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Yoel Romero: „No for gay Jesus!” oder „No forget Jesus!”?

Yoel Romero im Post-Fight-Interview (Foto: ZUFFA LLC)

In der Nacht von Samstag auf Sonntag gewann Yoel Romero seinen sechsten UFC-Kampf in Folge. Ellenbogenschläge aus der Half Guard besiegelten in der dritten Runde das Ende von Lyoto Machida in Hollywood, Florida. Im Anschluss an den Kampf gab der Kubaner dann ein denkwürdiges Post-Fight-Interview.

Noch bevor John Anik dem siegreichen Romero eine Frage zum Kampf stellen konnte, ergriff der selbsternannte „Soldier Of God”, auf dem Stirnband ein Vers aus dem Johannes-Evengelium, das Mikro und ermahnte die USA in gebrochenem Englisch, sich wieder zum Glauben zu wenden. „Was ist mit euch geschehen, USA? Was ist mit euch geschehen? Was passiert hier gerade? Ihr vergesst, dass Jesus Christus das Beste auf Erden ist. Wacht auf! Geht zurück! Ja zu Jesus, Nein zum schwulen Jesus!”

Am Freitag verabschiedete der oberste Gerichtshof der USA ein Gesetz, das die Hochzeit homosexueller Paare in allen 50 Bundesstaaten erlaubte. Neben zahlreichen Unterstützern fand diese Gesetzesänderung natürlich auch jede Menge Kritiker, insbesondere unter gläubigen Amerikanern im Süden der USA. Ob sich Romero in seinem Interview wirklich auf die Entscheidung des Gerichtshofes beruft oder aufgrund seiner schwer zu verstehenden Aussprache eigentlich das englische Wort "forget" im Sinne von „Vergesst Jesus nicht!” genutzt hat, bleibt wohl auf ewig sein Geheimnis. Auf der anschließenden Pressekonferenz ruderte das Mittelgewicht jedenfalls sofort zurück:

„Ich möchte mich dafür entschuldigen, falls es zu einem Missverständnis gekommen ist. Ich bin ein Mann Gottes und Gott ist Liebe. Mir geht es immer um die Liebe. Ich wollte im Octagon nur sagen, dass man den amerikanischen Traum leben soll. Dabei gab es ein Missverständnis wegen der "Homo-Ehe" und ich möchte etwas dazu sagen. [...] Gott hat den freien Menschen erschaffen. Jeder kann tun, was er möchte. Ich bin keiner, der andere Menschen kritisiert. Ich schaue auf mich und versuche, ein besserer Mensch zu sein. Ich habe niemanden direkt angesprochen. Ich wollte mich bei den USA dafür bedanken, dass ich die Möglichkeit habe, den amerikanischen Traum zu leben. Es gibt kein besseres Land, denn es ist von Gott gesegnet. Man sieht bereits auf den Dollarnoten, dass dieses Land von Christen gemacht ist. Das heißt, es ist von Gott gesegnet. Danke, USA!”

Inwieweit die dankbaren Äußerungen zum amerikanischen Traum mit der Aufforderung, aufzuwachen und sich wieder dem Glauben zuzuwenden, deckungsgleich sind, sei dahingestellt. Der „Soldier Of God” wird mit seinem Auftritt im Octagon, sowohl im als auch nach dem Kampf gegen Lyoto Machida, auf jeden Fall im Gespräch bleiben.

Den Ausschnitt des Post-Fight-Interviews mit Jon Anik seht ihr hier: