador und wird vom Hamburger Publikum geliebt. Er ist ein fantastischer Kämpfer mit K.o.-Potential. Die Halle wird bei dieser Begegnung am 14. September beben, das steht sicher fest! Ich kriege jetzt schon Gänsehaut, wenn ich nur daran denke.

Erstklassige Kämpfe stehen ja zweifelsohne auf dem Programm. Welche weiteren Specials habt ihr noch für die Zuschauer geplant?
Die Kämpfe sind natürlich das Herzstück unserer Veranstaltung, sonst könnten wir uns nicht Fightsport-Event schimpfen. Aber es gibt, wie immer beim DAY OF DESTRUCTION, eine Show drum herum. Nur Geballer will auf die Dauer auch keiner sehen. Wir haben natürlich wieder heiße Mädchen am Start und werden auch sonst für ein abwechslungsreiches Programm sorgen. Ralf hatte tolle Ideen, die wir nun verwirklichen und wir werden, neben fantastischen Kämpfen, dem Publikum Highlights bieten, die es so vielleicht noch nie live gesehen hat. An dieser Stelle will ich aber nicht zu viel verraten, das muss man sich dann schon selbst anschauen am 14. September.
Freya Blümel - selbst als Kämpferin aktiv gewesen (Foto: Siamstore, Hamburg)
Was macht deiner Meinung nach den Erfolg der Day-of-Destruction-Reihe aus?
Ralf hat sich diesen martialischen Namen vor vielen Jahren einfallen lassen und ich habe ihn nicht erst ein Mal nach dem Warum gefragt. „Tag der Zerstörung“ – kling schon heftig, gerade wenn man mit Sponsoren redet, hat man es da oft nicht leicht. Heute ist der DAY OF DESTRUCTION einfach, was er ist – eine Kampfsportveranstaltung mit Show-Charakter. Wir sind sehr stolz darauf, ein treues Publikum zu haben und im vergangenen Jahr wurden wir von Groundandpound.de als bester Fightsport-Event Hamburgs ausgezeichnet. Wir wurden schon so früh gefragt, wann es endlich Karten gibt. Also haben wir die Tickets schon vor den Plakaten und Flyern herausgebracht, so groß war die Nachfrage. Um auf deine Frage zurückzukommen: Bei uns findest Du ein ganz „normales“ Publikum. Da sitzt der Steuerberater, der Versicherungsmakler oder Arzt neben dem Bauarbeiter oder Klempner. Wir haben Leute aus allen sozialen Schichten und sprechen jegliche Altersgruppen an. Wir hören immer wieder, dass Leute auf unsere Veranstaltungen gehen, die noch nie etwas mit Kampfsport am Hut hatten und die dann total begeistert nach Hause fahren. Wir schaffen es, das Publikum auf eine Art und Weise in den Bann zu ziehen, ohne dass es das Gefühl hat, eine Hauerei gesehen zu haben. Der DAY OF DESTRUCTION ist eben gute Unterhaltung und Abwechslung zum alltäglichen, einfach mal etwas anderes, aber immer mit Niveau. Tolle Kämpfe, sportlich fair und einfache eine gute Show!

Wie stellt sich die Faszination Kampfsport für dich da?
Seit Urzeiten steigen die Menschen in Ringe oder Arenen, um sich zu messen und auch schon genau so lange gibt es andere Menschen, die das sehen wollen. Kampfsport ist etwas ganz Ursprüngliches, das die Menschen mitreißt. So war es schon zu Zeiten der Gladiatorenkämpfe und so wird es immer sein. Mich persönlich hat dieses Fieber in meiner frühen Kindheit gepackt. So habe ich als kleines Mädchen schon heimlich Wrestling geguckt und war Jean-Claude van Damme und Bruce Lee Fan.

