Allgemein

Adegbuyi gewinnt Turnier, Londt wird Weltmeister

Benjamin Adegbuyi ist der Turniersieger. (Foto: Superkombat)

Eine fulminante Kickboxnacht ging am vergangenen Freitag in Bulgarien zu Ende. Die rumänische Promotion Superkombat veranstalte ihren dritten World Grand Prix und hatte einige spektakuläre Knockouts zu bieten.

Im Turnierfinale traf der bulgarische Lokalmatador Kostadin Kostov auf den Rumänen Benjamin Adegbuyi. Beide Kämpfer kamen im Halbfinale durch einen Punktsieg voran. Im Finale sollte es jedoch nicht über die volle Distanz gehen, denn Adegbuyi hatte dort leichtes Spiel. Mit einem rechten Haken traf er die Schläfe des Bulgaren, der sofort K.o. ging und auf die Matte krachte. Es handelte sich dabei um einen klassischen Boxkonter auf den linken Jab. Eine leichte Kopfbewegung ließ den Jab vorbeihuschen, gefolgt von einem rechten Haken, der sich über die Angriffshand des Gegners zog. Das Ergebnis war eine Gute-Nacht-Geschichte mit einem brachialen Knockout. Zum Verwundern vieler erwachte Kostov schnell aus diesem Nickerchen und kam wieder auf die Beine. Das wollte der Ringrichter nicht unterstützen, der den Kampf abwinkte, um weiteren Schaden zu vermeiden.

Benjamin Adegbuyi schickt seinen Finalgegener auf den Boden. (Foto: Superkombat)Im Titelkampf des Abends war Freddy Kemayo recht passiv und ließ Ismael Londt die Begegnung diktieren. Erst in der dritten Runde drehte der Franzose auf, als der Surinamer langsamer wurde und klnditionell einbrach. Für einen „Game Changer“ schien es jedoch zu spät, denn am Ende gaben die Punktrichter den Sieg verdientermaßen an Londt, wenn auch durch einen knappen und geteilten Punktenscheid.

Freddy Kemayo (r.) ist enttäuscht. Londt hingegen hält den Titel (r.) (Foto: Superkombat)Alexey Ignashov hingegen gewann souverän. Der rote Skorpion schickte seinen Kontrahenten zwar auf die Bretter, schien jedoch, wie man es von ihm kennt, nicht zwingend den Kampf beenden zu wollen. Ruhig kämpfte er weiter und dominierte das Geschehen, ohne sich auszupowern, oder in Gefahr zu geraten, um am Ende als einstimmiger Punktsieger nach drei Runden gefeiert zu werden.

Ignashov mit erhobener Faust (l.). (Foto: Superkombat)Drei beliebte Rumänen standen zudem auf dem Programm. Allen voran Catalin Morosanu, der, nicht nur durch seinen Spitznamen “Moartea din Carpaţi“ (dt.: Der Tod aus den Karpaten), seine Gegner in Schrecken versetzt. Der Amerikaner kam mit einem Knieschützer in den Ring und genau dies war die Angriffsstelle des Rumänen. Erbarmungslos kickte dieser auf das verletzte linke Knie von Rick Cheek ein. Die Lowkicks sollten sich auszahlen, denn bereits dreimalig brachte er Cheek damit in der ersten Runde auf den Boden. Der letzte Knockdown wurde vom Ringrichter jedoch nicht als Lowkick auf den inneren Oberschenkel, sondern als Tieftritt gewertet, was den Amerikaner damit die Rettung in die Rundenpause ermöglichte.

