Thai/Kickboxen

9. La Familia Fightnight: Kallenbach siegt durch Cut, Kilinc liefert Low-Kick-Fest

John Kallenbach konnte im Hauptkampf einen weiteren Sieg feiern. (Foto: Dorian Szücs)

Die 9. La Familia Fightnight ist Geschichte. Unter dem Motto "Krieger des Nordens" bekamen die Zuschauer am Samstagabend in der ausverkauften Erdgas Sportarena in Halle an der Saale zahlreiche spannende Kämpfe im K-1, MMA und Boxen geboten. 

Im Hauptkampf der Veranstaltung traf John Kallenbach auf den Schweizer Philipp Häfeli. Kallenbach arbeitete von Anfang an mit vielen Kicks und langen Händen. Häfeli stürmte mit Kicks und Schlagkombinationen nach vorne, sodass sich ein abwechslungsreicher Schlagabtausch entwickelte. Kurz nach dem Start der zweiten Runde musste der Kampf dann aber unterbrochen werden, da sich über Häfelis Auge eine Platzwunde geöffnet hatte. Diese war so tief, dass das Duell abgebrochen werden musste. John Kallenbach wurde somit zum Sieger erklärt.

Ein echtes Low-Kick-Fest bekamen die Zuschauer im Kampf zwischen Hakan Kilinc und Kamil Bednarek zu sehen. Bednarek stürmte zu Beginn direkt nach vorne und deckte Kilinc vom Gym Ardalan mit knüppelharten Händen ein. Kilinc traf dann vermehrt mit seinen gefürchteten Low Kicks und nahm Bednarek damit im weiteren Kampfverlauf die Lust am Vorwärtsgang. Bednareks Oberschenkel färbten sich dunkelrot und er hatte ab der zweiten Runde sichtlich Probleme mit den immer wieder einschlagenden Tritten. Als Bednarek im zweiten Durchgang schließlich zum zweiten Mal nach Low Kicks einknickte, brach der Ringrichter das Duell ab.

Das Duell zwischen Marek Ljastschinskij und Hamid Rezaiee endete wie auch der Hauptkampf durch eine Platzwunde. Nach einem kurzen Schlagabtausch übernahm Rezaiee kurzzeitig das Ruder und drängte Ljastschinskij mit harten Schlägen und Knien in die Seile. Auf Ljastschinskijs Nase öffnete sich eine große Platzwunde. Der Kampf konnte nicht fortgesetzt werden.

Max Baumert und Waldemar Wiebe ließen drei Runden lang die Fäuste fliegen. Wiebe hielt seinen Gegner in der ersten Runde mit Kicks auf Distanz, Baumert zeigte sich zurückhaltend. In der zweiten Runde drehte Baumert allmählich auf und ging mit variablen Aktionen nach vorne. Wiebe, der mit sechs Kilogramm zu viel beim offiziellen Wiegen erschienen war, ließ sich jedoch nicht unterkriegen und blieb aktiv. Im dritten Durchgang gaben beide noch einmal Vollgas, Baumert präsentierte sich aber insgesamt variabler und technisch sauberer. Nach drei knappen Runden werteten die Punktrichter einstimmig für Max Baumert.

Lokalmatador Theo Weiland behielt gegen Amit Mohageri seine weiße Weste. Mohageri konnte dem Hallenser in der ersten Runde noch Paroli bieten, ab der zweiten Runde übernahm Weiland aber vollends das Ruder, brachte immer wieder saubere Kombinationen und Konter-Knie zum Körper ins Ziel. Die Punktrichter hatten deshalb nach drei Runden leichtes Spiel und erklärten Weiland zum Sieger.

Gerado Atti legte gegen Bernd Sterrenberg einen guten Start hin und setzte ihn mit zahlreichen Angriffen unter Druck. Sterrenberg ließ sich davon jedoch nicht unterkriegen und marschierte selbst nach vorne. Drei Runden lang lieferten sich beide einen unterhaltsamen Schlagabtausch, letztendlich konnte Atti aber die härteren und klareren Treffer für sich verbuchen und somit den einstimmigen Punktsieg einfahren.

Im einzigen Frauenkampf des Abends sicherte sich Viviane Kuhlmann gegen Chanell Reinhardt einen knappen Punktsieg. Beide schenkten sich drei Runden lang nichts. Kuhlmann setzte auf gerade Hände kombiniert mit Kicks. Reinhardt marschierte hingegen eifrig mit Schlägen nach vorne. Beide Kämpferinnen brachten in den drei Runden gute Treffer ins Ziel und stellten die Punktrichter vor eine schwere Entscheidung. Einer sah Reinhardt vorne, zwei werteten das Duell für Kuhlmann, die damit den Sieg feiern konnte.

Paul Werner setzte David Bodenstedt drei Runden lang mit zahlreichen Low Kicks und Händen unter Druck. Bodenstedt gab zu Beginn der dritten Runde mit einem energischen Schlaghagel noch einmal alles. Das Tempo konnte er jedoch nicht halten, sodass Werner schnell wieder die Kontrolle übernahm und dann schlussendlich zum Sieger nach Punkten erklärt wurde.

Josy Metinkie zeigte sich gegen Same Aschory deutlich aktiver und begeisterte mit vielen variablen Kicks. Aschory fand nur sehr langsam in den Kampf und konnte gegen Ende einige Kicks und Geraden anbringen. Der Punktsieg ging am Ende aber klar an Metinkie.

Adem Kösker und Vladi Melnik lieferten sich von Beginn an einen Schlagabtausch, in dem Kösker mehr und mehr die Führung gelang. Zum Ende der ersten Runde konnte er Melnik mit Schlägen anklingeln, sodass Melnik angezählt werden musste. Melnik konnte weitermachen, bekam dank der Ringglocke aber erst einmal eine Verschnaufpause. In der zweiten Runde drehte Kösker dann auf und setzte Melnik weiter mit Schlägen unter Druck. Nach mehreren klaren Treffern ging der Ringrichter schließlich dazwischen und beendete das Duell.

Im ersten Kampf des Abends konnte Hasan Kurnaz trotz eines deutlichen Größen- und Reichweitennachteils gegen Tizian Schülbe immer wieder in die Nahdistanz vorstoßen und Schläge landen. Schülbe brachte immer wieder Knie und Geraden ins Ziel, zu Beginn der zweiten Runde traf er seinen Gegner dann aber mit einem Kick in die Weichteile. Kurnaz konnte das Duell nicht fortsetzen und wurde zum Sieger durch Disqualifikation erklärt.

Kottke, Hoffmann und Mujedini mit Erstrundensiegen im MMA

Im MMA konnte sich Marcus Kottke gegen Kai Baumann durchsetzen. Kottke versuchte sich zeitig an einem Takedown, wurde dabei jedoch in einen Standing Guillotine Choke genommen. Baumann zog Kottke zu Boden, konnte den Würgegriff dort aber nicht halten, sodass der Leipziger aus der Top-Position frei arbeiten konnte. Mit hartem Ground and Pound deckte er Baumann ein, bis der Ringrichter den Kampf abbrach.

Kottkes Teamkollege Paul Hoffmann wurde von Marten Schulze schnell zu Boden gebracht, dort mit Würgegriffen bedroht und aus der Full Mount mit Schlägen belagert. Hoffmann konnte sich nach kurzer Zeit aus der brenzligen Situation herauskämpfen und kam wieder auf die Beine. Wenig später ging es wieder runter, diesmal landete Hoffmann am Boden zahlreiche Fäuste, die Schulze zum Abklopfen bewegten.

Eilig hatte Florian Mujedini im Kampf gegen Lars Heine. Heine versuchte sich schnell an einem Takedown, wurde dabei von Mujedini aber in einen Guillotine Choke genommen, aus dem Heine nicht mehr herauskam und abklopfen musste.

Dzemski und Lopez erledigen Pflichtaufgaben

Im Boxen konnte sich Tom Dzemski problemlos gegen Przemyslaw Binienda durchsetzen. Dzemski – betreut durch seinen Vater Dirk Dzemski und Dominic Boesel – boxte technisch sauberer als sein Gegner und brachte häufig schnelle Konter ins Ziel. Zwar suchte Binienda stets den Vorwärtsgang, vor große Probleme stellte er Dzemski aber nicht, sodass der 21-Jährige nach sechs Runden einstimmig zum Sieger nach Punkten erklärt wurde.

Der Hallenser Ronny Lopez bekam es vor heimischer Kulisse mit Mazen Girke zu tun. Lopez feuerte vier Runden lang aus allen Rohren und landete etliche harte Hände. Girke ergriff nur selten selbst die Initiative, sodass Lopez unbehelligt arbeiten konnte. Auch wenn Lopez immer wieder Fäuste zum Körper und zum Kopf seines Gegners einschlagen ließ, blieb dieser stehen. So mussten nach vier Runden die Punktrichter entscheiden und die hatten leichtes Spiel, Lopez zum Sieger zu erklären.

Die Ergebnisse der Veranstaltung im Überblick:

9. La Familia Fightnight
28. April 2018
Erdgas Sportarena in Halle an der Saale

K-1
John Kallenbach bes. Philipp Häfeli via T.K.o. (Cut) in Rd. 2
Hakan Kilinc bes. Kamil Bednarek via T.K.o. (Low Kicks) in Rd. 2
Hamid Rezaiee bes. Marek Ljastschinskij via T.K.o. (Cut) in Rd. 1
Max Baumert bes. 
Waldemar Wiebe einstimmig nach Punkten
Theo Weiland bes. Amit Mohageri einstimmig nach Punkten
Gerado Atti bes. Bernd Sterrenberg einstimmig nach Punkten
Viviane Kuhlmann bes. Chanell Reinhardt geteilt nach Punkten
Paul Werner bes. David Bodenstedt einstimmig nach Punkten
Josy Metinkie bes. Same Aschory einstimmig nach Punkten
Adem Kösker bes. Vladi Melnik via T.K.o. (Schläge) in Rd. 2
Hasan Kurnaz bes. Tizian Schülbe via Disqualifikation (Tieftritt) in Rd. 2

MMA
Marcus Kottke bes. Kai Baumann via T.K.o. (Schläge) in Rd. 1
Paul Hoffmann bes. Marten Schulze via T.K.o. (Schläge) in Rd. 1
Florian Mujedini bes. Lars Heine via Guillotine Choke nach 0:31 in Rd. 1

Boxen
Ronny Lopez bes. Mazen Girke einstimmig nach Punkten
Tom Dzemski bes. Przemyslaw Binienda einstimmig nach Punkten