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Alex Schmitt Exklusiv Interview

In Deutschland gehört Alex Schmitt vom Boxgymnasium Heidelberg sicherlich zu den stärksten Fightern in der Klasse 70 - 75kg. Gerade hat er sich den Deutschen Titel des MTBD geholt und schon geht der Blick nach vorne. Dabei soll der EM-Titelkampf gegen Lorand Sachs nur eine Art Zwischenstation sein auf dem Weg zum WM-Kampf und dabei spricht er eine Herausvorderung aus die nicht ohne ist. Mark oder Alex Vogel (Masters Gym) - gegen einen von beiden will er antreten weil er der Meinung ist, das ein WM-Titel dem Besten gehören sollte und das sei nun mal er.

GnP: Hallo Alex.Herzlichen Glückwunsch zum Gewinn des MTBD-Titels. War es so einfach wie sich das Ergebnis der Punktrichter (3-0) anhört ?

AS : Hallo GroundandPounde ! Danke für die Glückwünsche. Es war durchaus nicht so einfach wie es sich anhört, schließlich war mein Gegner der Lokalmatador und die letzte Niederlage war mir noch im Bewusstsein.

GnP: Im letzten Jahr musstest du im Titelkampf gegen Berat Aliu bedingt durch einen Cut die Segel streichen und das obwohl du in Führung gelegen hattest. Ist die Freude über den jetzigen Sieg daher um so größer ?

AS : Klar, welcher Kämpfer freut sich nicht über einen gewonnen Titelkampf ?
Alex Schmitt (links) in seinem Titelkampf gegen Arton Berisha.

GnP: Gerade 2009 war ja fast wie eine Achterbahnfahrt. Eine starke Leistung im MFN-Tournament, WMC-Super 8 in Darmstadt gewonnen, gegen Aliu verloren, im Kings Cup Finale gegen Enriko Kehl das Nachsehen gehabt. Wie fällt deine persönliche Bilanz aus ?

AS : Ja, du hast recht. Es war wirklich eine Berg- und Talfahrt. Doch ich habe mich in diesem Jahr kämpferisch sehr steigern können. Darum sehe ich es nicht so eng mit den Niederlagen. Daran konnte ich stark wachsen und ich freue mich auf weitere, harte Kämpfe.

GnP: Gerade im Kings Cup Tournament war es ja wie schon 2008. Du bist im Finale gewesen, aber der Sprung nach Thailand blieb verwehrt. Warum hatte es 2009 wieder nicht gereicht ?

AS : Da muss ich ganz klar sagen, dass meine Vorrundenkämpfe einfach zu hart waren um im Finale noch meine Volle Leistung zu bringen. Die Kämpfe gegen Valente und Mark Vogel haben mich viel Kraft gekostet.

GnP: Im letzten Jahr bist du auch ein paar Mal für das Golden Glory Helmond in den Ring gestiegen, sich ein Wunsch von vielen Kämpfern. Wie kam es dazu ?

AS : Golden Glory Helmond setzte sich mit meinem Coach Tom Schneider in Verbindung wegen eines Probesparrings und Trainings mit Nicky Holzken. Wir konnten mir unserer Leistung überzeugen und somit setzten sie uns in Holland ein.

GnP: Bedeutet es, das du über kurz oder lange komplett nach Holland gehen möchtest oder bleibst du bem Boxgymnasium in Heidelberg noch weiter erhalten ?

AS : Ich bleibe auf alle Fälle im Boxgymnasium. Aber wer weiß, vielleicht kommt Golden Glory ja nach Heidelberg :-) ?
Alex Schmitt beim Training im Golden Glory Helmond

GnP: Den Deutschen Titel hast du jetzt. Der nächste Schritt ist also der EM-Titel den du dir bei der Biest Fight Night IV am 10. April holen willst. Wie laufen die Vorbereitungen ?

AS : Die Vorbereitungen für den 10. April laufen sehr gut. Letztes Jahr hatte ich viele K-1 Kämpfe und wir konnten unser Training darauf abstimmen.

GnP: Dein Gegner wird ISKA-Europameister Lorand Sachs sein. Wie schätzt du ihn und deine Chancen ein ?

AS : Lorand Sachs ist ein hervorragender Kämpfer. Aber die Zeit ist gekommen, dass er seinen Gürtel abgibt.

GnP: Gehen wir mal davon aus das du den EM-Titel nach Heidelberg holst, dann würde ja nur noch der WM-Titel fehlen und ich weis, da hast du einen bestimmten Kämpfer im Visier. Auf wen hast du es dabei abgesehen ?

AS : Ja, das nächste Ziel wäre dann die Weltmeisterschaft. Ich dachte dabei an die WM-Titel von Mark und Alex Vogel.

GnP: Mark Vogel hattest du im vergangenen Jahr nach Punkten bereits geschlagen, da liegt der Focus jetzt mehr auf dessen Bruder Alex ? Oder ist es dir egal, gegen welchen der beiden du eine Chance auf den WM-Titel erhälst ?

AS : Ich würde mich gerne noch gegen Alex Vogel beweisen, aber im Grunde ist es mir egal welchen Titel ich mir von Ihnen hole.

