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Yoel Romero: „Bisping soll für seine Respektlosigkeit bezahlen!“

Yoel Romero und Michael Bisping (Fotos: Florian Sädler & Dorian Szücs)

Obwohl er sich durch die Niederlage gegen Robert Whittaker bei UFC 213 die Chance auf den Titelkampf eigentlich verspielt hat, ist die Rivalität zwischen Yoel Romero (12-2) und Titelträger Michael Bisping (30-7) noch lange nicht beigelegt. Während des Kampfes gegen Whittaker zerriss Bisping eine kubanische Flagge und warf sie in Romeros Ecke. Diese Respektlosigkeit seinem Land und seiner Flagge gegenüber will der „Soldier of God“ nicht auf sich sitzen lassen.

Kämpfte Yoel Romero bei UFC 213 noch um den Interims-Mittelgewichtsgürtel gegen Robert Whittaker, der ihm automatisch einen Kampf gegen Bisping als Träger des unangefochtenen Titels eingebracht hätte, interessiert der Kubaner sich jetzt vorgeblich nicht mehr für Titel und Gürtel. Er will gegen Bisping kämpfen, doch ihm geht es dabei nicht mehr um UFC Gold, sondern um Respekt und Ehre. Die Fehde der beiden erstreckt sich schon seit Monaten und geht jetzt in eine neue Runde.

Während des Titelkampfes bei UFC 213 soll Bisping, der für medienwirksames respektloses Verhalten anderen Kämpfern gegenüber bekannt ist, Romero den Mittelfinger gezeigt und die gesamten 25 Minuten lang verbal beleidigt haben, bevor er diese Vorstellung mit dem Zerreißen der kubanischen Flagge krönte. Das war zu viel für den 40-Jährigen, der in einem Interview den Kampf gegen Bisping erneut forderte, Gürtel hin oder her.

„Er respektiert meine Flagge nicht, er respektiert mich nicht und das ist nicht gut“, sagte Romero. „Er muss gegen mich antreten, Gürtel oder nicht, er muss gegen mich kämpfen. Ich habe Dana White gebeten, mir diesen Typen zu geben, ich will den Kerl. Ich weiß, dass ich meine Chance um den Gürtel zu kämpfen verspielt habe, aber wenn Whittaker wegen seiner Verletzung nicht kämpfen kann sage ich: Dana, gib mir den Kerl, Gürtel oder nicht. Ich muss gegen ihn kämpfen, weil er Respekt vor mir lernen muss.“

Trotz aller Emotionalität hat Romero dabei einen Punkt: Whittaker, der sich mit dem Sieg gegen ihn den Titelkampf gegen Bisping verdient hat, hat sich in diesem Kampf eine Knieverletzung zugezogen und könnte bis zu einem halben Jahr ausfallen, wenn er keine Freigabe eines Orthopäden erhält. Diese Neuigkeiten wecken zurecht Hoffnung bei Romero, Bisping in seine Finger zu bekommen, so dass er sich nach UFC 213 nur einen kurzen Besuch bei der Familie gönnte und stattdessen schnellstmöglich ins Training in den USA zurückkehrte.

„Ich will schnell zurück ins Training, jetzt wo ich gehört habe, dass Whittaker verletzt ist“, erklärte Romero. „Ich will wissen, wie es jetzt weitergeht. Und ich will gegen Bisping kämpfen, nicht wegen des Gürtels, sondern weil er mein Land nicht respektiert und meine Flagge. Jemand muss diesem Großmaul das Maul stopfen, er quatscht zu viel und ich konnte es ihm nicht heimzahlen. Er muss bezahlen für das, was er tut, denn es ist nicht gut. Ein Kampf ist ein Kampf, aber du kannst nicht das Land oder die Familie eines anderen beleidigen. Das ist eine sehr ernste Sache.“

Obwohl er die Beleidigung der Flagge für so eine ernste Sache hält, hatte Romero kein Problem damit, es Bisping in gleicher Münze heimzuzahlen und veröffentlichte auf Instagram ein Bild von sich beim Verbrennen eines Fotos von Bisping samt britischer Flagge. Auf Nachfragen dazu reagiert er eindeutig: „Scheiß auf ihn. Mehr gibt’s nicht zu sagen.“

Kaum zu übersehen also, dass die Rivaltät der beiden Kämpfer seit UFC 213 ein neues Level erreicht hat. Abgesehen von aller persönlichen Betroffenheit durch die Beleidigungen ist das für Romero auch aus Marketing-Gesichtspunkten kein dummes Unterfangen. Sollte sich tatsächlich herausstellen, dass Whittaker eine längere Auszeit nehmen muss, kommt er durch das mediale Hochpushen dieses Konflikts möglicherweise trotz des verlorenen Interims-Titelkampfes an diesen lukrativen Kampf. Wie groß seine Chancen darauf stehen, ist noch völlig ungewiss. Gewiss ist dagegen aber eines: Romero wird alles in seiner Macht stehende tun, um das geschehen zu lassen: „Wo immer er ist, werde ich sein. Geht er zu einer Pressekonferenz, bin ich dort. Geht er zur UFC on FOX Veranstaltung, bin ich dort. Ich werde sein, wo immer er ist. Ich will ihm bei jeder Gelegenheit ins Gesicht sehen. Ich werde sein Albtraum sein.“