Stell dir vor, du müsstest jemanden für den Day of Destruction begeistern, der keine Ahnung davon hat, um was es geht. Wie würdest du das anstellen?
Ich bin Kauffrau. Meistens genügt es zu reden. Dann haben wir immer tolle Trailer, die man auf Youtube anschauen kann. So übrigens auch für unseren nächsten Event. Manchmal sagen Bilder auch mehr als Worte. Bei dem einen funktioniert dies und beim anderen das. Das kann man so pauschal nicht sagen.
Remy Bonjasky & Freya Blümel (Foto: Siamstore, Hamburg)
Es gibt ja das Sprichwort: Hinter jedem starken Mann steht eine starke Frau. Welche deiner Eigenschaften ist hier am zutreffensten?
Diese Frage könnte Ralf wohl viel besser beantworten. Ich glaube, es ist Fleiß.

In Hamburg hat es in diesem Jahr mit Superior FC und No Compromises zwei MMA-Events gegeben. Plant ihr für die Zukunft auch MMA mit in das Programm aufzunehmen?
Ich persönlich bin ja MMA-Fan und es gab in der Vergangenheit auch schon MMA-Kämpfe bei DAY OF DESTRUCTION. Es gibt einige Kämpfer aus der MMA-Szene, die mich schon reizen würden, mal im eigenen Programm zu haben. Leider ist es uns gesetzlich nicht erlaubt, in der Sporthalle Wandsbek MMA zu präsentieren. Wir sprechen immer wieder darüber. Aber es scheitert dann einfach oft daran, das wir nicht die passende Location dafür haben. Vielleicht ja wieder beim nächsten Mal.

Ihr wart in der Großen Freiheit, auf Fehmarn oder in der Wandsbeker Sporthalle. In welcher Location in Hamburg würdest du gerne mal veranstalten?
Also von der Großen Freiheit schwärmen die Leute noch heute. Vielleicht einfach noch mal da.

Der Blick in die berühmte Kristallkugel. Welche Ziele verfolgt ihr mit dem Day of Destruction für die Zukunft?
Wir veranstalten den DAY OF DESTRUCTION aus reinstem Idealismus. Wir verdienen damit kein Geld. Wir lieben den Sport und wollen den Menschen tolle Veranstaltungen präsentieren, von denen jeder am Ende sagt, einen tollen Abend gehabt zu haben.

Jetzt organisiert man ja einen Event in der Größenordnung nicht einfach mal so, sprich die Freizeit bleibt auf der Strecke. Wenn sich aber doch die Möglichkeit bietet, wie und mit was verbringst du sie am liebsten?
Ganz klar, Sport! Anders kann ich schwer abschalten.

Freya, ich nenne dir 5 Stichpunkte und bitte dich uns spontan und mit einem Wort zu sagen, was dir dazu einfällt:
HSV oder St. Pauli: Totenkopf!
Day of Destruction: Fightsport vom Feinsten
Ralf Stege: Zukunft
Hamburger Fischmarkt: Kult
Freya Blümel: Ich!
Freya Blümel, Rob Kaman und Ralf Stege (Foto: Siamstore, Hamburg)
Gibt es vielleicht noch etwas von dir, wo wir sagen würden: „Mensch das hätten wir nicht von dir gedacht?“
Wenn ich eine Superhelden-Fähigkeit aussuchen könnte, dann wäre es das Fliegen.

Der Name Freya steht ja für die nordische Liebesgöttin. Wie viele dumme Sprüche musstest du dir deshalb schon anhören?
Freya ist ein alter, germanischer Name. Wirklich dumme Sprüche hab ich deshalb eigentlich nie kassiert, eher ungläubige Blicke. Viele denken, es ist mein Nachname und manche wollten meinen Ausweis zum Beweis sehen. Andere glauben ich trage einen Künstlernamen.

Die letzten Worte im Interview, sie sollen natürlich dir gehören.
An dieser Stelle möchte ich mich bei unseren Fans für ihre Treue bedanken und natürlich bei unseren Sponsoren, ohne deren finanzielle Unterstützung wir unsere Veranstaltungen nicht durchführen könnten! Wir sehen uns am 14. September.