GnP: Jetzt ist es ja so, das wie erwähnt die Titel jeweils bei den Brüdern Vogel sind. Weshalb glaubst du, sollten sie dir eine Chance geben ?

AS : Weil ein Titel dem Besten gehören sollte und da sehe ich mich.

GnP: Warum gerade die Titel die von Mark bzw. Alex Vogel gehalten werden ?

AS : siehe vorherige Antwort.
Alex Schmitt vs Marco Pique

GnP: Bevor es allerdings soweit sein könnte, wirst du am 17. April beim Superfighter Tournament in Frankfurt an den Start gehen, wo u.a. Shemsi Beqiri, Harut Grigorian oder Marco Pique dabei sein werden. Welche Chancen rechnest du dir dabei aus ?

AS : Ja, der 17. APril wird ein hartes, aber sicherlich spannendes Tournament. Bei solch einem Tournament sind die Karten offen wer das Finale erreicht und letztendlich der Sieger sein wird.

GnP: Jetzt hast du gerade mal 1 Woche Pause zwischen dem EM-Kampf und dem Tournament. Könnte die kurze Regenerationsphase auch ein Nachteil sein ?

AS : Ich glaube, dass mich der EM-Kampf nicht zu sehr beanspruchen wird. Dies wird eine gute Vorbereitung für den 17. April sein.

GnP: Einige der Kämpfer klopfen ja gerne mal große Sprüche und machen einen auf dicke Hose. Du dagegen bist da eher zurückhaltend, immer einen lustigen Spruch auf den Lippen und freundlich zu jedem. Muss man um erfolgreich zu sein auch eine gewisse Spur von Arroganz an den Tag legen ?

AS : Ich glaube nicht. Es zählt letztendlich die Leistung im Ring. Um natürlich mehr Publikum anzuziehen, sollte man sich selbst ins Rampenlicht stellen.

GnP: Du bist ja eigentlich noch ein junger Kämpfer und hast trotzdem schon einiges erlebt. Welche 3 Personen haben dich in deiner Karriere am meisten geprägt ?

AS : Das war mein erster Box- und Thaiboxtrainer, der mich 6 Jahre trainierte und mir nicht nur das Thaiboxen näher brachte, sondern auch mehr darin zu sehen als nur Sport. Dann natürlich mein jetziger Trainer und Coach Tom Schneider, der ruhelos nach weiteren erstklassigen Kämpfen Ausschau hält. Lust, but not least, Albert Kraus, dessen Karriere ich seit 2002 verfolge.

GnP: Egal wo Leute von euch kämpfen, egal ob A oder C-Klasse, das Boxgymnasium ist immer mit einer Menge von Fans vertreten. Was zeichnet das Boxgymnasium aus, das man derart viele Fans mobilisert ?

AS : Natürlich ist das Boxgymnasium eine große Schule, aber bei uns achtet man darauf, dass jeder Kämpfer unterstützt wird.

GnP: Was viele nicht wissen ist, dass du ein begeisterter Moped-Fahrer bist. Was war denn deine ungewöhnlichste Tour ?

AS : Ja, Motorradfahren gehört zu meinem Alltag und ich fahre gerne damit weg. Meine ungewöhnlichste Tour war 2004, als ich mit meiner 50 Sachs in 3 Monaten durch Osteuropa bis nach Istanbul getourt bin.
Ein starkes Team - Alex Schmitt (links) und dessen Coach Tom Schneider (rechts)

GnP: Den Kämpfer Alex Schmitt kennen ja einige. Den Menschen eher nicht. Wie würdest du dich selbst beschreiben ?

AS : Das ist natürlich schwer zu sagen, aber ich möchte die Frage auch nicht offen lassen. Ich würde mich als sehr genügsamen Menschen beschreiben, der sich mit dem was er hat zufrieden gibt. Langeweile kann ich aber nicht leiden.

GnP: Von den Gagen der Kämpfe kann man ja nicht leben. Daher die Frage, welchen Beruf gehst du nach ?

AS : Ich bin gelernter KFZ-Mechatroniker und arbeite ganz normal Vollzeit in der BMW AG.

GnP: Da dein Training ja auch einen großen Platz einnimmt stellt sich die Frage, ob du überhaupt noch Platz für Freizeit bleibt und wenn ja, wie verbringst du sie am liebsten ?

AS : Erstaunlicherweise habe ich noch recht viel Freizeit, die ich mir auch bewusst freihalte um dann, wie schon erwähnt, Motorrad zu fahren, Zelten und Wandern zu gehen. Aber ich verbringe die Freizeit auch gerne im Gym bei meinen Freunden und Mitsportlern.

GnP: Alex, du hast zum Abschluß noch die Möglichkeit unseren Lesern und deinen Fans eine Message mitzuteilen.

AS : Ich freue mich über alle aufrichtigen Fans von mir, denn nur sie bringen den Sport weiter voran.

GnP: Alex, wir bedanken uns für das Interview und wünschen dir weiterhin viel Erfolg in deiner Karriere.

AS : Ich danke euch.