In der zweiten Runde wurde Cheek erneut zu Boden geschickt, diesmal durch einen Roundhousekick zum Kopf, doch erneut zählte der Offizielle den Amerikaner nicht an. „Kein Problem“, schien Morosanu sich zu sagen, denn nur wenige Sekunden später traf der gleiche Kick erneut und wieder fiel Cheek eisenhart getroffen auf den Mattenboden. Hart im Nehmen war er offensichtlich, denn er stand erneut auf. Einige Angriffe später explodierte Morosanu mit einer Schlagsalve, ein Haken traf dabei Cheek hinter dem Ohr und schickte ihn, Kopf voran, auf das Segeltuch. Nun hatte auch der Ringrichter Erbarmen und brach die Begegnung ab, während Morosanu den Kopf schüttelte – eine Geste die wohl bedeuten sollte, dass dies ruhig hätte früher geschehen dürfen.

Im Interview nach dem Duell lobt der Rumäne die Nehmerqualitäten seines amerikanischen Kontrahenten und bot an ihm für einen Rückkampf zur Verfügung zu stehen, so könnte Cheek ohne Knieverletzung ins erneute Duell ziehen. „Ich würde mich über einen Rückkampf in deiner Heimat freuen. Wir zwei in Los Angeles, wenn du besser vorbereitet bist.“

Der nächste harte Kick von Morosanu (l.) bahnt sich an. (Foto: Superkombat)Der Rumäne Andrei Stoica, der von seinem erfahrenen Bruder Bogdan Stoica begleitet wurde, machte kurzen Prozess mit seinem türkischen Kontrahenten Hakan Aksoy. In der ersten Runde prügelte er diesen windelweich durch den Ring und schickte ihn dabei dreimal auf den Boden, so dass der Ringrichter genug gesehen hatte. Ohne Kratzer feierte Andrei am Ende, mit seinem Bruder Bogdan im Arm, den nächsten Erfolg.

Andrei Stoica klingelt seinen türkischen Kontrahenten an. (Foto: Superkombat)
Der massige Raul Catinas machte es ähnlich, denn auch er schickte seinen kroatischen Gegner Domagoj Ostojic brutal auf den Hosenboden. Die Geheimwaffe schienen Uppercuts zu sein, denn diese fanden den Weg zum Ziel und damit das Kinn von Ostojic. Hart ging dieser zu Boden, stand jedoch wieder auf, nur um kurz darauf erneut ins Land der Träume geschickt zu werden. Nach drei Knockouts war auch hier alles vorbei und Raul „Iron“ Catinas konnte sich erneut, wie sein großes Vorbild Mike Tyson, feiern lassen.

Catinas trifft mit einem knallharten Uppercut das Kinn seines Gegners und schickt ihn zu Boden. (Foto: Superkombat)

Superkombat World Grand Prix III
7. Juli 2012
Varna Sports Palace in Varna, Bulgarien

Semifinale 1 (K-1 Rules, 3x3min, +96kg)
Benjamin Adegbuyi (Rumänien) bes. Mladen Brestovac (Kroatien) nach Punkten

Semifinale 2 (K-1 Rules, 3x3min, +96kg)
Kostadin Kostov (Bulgarien) bes. Rogava Tsotne (Ukraine) nach Punkten

Super Fight (K-1 Rules, 3x3min, -95kg)
Andrei Stoica (Rumänien) bes. Hakan Aksoy (Türkei) via TKO in Rd.1

Super Fight (K-1 Rules, 3x3min, +96kg)
Raul Catinas (Rumänien) bes. Domagoj Ostojic (Kroatien) via TKO in Rd.1

Super Fight (K-1 Rules, 3x3min, +96kg)
Alexey Ignashov (Weißrussland) bes. Corneliu Rus (Rumänien) nach Punkten

Super Fight (K-1 Rules, 3x3min, +96kg)

Catalin Morosanu (Rumänien) bes. Rick Cheek (USA) via TKO in Rd.2

Superkombat Schwergewichtstitel (K-1 Rules, 3x3min, +96kg)
Ismael Londt (Surinam) bes. Freddy Kemayo (Frankreich) nach geteiltem Punktentscheid

Turnierfinale (K-1 Rules, 3x3min, +96kg)
Benjamin Adegbuyi (Rumänien) bes. Kostadin Kostov (Bulgarien) via KO in Rd.1